Biennale (1): »Intelligens. Natural. Artificial. Collective.« Die Architekturbiennale Venedig 2025 propagiert eine Baukultur, die sich der Klimakrise stellt und sich den radikal veränderten Umweltbedingungen anpasst. Mehr als 300 Projekte mit über 750 Teilnehmer bilden dabei einen Ausstellungsparcours am Rande der Überschaubarkeit Venedig (bis 23.11.25) – Wer auf der 19. Architekturbiennale Modelle, Pläne, Fotos von Bauwerken sucht, wird es nicht leicht haben. Denn es geht im Arsenale, im Ausstellungsbereich der historischen Werftanlagen der Lagunenstadt sowie in den Giardini mit den nationalen Pavillons weniger um die Darstellung von Architektur, sondern um die kritische Auseinandersetzung mit ihr. So trifft man hier auf aufgerissene Böden und die Wiedernutzung alter Materialien etwa in dänischen Pavillon. Dort auf eine Art Mobile mit Abfällen verschiedener Baustoffen oder auf ein in allen Katastrophenfällen einzusetzendes Notzelt aus extrem leichten Material in der Seilerei des Arsenals.
Venedig
19. Internationale Biennale der Architektur “Intelligens. Natural. Artificial.Collective”, kuratiert von Carlo Ratti. Bis 23. November 2025 Venedig (Giardini, Arsenale und Forte Marghera). Sommeröffnung bis 28.9. tgl. außer Mo. 11 bis 19 (Fr. / Sa. bis 20) Uhr, Herbstöffnung 30.9. bis 23.11. tgl. außer Mo. 10 bis 18 Uhr. Montags geöffnet am 12.5., 2.6., 21.7., 1.9., 20.10., 17.11. Eintritt 25 Euro (über 65 Jahre 20 Euro, Studenten / unter 26 Jahre 16 Euro). Kurzführer (eng./ita.) Euro 25. Vorverkauf: vivaticket.it, Info: labiennale.org AUSZEICHNUNGEN: Nationale Pavillons: Goldener Löwe für Bahrain (Thema Wärmeentwicklung in Städten). Lobende Erwähnungen für den Heiligen Stuhl (Umbau der Kirche Santa Maria Ausialiatrice zu einem Kulturzentrum in Venedig) und Großbritannien (Aufarbeitung von Architekturformen des kolonialen Erbes). Teilnehmer: Goldener Löwe für „Canal Café“ vom Studio Diller Scofidio+Renfo (USA), Aaron Betsky (USA),Davide Oldani (Italien) u.a. (biologische Reinigung von Lagunenwasser für Kaffeemaschine). Silberner Löwe für „Calculating Empires“ von Kate Crawford (USA) und Vladan Joler (Serbien) (monumentales Diagramm zur Genealogie von Technologie und Macht seit 1500). Lobende Erwähnungen für alternative Urbanistik in Lagos der Architektin Tosin Oshinowo (Nigeria) und den Gebrauch von aus Elefantenkot gewonnenen Steinen bei einem Projekt des Studios Boonserm Premthada (Thailand). Lebenswerk: Goldener Löwe für die Philosophin Donna Haraway (USA) sowie Goldener […]
INFORMATIONEN BIENNALE ARCHITEKTUR 2025
Die Welten des Marco Polo, der vor 700 Jahren bei einer Jahrzehnte langen Reise China und Europa näher brachte, in einer Ausstellung des Palazzo Ducale von Venedig. Im friedlichen Austausch, im Geben und Teilhaben suchte Marco Polo die Erfüllung eines Weltbilds, das bis heute, 700 Jahre nach dem Tod des Venezianers, nichts von seiner utopischen Kraft verloren hat Venedig – Ohne China geht nichts. Die wirtschaftliche Großmacht ist trotz politischer Widersprüche und seiner Probleme mit Menschenrechten aus den europäischen Handelsbeziehungen nicht wegzudenken. Zudem gewinnt Peking geopolitisch immer mehr an Bedeutung. Dass dabei die Beziehungen zum „Reich der Mitte“ und dem euroasiatischen Raum eine Tradition haben, die weit vor die Entdeckung Amerikas zurückgehen, zeigt die Ausstellung „I Mondi di Marco Polo“ (Die Welten des Marco Polo). Miit mehr als 300 Exponaten ist sie bis Ende September im Palazzo Ducale von Venedig zu sehen ist.
DIE HEIMAT IN DER FREMDE SUCHEN
Die 18. Internationale Architekturbiennale „The Laboratory of the Future” stellt in Venedig Afrika in den Mittelpunkt und setzt sich mit Fragen der Dekarbonisierung wie der Dekolonisierung auseinander. Kritiker beklagen eine Architekturbiennale ohne Architektur. Venedig/Mailand – Die 18. Internationale Architekturbiennale, die noch bis Ende November zu besichtigen ist, will eine Biennale des Umbruchs sein. Keine Schau, keine Präsentation des Bauens und Planens mehr, wie wir heute leben, sondern eine Werkstatt der Ideen, der Kritiken, der Erinnerungen, um über das Leben morgen nachzudenken. Ein „Labor der Zukunft“, so der Titel, den die schottisch-ghanesische Kuratorin Lesley Lokko ihrer Biennale gegeben hat. Die 59-jährige Architekturtheoretikerin verzichtet dabei auf bekannte Namen, sie setzt auf junge Teilnehmer und Teilnehmerinnen – Durchschnittsalter: 43 Jahre – und rückt zum ersten Mal in der Geschichte der Biennalen Afrika in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung. Vieles ist anders in diesem Jahr, was allerdings die Ausstellungsbereiche (Arsenale, Giardini, weitere Orte im Zentrum Venedigs) angeht, hält sie sich jedoch an die übliche Aufteilung.
„WIE SCHWER ES IST, SCHWARZ ZU SEIN“
„Garten der Engel“ ist ein Kriminalroman, der Einblicke in die Geschichte Venedigs unter der deutschen Besatzung am Ende des letzten Weltkriegs bietet. Mailand/Venedig – In dem Roman „Garten der Engel“ (Folio Verlag) von David Hewson verknotet sich eine Familiengeschichte mit den historischen Ereignissen Venedigs in den letzten beiden Jahren des 2. Weltkrieges unter deutscher Besatzung. Während der größte Teil der Bevölkerung versucht, mehr schlecht als recht zu überleben, kämpft ein junger Mann nach dem Tod seiner Eltern um den Erhalt des Familienunternehmens, einer traditionellen Seidenweberei. Er gerät dabei in die Wirren von Unterdrückung, Judenverfolgung, Bürgerkrieg und Widerstand. Und nicht immer sind Freund und Feind auseinanderzuhalten.
