Dem protestantischen Friedhof an der Cestius Pyramide geht es nicht gut. Eine Stiftung soll jetzt helfen Rom (August 2007) – Über dem protestantischen Friedhof in Rom an der Stadtmauer bei der Porta Ostiense liegt ein geheimnisvoller Zauber. Unter den Kronen mächtiger Pinien und im Schatten feierlicher Zypressen bleibt es immer ein paar Grad kühler als in der vor Hitze flirrenden Ewigen Stadt. „Kamelien leuchten hier in schwermütiger Pracht unter Lorbeer und Geißblatt, die Myrten stehen in Blüte, und liebliche Rosen winden Girlanden um die Stämme der Zypressen.“ So jedenfalls erlebte vor mehr als hundert Jahren der schwedische Arzt Axel Munthe gleich hinter der Cestius Pyramide den „Garten, zu dem der Wanderer seine Schritte lenkt.“
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Umberto Eco, Bücher und anderen Leidenschaften Mailand (Januar 2007) – Ein Besuch bei Umberto Eco, der durch seine Bibliothek in der Mailänder Wohnung führt. Mit Wortmeldungen von Renate Eco, Mario Scognamiglio und Michael Krüger – Manuskript eines Beitrags für den Bayrischen Rundfunk (BR 2 Journal). *** O-Ton Eco:„La biblioteca è organizzata così: qui è la zona donne.“ Autor:Nicht ohne Ironie führt Umberto Eco durch die Bibliothek seiner Wohnung in Mailand. Es beginnt mit der sogenannten Frauenzone, weil hier Bücher über Kunst und Architektur stehen, die auch seine deutsche Frau Renate und seine Tochter Carlotta interessieren. Dann gibt es einen geheimnisvollen braunen Schrank, in dem neben anderen Objekten, Mitbringseln aus Reisen und einer kleinen Sammlung von Zifferblätter alter Uhren nur braune Bücher stehen. Und wenn ein Buch nicht braun ist, steht es nicht hier. O-Ton Eco:„Quindi se un libro non è marrone, lì non c’è… Questo è il corridoio della letteratura, delle letterature, della critica letteraria.“ Autor:Es folgt ein langer Korridor mit literarischen Büchern in vielen Sprachen, und mit Büchern zur Literaturkritik. Rund 30.000 Titel sind in dieser Bibliothek versammelt. O-Ton Eco:„E questo è lo studio con i libri di saggistica.“ Autor:Sachbücher, Titel unter anderem zu Themen der Philosophie und […]
IN DER BIBLIOTHEK
Mit einem Konzert von Riccardo Muti ist in Venedig das Gran Teatro la Fenice als neues Theater mit altem Anstrich eingeweiht worden Mailand/Venedig (16.12.2003) – Das tut gut: endlich wieder auf diese strahlend weiße Fassade zugehen und eintreten zu können in das lichterglänzende Foyer unter den apollinischen Sälen. Stimmen zu hören, die nicht von Baugeräuschen übertönt werden, sondern von Musikern, die ihre Instrumente einspielen. Die Aura eines 212 Jahre alten Theaters zu erleben, das zugleich ganz neu ist – so wie jedes Musikstück immer wieder neu hervorgebracht werden will. Und wie man über die Interpretation einer Partitur streiten kann, so wird jetzt über die Arbeit diskutiert, mit der Architekten, Künstler und Handwerker das Gran Teatro la Fenice wieder aufgebaut haben, das Ende Januar 1996 bei einem Brand fast vollständig zerstört worden war.
KOMMT ZEIT, KOMMT PATINA
Die Ballettschule der Mailänder Scala lud zu einer Gala – und vergaß eine Einladung Mailand (24.9.2003) – Wer feiert schon einen 190. Geburtstag? Der, der es kann. Die „Scuola di Ballo“ der Mailänder Scala zum Beispiel, die nach den russischen eine der ältesten Ballettschulen in Europa und sicher die bedeutendste in Italien ist. Am Dienstag Abend lud man zur Gala ins neue, ganz sachlich anmutende Teatro degli Arcimboldi, wo die Scala während der Renovierung ihres Stammhauses (noch bis Dezember 2004) gastiert. Eine Gala mit europäischen Glanz: aus London war die Royal Ballett School (gegründet 1926) gekommen, aus Moskau die Akademieschule des Bolshoi-Theaters (1773), aus Sankt Petersburg die Vaganova-Akademie (1738) und aus Deutschland die Ballettschule des Hamburg Ballett (1978).
JUBEL ZUM JUBILÄUM
Piazzale Loreto, der Körper des Duce und Theodor Saevecke, Gestapo-Chef von Mailand Mailand (Januar 1999)- An einem gewöhnlichen Sonntag Vormittag im Januar fließt der Verkehr ruhig um die grünen Inseln des Piazzale Loreto, aus denen die Licht- und Luftschächte einer großen Metro-Station ragen. An dieser Stelle kreuzen sich zwei Linien der Mailänder Untergrundbahn, von hier kommt man ebenso schnell zum Dom und zum Stadtschloß wie zum Hauptbahnhof. Kaufhäuser, viele Banken, ein paar Bars, Zeitungskioske: die zweitklassige Architektur zeigt sich von der langweiligen Seite der fünfziger und sechziger Jahre. Riesige Leuchtreklamen auf den Dächern der hohen Bürogebäude markieren den Piazzale Loreto weit hin sichtbar als topographischen Ausdruck von Fortschrittsgläubigkeit und Konsumideologie der Nachkriegsgeneration. Das ist ein stummer Platz, der heute (fast) nichts von sich zu erzählen weiß. Und doch ist es dieser vielleicht „tragischste Platz des Landes“, auf dem die Geburtsstunde des republikanischen Italien schlug. So jedenfalls interpretiert der Historiker Sergio Luzzatto in seinem jüngsten, bei Einaudi verlegten Buch „Il corpo del duce“ (Der Körper des Duce) den Symbolgehalt des Piazzale Loreto. Ein Ort des Nichtvergessens Am 10. August 1944 wurden hier auf deutschen Befehl 15 Geiseln aus „Vergeltung“ für ein Attentat in der Mailänder Innenstadt erschossen. Bei dem Attentat war […]
