Unterwegs


Genua, zu Silvester 2016 – Ein strahlender Tag am Meer. In Nervi muss man allerdings auf einen Spaziergang durch die alten Parkanlagen verzichten. Noch sind die Verheerungen, die orkanartige Herbststürme im Oktober angerichtet hatten, nicht beseitigt und die Parks bleiben bis auf weiteres geschlossen. Von der Uferpromenade aus sieht man, wie ein Löschflugzeug auf dem Meer Wasser aufnimmt und dann im hohen Bogen landeinwärts fliegt. Bei der trockenen Witterung dieser Nachweihnachtstage kommt es immer wieder zu Busch- und Waldbränden.

In Genua


Venedig, Mitte Dezember 2016 – Tief liegt eine graue Decke über der Lagune und es will sogar mittags nicht richtig Tag werden. Die Serenissima gibt sich dennoch gelassen. Die Venezianer haben endlich Platz beim schnellen Vorwärtskommen. Und können sich bei den Weihnachtsbesorgungen Muße gönnen. Derweil protestieren ambulante Fischhändler, die sich von UE-Normen in ihrer Existenz bedroht sehen, vor dem Rathaus.

In Venedig



Rom, Mitte November 2016 – Was das Wetter angeht, zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite. Tiefblau breitet sich der Himmel über dem Pincio aus, ein herbstliches Blühen durchzieht die Villa Borghese. Auf den Stufen der Spanischen Treppe sitzen Touristen und sonnen sich. Wer hier Picknicken möchte, wird von einem Vigile höflich aufgefordert, aufzustehen und die Treppe zu verlassen. Gerade erst ist die Anlage renoviert worden, jetzt achtet man auf Dekors.

In Rom


Der protestantische Friedhof in Rom besteht seit dem Jahr 1716. Ein Gespräch mit der Direktorin Amanda Thursfield über Bäume, Gräber, Katzen und die Bedeutung der Anlage für das Stadtviertel Testaccio Rom – Vor genau 300 Jahren wurde in Rom 1716 ein „protestantischer Friedhof“ hinter der Cestius-Pyramide für Nichtkatholiken eingerichtet. Das älteste Grab, von dem es heute noch Spuren gibt, stammt aus dem Jahr 1738, das älteste Steinmonument von 1765. Der Friedhof für Nicht-Katholiken ist berühmt für seine historischen Grabanlagen. Begraben wurden hier unter anderem Goethes Sohn August oder Johann Sebastian Bach (der Maler), John Keats oder Malwida von Meysenbug, Gottfried Semper oder Henriette Hertz, Antonio Gramsci oder Carlo Emilio Gadda. Seine idyllische Lage am Fuß des Testaccio-Hügels hatte Maler im 18. und 19. Jahrhundert zu unzähligen Darstellungen angeregt. Später lösten Fotografen die Maler ab. Der Friedhof, der weiterhin Begräbnisse aufnimmt, ist eine Gemeinschaftseinrichtung von 14 ausländischen Botschaften (*), die ihn aber nicht finanzieren. Darum und alle weiteren Verwaltungsaufgaben kümmert sich die Vereinigung  „Il Cimitero Acattolico di Roma“ (**), die seit Ende 2007 von der in Nottingham geborenen Literaturwissenschaftlerin Amanda Thursfield geleitet wird.

„WENN ES NACHTS STÜRMT, MACHE ICH KEIN AUGE ZU“



Zu Tisch: Das panierte Kalbsschnitzel – als Cotoletta von Mailand aus gesehen Eine Geste wie eine Liebkosung: Vorsichtig drückt Cesare das Kotelettstück mit der Handfläche, dass es nicht mehr als circa zwei Zentimeter dick ist. Dann wird es in gequirltem Ei gewendet, mit Brotbröseln überstreut und wandert schließlich in die Pfanne mit dem heißen Butterschmalz. Cesare lässt es auf jeder Seite zusammen mit Salbei rund vier Minuten braten. Etwas Salz und fertig: einheitlich goldbraun überzieht die Panade diese Cotoletta (oder Costoletta) milanese, wirft zarte Falten und Wellen wie die kaum bewegten Wasser eines Sees. Wenn man es aufschneidet, leuchtet das Fleisch frisch rosa. Gleich beim ersten Biss vermischt sich im Mund der buttrige Geschmack der knusprigen Panade mit dem saftigen Kalbsfleisch. Aber zum Panieren gehört doch Mehl? Nein!!! Cesare bekommt fast einen Schreikrampf, niemals Mehl bei einem Mailänder Schnitzel. Und bitte auch nicht flach klopfen. Dann könne man doch gleich nach Wien gehen.

MIT ZARTEN FALTEN