„Sylvie“ von Gérard de Nerval, Umberto Eco und Burkhart Kroeber Mailand – Anzuzeigen ist ein kleines Buch von europäischem Format. Es enthält die zauberhafte Erzählung „Sylvie. Erinnerungen ans Valois“ von Gérard de Nerval, die 1853 zum ersten Mal erschien, auf Französisch und Deutsch. Dazu den Essay „Der Nebel zwischen den Wörtern“, in dem der Italiener Umberto Eco sich mit dem Text auseinandersetzt. Und versucht, das Faszinosum einer Lektüre zu erklären ( – was allerdings nicht immer möglich ist und vielleicht manchmal nur nachgefühlt werden kann).
Bücher
Traditionell wird die italienische Buchmesse, der Salone del Libro, jeweils Mitte Mai in Turin veranstaltet. Nun plant der Verlegerverband ab Mitte April kommenden Jahres eine eigene Messe in Mailand abzuhalten. Turin will jedoch nicht zurückstecken. Mailand – In Italien streitet man sich um die nationale Buchmesse. Bislang gibt es eine Hauptmesse, veranstaltet von einer regionalen Kulturstiftung jeweils Mitte Mai in Turin. Neben diesem Salone del Libro organisiert der Verlegerverband jährlich Anfang Dezember eine Messe für kleinere und mittlere Verlage in Rom, die größte Veranstaltung dieser Art in Europa. Im kommenden Jahr wird eine dritte nationale Messe dazu kommen, die jetzt in Mailand unter dem Titel Tempo di Libri – „Bücherzeit“ – vorgestellt wurde. Sie wird wie die römische Veranstaltung vom Verlegerverband organisiert, der sich bei der Durchführung des Turiner Salone nicht ausreichend repräsentiert fühlt. Tempo di Libri soll das erste Mal Mitte April kommenden Jahres in Mailand nur vier Wochen vor dem Salone in Turin abgehalten werde.
MAILAND IST EINE MESSE WERT
Wie in Italien über die Entschlüsselung eines Pseudonyms debattiert wird Mailand – Ist sie es, oder ist sie es nicht? Das Rätsel um die Identität der neapolitanische Autorin Elena Ferrante scheint gelöst. Unter dem Pseudonym Ferrante hatte die Autorin vor allem die vierteilige Romanserie „L’amica geniale“ („Meine geniale Freundin“) ab 2011 veröffentlicht, die nicht nur in Italien (1 Million verkaufte Exemplare), sondern vor allem im englischen Sprachraum (2,6 Millionen Exemplare) ein Bestseller ist. Bei einer investigativen Recherche verfolgte Italiens bedeutendstes Wirtschaftsblatt Il Sole 24 Ore die Spur des Geldes und stieß, den Honorarzahlungen folgend, auf die Übersetzerin Anita Raja.
TRAUER UM ELENA FERRANTE
Stefano Bennis kleiner Erzählband „Die Pantherin“ Mailand – Einst schrieb er Gags für den Komiker Beppe Grillo. Doch die Italiener haben Stefano Benni längst als einen ihrer vielseitigsten Autoren kennen und lieben gelernt. In Bologna 1947 geboren gehört er auch zu den im Ausland erfolgreichsten Erzählern und Lyriker des Landes mit weltweit über 2,5 Millionen verkauften Exemplaren seiner Bücher. Spielerisch wechselt er die Genres zwischen Science-Fiction und Satire, Märchen und Comic, zwischen Literatur, Theater, Film und Journalismus. In seinem jüngsten auf Deutsch bei Wagenbach erschienenden Band „Die Pantherin“ ist er zur Novelle zurückgekehrt. (Die italienische Ausgabe kam 2014 unter dem Titel „Pantera“ bei Feltrinelli heraus.)
DARK LADY UND KORALLEN NIXE
Einleitung zu „Mailand – Eine literarische Einladung“ (*) „Mailand, herrlich unter den Städten, wie die Rose oder die Lilie unter den Blumen, die Zeder im Libanon, der Löwe unter den Vierbeinern und der Adler unter den Vögeln.“ So jubelnd wie Bonvesin de la Riva im Jahr 1288 seine Heimatstadt beschrieb, wird es kaum ein Schriftsteller heute noch tun. Heute geht man eher auf Distanz. Aber der Gelehrte und Frate der aufmüpfigen Bruderschaft der Humiliaten fand Worte, die einen frühen Zusammenhang zwischen Stadtbeschreibung und Literatur belegen. Der Grammaticus Bonvesin de la Riva gilt als Mitbegründer des „Volgare“ einer lombardisch-venetischen Schriftsprache. Zugleich verfasste er den vermutlich ersten „Reiseführer“ Mailands, den aber auf Latein: De magnalibus urbis Mediolani.
