Wissenschaft


Green City Italia, ein internationales Forum zum Thema Stadterneuerung und die Mailänder „Green Charta 2025“ unterwegs zu lebenswerten, widerstandsfähigen und gut vernetzten Territorien Mailand – Die 2010 gegründete Vereinigung Green City Italia hat ihr 15-jähriges Bestehen mit einem internationalen Forum unter der Schirmherrschaft der Stadt Mailand und der Region Lombardei gefeiert. Experten, Wissenschaftler, lokale Verwaltungsbeamte und Vertreter anderer europäischer stadtgrüner Vereine/Stiftungen diskutierten Anfang Juni das Themen Stadterneuerung zwischen Natur, Innovation und notwendiger Bürgerbeteiligung. Strategien und konkrete Lösungen im Zeichen der Nachhaltigkeit und Klimaresilienz standen dabei im Mittelpunkt. Am Ende der Veranstaltung wurde eine „Green Charta 2025“ mit neun Thesen über lebenswerte, widerstandsfähige und gut vernetzte Territorien verabschiedet (hier zum deutschen Text).

DIE NATUR IM MITTELPUNKT


Auf dem Weg zu lebenswerten, widerstandsfähigen und gut vernetzten Territorien Mailand (European Green City Forum) – Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner – Vertreter lokaler und regionaler Institutionen, Techniker, Verwaltungsfachleute und Förderer einer Kultur des Grünen – erkennen die Dringlichkeit der aktuellen Klimakrise und die Notwendigkeit, konkret, koordiniert und messbar zu handeln, um Städte und Regionen zu schaffen, die Lebensqualität, Umweltgerechtigkeit und eine Zukunft für die nächsten Generationen gewährleisten können.  Wir verpflichten uns, einen ökologischen und kulturellen Wandel unserer Städte und Regionen zu fördern, der auf folgenden Grundsätzen basiert:

GREEN CHARTA 2025



Peter Kammerer erinnert in einem Gastbeitrag an den Umweltaktivisten und Pazifisten Alexander Langer (1946-1995), an die Gründung der deutschen Grünen und an die Notwendigkeit, Feindbilder zu unterlaufen.   Mailand/Rom – Der Südtiroler Alexander Langer wurde 1946 in Sterzing als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter geboren. Der Journalist, Politiker, Umweltaktivist und Mitbegründer der italienischen Grünen war ein Brückenbauer zwischen Kulturen und Sprachen. Im Gegensatz zur olympischen Anmaßung „citius, altius, fortius“ (schneller, höher, stärker) widmete er sich unter der Losung „lentius, profundius, suavius“ (langsamer, tiefer, sanfter) einem menschlichen und naturverbundenen Zusammenleben. Als Abgeordneter des EU-Parlaments setzte er sich besonders auf Reisen u.a. nach Israel, Russland, ex-Jugoslawien, Libyen, Ägypten, Zypern und Malta für den europäischen Friedensprozess ein. Er schied am 3. Juli 1995 in einem Olivenhain bei Florenz aus  den Leben mit dem Wunsch „Macht weiter, was gut war.“ Peter Kammerer erinnert in seinem Gastbeitrag für Cluverius an den Freund und den Weggefährten.

DREISSIG JAHRE DANACH


Die Mailänder Scala, eine neue Spielzeit, eine Museumseinrichtung und eine Buchveröffentlichung über ihre Geschichte parallel zur Stadthistorie im Vorfeld der Feiern zur Gründung der Oper vor 250 Jahren Mailand – Das Teatro alla Scala, das Flaggschiff der italienischen Opernhäuser, hat mit einem Blick nach vorne die Spielzeit 2025/2026 vorgestellt, die am 7. Dezember mit “Lady Macbeth von Mzensk” von Dmitri Schostakowitsch mit Riccardo Chailly am Pult eröffnet wird. Zugleich lässt das Theater seine Vergangenheit aufleben: Im Mailänder Museo della Scienza e della Tecnologia erlebt ein Modul der alten hydraulischen Hebebühne, die von 1938 bis zum Umbau 2002 ihre Dienste tat, in einer festen Einrichtung seine Auferstehung. Zugleich untersucht eine prächtig ausgestattete Veröffentlichung („La Scala. Architettura e città“) die Beziehung der Bühne zur Stadt. Ein großes Ereignis wirft so seine Schatten voraus: In drei Jahren kann die Scala, die 1778 in dem nach Plänen von Giuseppe Piermarini errichteten Bühnenhaus eröffnet wurde, ihr 250-jähriges Bestehen feiern.

BÜHNENGEFLÜSTER



Biennale (2): Ein „Stresstest“ im deutschen Pavillon Venedig: Der deutsche Beitrag zur Architekturbiennale 2025 widmet sich unter dem Titel „Stresstest” den dramatischen Auswirkungen der Erderwärmung auf das urbane Leben. Ein Video, das den weitläufigen zentralen Bereich des Pavillons raumhoch füllt, bringt es schnell auf den Punkt. Zuerst leuchtet unser Planet in harmonischem Blau. Dann folgen Aufnahmen von Platzanlagen in Berlin, Frankfurt oder München. Sie werden von Wärmebildern überlagert, die zeigen, wie Hitze sich über Glasfassade oder schattenlose Pflaster dramatisch ausbreitet.

»ES WIRD HEISSER UND HEISSER«