Insolera (2): Eine Rezension über „Roma moderna. Un secolo di storia urbanistica“ von Italo Insolera, die 1966 in den „Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik“ veröffentlicht wurde. München/Urbino – Das bei Einaudi zum ersten Mal 1962 erschienene Standardwerk Insoleras ist seither in zahlreichen Auflagen erweitert und aktualisiert herausgekommen – zuletzt im Jahre 2011. Diese letzte Ausgabe, die derzeit ins Englische übersetzt wird, spannt den Bogen von der Jahrtausendwende zurück bis in die Napoleonische Ära. Hier die Dokumentation der Rezension von Peter Kammerer, geschrieben in München 1966, die außerdem Antonio Cedernas Arbeit „Mirabilia Urbis“ (Einaudi 1965) einbezieht.
Gäste
Elli Carrano: Quando il Made in Italy diventa cultura. Il libro “Moda Made in Italy” sul linguaggio della moda e del costume italiano. Un contributo all’inserimento della moda nell’ambito scientifico Firenze/Milano – “La moda è la spuma dell’onda”, così risponde la scrittrice Dacia Maraini alla domanda riguardo al significato della moda nel mondo accademico, in seno all’intervista che troviamo in postfazione al libro Moda Made in Italy. Il linguaggio della moda e del costume italiano a cura di Dagmar Reichardt e Carmela D’Angelo. Il volume, pubblicato da Franco Cesati Editore, raccoglie una selezione paritaria delle relazioni presentate nella sessione Il linguaggio della moda e del costume italiano del XXI Congresso A.I.P.I. (Associazione Internazionale dei Professori di Italiano, 27-30 agosto 2014) „Est-Ovest / Nord-Sud. Frontiere, passaggi, incontri culturali“. E si propone di offrire un contributo all’inserimento della moda nell’ambito scientifico, in cui riconosce un “vuoto” in tal senso.
FRIVOLA E LUDICA
Carl Wilhelm Macke: Eine sentimentale Erinnerung „Ein Teil von uns muß bereits lange vor unserer Zeit seinen Anfang genommen haben. Anders als einen die Erfahrung lehrt, habe ich den Eindruck, daß man nicht auf einmal geboren wird. Ich glaube, daß man Stück für Stück auf die Welt kommt, daß auch ich auf gewisse Weise schon weit vor meiner Zeit begonnen habe. ( Richard Obermayr „Das Fenster“ ) Ferrara/Vicarello (Bracciano) – Zusammen mit vier Freundinnen verbrachte meine Mutter Anfang der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einige Monate in dem kleinen Ort Vicarello am Lago di Bracciano, nördlich von Rom. Dort befand sich in jenen Jahren eine kleine vatikanische Sommerresidenz, der auch eine von Nonnen geleitete Hauswirtschaftsschule angegliedert war. Wer die jungen Frauen aus dem mit Gottvertrauen und – jedenfalls in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts – mit Priestern überreich gesegneten Oldenburger Münsterland dorthin geschickt hatte, weiß ich nicht. Vermutlich haben meine Großeltern, die in einem Nest in jener Gegend ein Hotel besaßen, die Adresse von einem örtlichen Pfarrer oder, was wahrscheinlicher ist, von Dominikanern erhalten, die ein Internat in dem Ort unterhielten.
DIE VILLA AM SEE
Peter Kammerer: Das Kommunistische Manifest, Bert Brecht und Pier Paolo Pasolini Urbino – Das Kommunistische Manifest von Marx und Engels gehört zunächst einmal ganz einfach zur Weltliteratur: Nicht wegen der in allen möglichen Sprachen übersetzten, hohen Auflagen. Die Autoren wären steinreich geworden, hätten sie auch nur einen Teil der Tantiemen genießen können. Und auch nicht wegen der Folgen, über die man streiten kann. Sondern Weltliteratur, weil ein bedeutender Gegenstand, eine Philosophie der Geschichte, eine Summe von Erkenntnissen über die Entwicklung der modernen Welt, ihre adäquate sprachliche Form gefunden haben: aufwühlend, verständlich, einprägsam, schön. Sätze, die man von Mund zu Mund weitergeben kann, so wie Bert Brecht sagte: „Von den Antennen kommen die alten Dummheiten. Die Weisheit wird von Mund zu Mund weitergegeben.“
EIN ROTES TUCH
Carl Wilhelm Macke: Über den Dichter Biagio Marin aus Grado Ich, um zu geben nur Worte hab ich bereit nur das Gedicht das Atemkleid. Die hab ich gebreitet über die Insel ein tiefblauer weiter beständiger Himmel. Dann wehte der Jahreswind der Nord oder West das Sein bleibt nicht fest und sie schwinden. (1) Ferrara/München – Wie entdeckt man eigentlich Dichter und ihre Gedichte? Zum Beispiel auf Umwegen über die Werke anderer Schriftsteller, wo man zum ersten Mal den Namen eines unbekannten Dichters liest. Die lange Reise von Claudio Magris entlang der Donau („Biographie eines Flusses“, München, 1988) endet mit einem Zitat, das mich neugierig gemacht hatte. „Mach, daß mein Tod, Herr“, heißt es in einem Vers von Biagio Marin, „sei wie das Fließen eines Stromes in t’el mar grando, in das große Meer“.
