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Am 3. Februar 1991  löste sich der Partito Comunista Italiano auf seinem 20.Parteitag in Rimini auf.  Mailand/Rimini (2011) – Als sich Italien nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine neue Verfassung gab, wurde dieser demokratische Prozess aktiv von der KPI, von der kommunistischen Partei des Landes unterstützt. Die KPI, die sich zur größten kommunistischen Partei Westeuropas entwickelte, spielte anschließend als Oppositionspartei zu den Christdemokraten eine Hauptrolle im politischen Leben des Landes. Nach dem Fall der Berliner Mauer suchte sie in einem veränderten ideologischen Klima eine neue, eine sozialdemokratische Identität. Am 3. Februar 1991 ging in Rimini der zwanzigste, der letzte Parteikongress der Kommunistischen Partei Italiens zu Ende.

EINE PARTEI IM NEBEL


Pesaro, das Rossini Festival 2010 und die Oper als Phantom Pesaro (August 2010) – Was hat Bill Viola mit Gioachino Rossini gemeinsam? Beide haben in diesem Jahr einen Auftritt in der Galerie von Franca Mancini in der Adriastadt Pesaro. Die Galeristin veranstaltet regelmäßig parallel zum Rossini Opera Festival (ROF) unter dem Titel „Les Rencontres Rossiniennes“ Begegnungen von Gegenwartskünstlern mit dem Musikgenie, das Anfang des 19. Jahrhunderts ganz Europa mit seinen Melodien geradezu trunken gemacht hatte. Ein Alt-Rossinianer wie Bruno Cagli, der vor 31 Jahren das ROF mitbegründen konnte und heute die Accademia Nazionale Santa Cecilia in Rom leitet, hat keine Probleme, Gemeinsamkeiten zwischen der freien Filmsprache des amerikanischen Video-Künstlers und den „versteckten Energien“ von Rossinis Klangmaterial zu entdecken. So gab es zur Eröffnung der Ausstellung bei Franca Mancini Videos von Bill Viola wie „Angel’s Gate“ (1989) und ironische Musikstücke von Gioachino Rossini aus der Sammlung der „Péchés de Vieillesse“, den „Alterssünden“, die zwischen 1857 und seinem Tod 1868 entstanden sind. Und anschließend drängelte man sich im Garten der Galerie beim Aperitif unter einem leuchtend blauen Himmel, der das nahe Meer ahnen ließ. Ein großes Familientreffen Das ROF, das am Montag mit der Premiere des „Sigismondo“ eröffnet wurde, ist jedes Jahr […]

LIEBHABER UNTER SICH



Giorgio Diritti hat mit „L’uomo che verrà“ einen wichtigen Film gedreht, den in Deutschland niemand zeigen will Mailand (Cinema Anteo ,2010) – Nach den Erfolgen von Matteo Garrones „Gomorra“ und Paolo Sorrentinos „Divo“ hätte man sich eine neue Welle von italienischen Filmen über die sozialen und politischen Probleme des Landes erwarten können. Arbeiten über aktuelle Skandale und ungelöste Fragen der Geschichte – Themen an denen es ja nicht mangelt. Doch das Jahr 2010 steht ganz im Zeichen des Privaten. Es geht um Liebhaber oder Verlobte, um Mütter oder Töchter. Gabriele Muccino etwa sucht mit „Baciami ancora“ (Küss mich noch mal) den Erfolg früherer Gefühlsstreifen zu wiederholen. Giovanni Veronesi gelingt es immerhin in „Genitori e figli“ (Eltern und Kinder), den Generationskonflikt seriös zu thematisieren. Und Gabriele Salvatores hat gerade die Kinoadaption des Theaterstückes „Happy Family“ heraus gebracht, in der es um zwei Familien geht, die sich damit auseinandersetzen müssen, dass ihre kaum 16jährigen Kinder einander heiraten wollen. Hat das Land keine anderen Sorgen? Deutsches Morden Ein Film liegt quer zum Mainstream: „L’uomo che verrà“ (Der Mensch, der kommen wird) von Giorgio Diritti. Zwar thematisiert der Film auch eine private Geschichte, denn erzählt wird die Zeit einer Schwangerschaft der jungen Bergbäuerin Lena […]

DAS MASSAKER VON MARZABOTTO


Ein Gespräch mit der Sopranistin Nino Machaidze über ihre Kindheit in Georgien, die Ausbildung an der Akademie der Scala, Angelina Jolie sowie die Liebe zu Mailand (zu Italien) und zu einem Bariton Mailand (2009) – Nino Machaidze, geboren 1983 in Tiblis, lebt seit vier Jahren in Mailand. Nach ihrem sensationellen Auftritt in Salzburg im vergangenen Jahr als Juliette in Gounods „Romeo et Juliette“ als Partner von Rolando Villazón ist die sympathische Georgierin auf dem besten Weg, ein internationalen Star zu werden. Beim Treffen in der Halle eines großen Hotels unweit ihrer Mailänder Wohnung wirkt sie selbstbewusst und zugleich locker wie eine Studentin nach bestandenem Examen. Es ist Mitte August, die Stadt kocht vor Hitze und sie trägt Jeans und eine kurzärmelige braune Bluse, die von der Taille glockenhaft über die Hosen fällt. Am Tag darauf wird sie nach Los Angeles fliegen. Sie lacht gerne und viel. Auch in diesem Gespräch.

„DAS IST BEI MIR NATUR“



Die Fotografie in der Kunstgeschichte und eine Online-Ausstellung zum Kreuzgang von Monreale Florenz/Mailand (2009) – Es ist eine Frage der Methode: „Wer die meisten Photos hat, gewinnt.“ Mit diesem Satz brachte Erwin Panofsky die tragende Rolle der Fotografie in der kunsthistorischen Beurteilung auf den Punkt. Fotos von Kunstwerken gelten nicht nur als Gedächtnisstütze für den Wissenschaftler oder als Lehrmittel im Unterricht, sondern als Dokument und als Beweis im wissenschaftlichen Streit. Und sogar als Ersatz für das, was man selbst nie gesehen hat, obwohl man ausführlich darüber redet – wie etwa Richard Krautheimer einmal selbstkritisch anmerkte.

DIGITALER SCHATTEN