Unterwegs


Biennale (3): Die Preise, der Präsident und die Bühne Venedig Venedig – Eine internationale Jury unter der Leitung von Stephanie Rosenthal (Direktorin des Gropius Bau Berlin) hat die Preise vergeben. Den goldenen Löwe für das Lebenswerk erhielt der us-amerikanische Konzeptkünstler, Poet und politische Aktivist Jimmie Durham (geboren 1950 in Houston/Texas). Als beste Länderbeitrag wurde Litauen – hier ein Videoausschnitt – mit einem goldenen Löwen geehrt. Besonders erwähnt wurde auch der von Belgien. Der goldene Löwen für den besten künstlerischen Beitrag ging an Arthur Jafa (USA). Der silberne Löwen für einen jungen Künstler fiel der 39jährigen Zypriotin Haris Epaminonda zu, die in Berlin lebt und arbeitet. Besonders erwähnt wurden außerdem die Arbeiten von Teresa Margolles (Mexiko) und Otobong Nkanga (Nigeria).

UNBEQUEMER STREITER


Paolo Rumiz und seine Wanderung über die Via Appia von Rom nach Brindisi zwischen antiken Ruinen, Olivenbäumen und hupenden Lastwagen. Eine Begegnung mit dem Autor zur deutschen Veröffentlichung seines Buches über eine abenteuerliche Fußreise. Itri/Mailand – Die alte Via Appia zeigt südlich von Rom auf der Strecke zwischen Fondi und Itri ein ehrwürdiges Pflaster mit glatten, an den Rändern rund geschliffenen Steinen. Schwarzbraune Steine vulkanischen Ursprungs: „Hier haben die Bourbonen im 18. Jahrhundert die Straße erneuert“, erklärt Paolo Rumiz. Man kann sich unterwegs auf der antiken Römerstraße kaum einen besseren Begleiter als den heute 71jährigen Journalisten und Publizisten aus Triest wünschen.

ALS REBELL UNTERWEGS



Salerno Ende Februar –  Unter letzten Sonnenstrahlen spürt man im Strandcafé von Santa Teresa den nahen Frühling. Hinter einem monströsen halbrunden Neubau der Piazza della Libertà liegt versteckt Zaha Hadids Anlage der Stazione Marittima.  Wenig später führen  Schritte hoch in die dämmrig verschlafene Altstadt. Der Säulenhof vor dem Dom von San Matteo  leuchtet geheimnisvoll in effektvoller Lichtregie. Die Gebeine des Evangelisten kamen auf abenteuerlichen Wegen im 10. Jahrhundert von Nordafrika über Südfrankreich nach Salerno. Papst Pius XII. erklärte Matthäus bei einem Besuch der Kathedrale zum Schutzheiligen der Buchhalter Italiens.

In Salerno


Reiseführer, Essay und Lesebuch zugleich – Dieter Richter hat mit „Die Insel Capri“ ein wundervolles Porträt der Perle im Golf von Neapel geschrieben Mailand/Capri – Insel für Einsiedler, Wunder der Welt oder wie bereits von Rilke beklagt als „Fremdencapri“ vom Tourismus überschwemmt? Capri, schreibt Dieter Richter sei heute „Ort und Un-Ort zugleich“. Es scheint als schwimme die Insel in einem Meer von „unterschiedlichen Sehnsüchten, Werbestrategien und Phantasien“. Das hat viele mit Geschichte und sehr viel mit touristischer Vermarktung zu tun. Aber eben auch mit der einzigartigen Lage im Golf von Neapel. Capri liegt vom blauen Meer umschlungen, auf das von unzähligen Aussichtspunkten immer wieder der Blick fällt. Im Inneren zeigt Capri verwirrend viele Gesichter. Denn, so Richter, es gebe keine Insel, „in die eine derartige Fülle historischer und kultureller Zeichen eingeschrieben ist.“

VOM BLAUEN MEER UMSCHLUNGEN



Cassino im Dezember – Nieselregen empfängt den Reisenden, der am frühen Vormittag aus dem Bahnhof tritt. Die Abtei Montecassino thront hoch oben auf der Hügelkuppe im Dunst. Ein Kleinbus wartet am Bahnhofsplatz auf Studenten und Professoren, um sie zu den Einrichtungen der in der Kleinstadt 1979 gegründeten staatlichen Universität des südlichen Latiums (fünf Fakultäten, 8000 Studierende) zu bringen. Der Kiosk zur Information von Touristen ist verriegelt. Möglich, dass auch Sehenswürdigkeiten aus der Antike wie die Ruinen des römischen Theaters oder die das Amphitheaters so kurz vor Weihnachten nicht zu besichtigen sind.

In Cassino