Die 56. Kunstbiennale von Venedig hält der Welt einen Spiegel vor Venedig.Es schnarrt und knurrt, summt und brummt. Noch nie war eine Biennale in ihrer Hauptausstellung im zentralen Pavillon der Giardini und in den ehemaligen Werftanlagen des Arsenale so voller Töne. Sogar ein automatisches Klavier eignet sich als Kunstwerk. Eine Turm von Trommeln des (im vergangenen Jahr verstorbenen) New Yorker Künstlers Terry Adkins ragt gleich am Anfang des Rundgangs im Arsenale in die Luft. Allerdings bleiben die Schlagzeuge stumm. Der Deutsche Olaf Nicolai benutzt dagegen im Hauptpavillon leibhaftige Sänger für seine musikalische Installation „Innere Stimme“, die er als Hommage für den italienischen Avantgardemusiker Luigi Nono und dessen Komposition „Non consumiamo Marx“ aus dem Jahr 1968 entwickelt hat. Man solle Marx nicht konsumieren, sondern gründlich lesen, so Nonos Aufruf, dem sich Nicolai heute anschließt. Das Politische im Mittelpunkt Womit wir schon beim Thema wären: die 56. internationale Kunstbiennale von Venedig rückt das Politische in den Mittelpunkt. Vor zwei Jahren stellte der Italiener Massimiliano Gioni noch Obsessionen und Traumbilder der Weltkunst aus. In diesem Jahr widmet sich der in Nigeria geborene Amerikaner Okwui Enwezor unter dem Motto „All The World`s Futures – Alle Zukünfte dieser Welt“ vorwiegend sozialen Problematiken: Armut und Unterdrückung, […]
Venedig
Mit einem Konzert von Riccardo Muti ist in Venedig das Gran Teatro la Fenice als neues Theater mit altem Anstrich eingeweiht worden Mailand/Venedig (16.12.2003) – Das tut gut: endlich wieder auf diese strahlend weiße Fassade zugehen und eintreten zu können in das lichterglänzende Foyer unter den apollinischen Sälen. Stimmen zu hören, die nicht von Baugeräuschen übertönt werden, sondern von Musikern, die ihre Instrumente einspielen. Die Aura eines 212 Jahre alten Theaters zu erleben, das zugleich ganz neu ist – so wie jedes Musikstück immer wieder neu hervorgebracht werden will. Und wie man über die Interpretation einer Partitur streiten kann, so wird jetzt über die Arbeit diskutiert, mit der Architekten, Künstler und Handwerker das Gran Teatro la Fenice wieder aufgebaut haben, das Ende Januar 1996 bei einem Brand fast vollständig zerstört worden war.
