News – Kuerze


Die Familie Agnelli kehrt ins Mediengeschäft zurück und übernimmt die Mehrheit der Gedi-Gruppe (la Repubblica, L’Espresso , HuffPost u.a.). Und schon wechseln die Chefredakteure Mailand/Rom –  Stühlerücken in der italienischen Medienlandschaft: Maurizio Molinari, bis vor ein paar Tagen noch Chefredakteur der Turiner Tageszeitung La Stampa, ersetzt Carlo Verdelli auf dem Chefposten der römischen la Repubblica. Wirtschaftsexperte Massimo Giannini, lange Zeit Vizechef der Repubblica und zuletzt Leiter des privaten Radio Capital, wird Chefredakteur der Stampa. Von der Stampa wechselt Mattia Feltri (Leiter der Hauptstadtredaktion Rom) in die Chefetage der italienischen Ausgabe der Huffington Post. Dieses Personenkarussel hat ein Player in Gang gebracht, der sich lange Zeit aus dem italienischen Mediengeschäft rausgehalten hatte: John Elkann,  der 44jährige Enkel des „Avocato“ Giovanni Agnelli, und Vorstandsvorsitzender u.a. von Exor, der Finanzgesellschaft der Familie Agnelli, die (der niedrigen Steuern wegen) in Amsterdam residiert.

SIE SIND WIEDER DA


Hilferuf der italienischen Kulturunternehmen, die zusammen mit dem Tourismus-Sektor besonders von den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind Mailand/Rom – Die Kulturunternehmen Italiens fordern sofortige Hilfsmaßnahmen für Unternehmen und Arbeitskräfte des Sektors wegen der Notlage durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Grippe-Epidemie ausgelöst durch den Coronavirus. Der drastische Rückgang des Verkaufs von Kulturprodukten, Büchern, Musikträgern und DVDs, die Absage von Konzerten und Ausstellungen, die spärliche Museumsbesuch mit nicht einmal 20 Prozent der gewöhnlichen Besucherzahlen, die Absage von Festivals und Messen, die Schließung von Kinos und Theatern bringe, so der Verband der Kulturunternehmen (Confindustria Cultura Italia), für viele Einrichtungen und ihre Mitarbeiter ernsthafte wirtschaftliche Probleme.

LEERE SÄLE, LEERE KASSEN



Der Coronavirus und die Kultur in Norditalien – nach einer totalen und radikalen Schließung aller kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten können jetzt wenigstens Museen und Ausstellungsbetriebe unter Auflagen wieder öffnen Mailand – Erste Türen öffnen sich jetzt in der Woche nach dem 3. März für einige Kulturveranstaltungen. Während Schulen und Universitäten in den meisten Regionen des Nordens weiterhin geschlossen bleiben und keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, dürfen Museen und Ausstellungseinrichtungen wieder öffnen, wenn sie behördliche Vorgaben einhalten. Dazu gehört eine Beschränkung des Besucherstroms, damit keine, wie es offiziell heißt, „assembramenti“ (Menschenansammlungen) entstehen und ein Mindestabstand von einem Meter zwischen den einzelnen Personen gewährleistet bleibt. Weiterhin geschlossen bleiben Kino, Theater, Oper- und Konzerthäuser. Das Teatro La Fenice bietet Konzerte im Streaming-Dienst an.

EIN METER ABSTAND


Der Coronavirus und die Schönen Künste: nichts geht mehr. Theater, Museen, Ausstellungen bleiben geschlossen. Die Kulturnation Italien mach dicht. Und der Schriftsteller Gianrico Carofiglio denkt über das Verhältnis von Angst und Gefahr nach. Mailand – Schreckensmeldungen aus Italien: Hauptsächlich im Norden des Landes haben sich – Stand 25.2. – über 300 Personen mit den Coronavirus angesteckt, davon rund 200 allein in der Lombardei. Zehn meist ältere Personen sind gestorben. Besonders gefährdet ist ein Gebiet in der Metropolzone Mailands unweit der Provinzstadt Lodi. Mailand selbst bleibt bislang noch kaum betroffen. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, haben die Behörden zu drastischen Maßnahmen wie die Abriegelung der Gebiete gegriffen, die als Ansteckungsherde gelten. Aber in ganz Norditalien werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Darunter fallen auch das Verbot von öffentlichen Kulturveranstaltungen. Die Opernhäuser mussten schließen, der Karneval ist ausgefallen, die Kinderbuchmesse Bologna wurde auf Anfang Mai verschoben. Eine Kulturnation wird im Notstand ihrer Kultur beraubt. Aber nicht alle sind mit diesen Maßnahmen einverstanden.

KULTUR IN QUARANTÄNE



Kulturminister Dario Franceschini kehrt zum Prinzip der autonomen Verwaltung bedeutender staatlicher Museen zurück, die sein Vorgänger aufgeweicht hatte. Aber wie lange hält die Regierung überhaupt noch? Mailand/Rom – Mit aller Kraft zurück. Das ist das Motto von Italiens Kulturminister Dario Franceschini. Mit einem Regierungserlass zur Ordnung staatlicher Museen und des Denkmalschutzes gibt er unter anderem drei Einrichtungen die Autonomie wieder, die ihnen sein Vorgänger genommen hatte: dem Museo dell’Accademia (Florenz), dem Museo Nazionale Etrusca di Villa Giulia (Rom) und dem Parco Archeologico dell’Appia Antica (Rom). Mehr noch: es werden zehn weitere Museen in die Gruppe der autonomen Einrichtungen aufgenommen, darunter der Palazzo Reale von Neapel, die Pinacoteca Nazionale von Bologna oder das Museo Archeologico Nazionale von Cagliari. Die Direktorenstellen sollen international ausgeschrieben werden.

FRISCHER WIND