Der Mafia-Boss Bernardo Provenzano ist gestorben Mailand/Corleone – Der sizilianische Mafia-Boss Bernardo Provenzano ist am 13. Juli im Alter von 83 Jahren in dem Mailänder Krankenhaus San Paolo an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Er galt als der letzte „klassische“ Padrino, der bis zu seiner Verhaftung 2006 mit Autorität aus dem Untergrund heraus die Geschäfte der Cosa Nostra steuerte und zwischen rivalisierenden Clans zu vermitteln wusste. Dabei benutzte er auf kleinen Zetteln mit Schreibmaschine verschlüsselt geschriebene Botschaften („Pizzini“), die von Hand zu Hand wanderten – ein gleichsam „abhörsicheres“ Kommunikationssystem.
Kriminalität
Der Roman „Schwarze Seelen“ von Gioacchino Criaco beschreibt den kriminellen Lebensweg von drei Freunden zwischen einer Ortschaft in Kalabrien und Mailand. – Ein Lokaltermin Africo (Provinz Reggio Calabria) – Es geht über Stock, Stein und Gestrüpp. Dann wird der Blick frei auf ein Ruinendorf 800 Meter hoch im Aspromonte gelegen. Gioacchino Criaco bleibt stehen und sagt: „Hier.“ Diese Landschaft hier ist das Herz von allem. Auch das Herz einer kruden Geschichte, die Criaco in dem Roman „Schwarze Seelen“ erzählt. Die Geschichte handelt von drei Freunden aus der Locride, einem unterentwickelten Landstrich an der ionischen Küste von Kalabrien. Bereits als Jugendliche geraten sie in den 1970er Jahren auf die schiefe Bahn und führen ein Doppelleben. Wohlerzogen gehen sie zur Schule. Obgleich Kinder armer Leute, besuchen sie ein Gymnasium. Zugleich beschaffen sie sich mit der Beute von kleineren Raubüberfällen Waffen, um größere Raubüberfälle auszuüben.
DIE AUS AFRICO
In Palermo ist das verschollene Gemälde einer Geburt Christi durch ein High-tech-Faksimile zurückgekehrt Palermo – Es ist Dezember und die Stadt hat mit der „Natività“ ihr vielleicht berühmtestes Weihnachtsbild wieder. Eine „Geburt Christi mit den Heiligen Franziskus und Lorenz“ von Michelangelo Merisi (1571-1610), den alle Welt nur Caravaggio nennt. Das rund zwei Meter breite und fast drei Meter hohe Gemälde wurde vor über 40 Jahren aus dem Oratorium von San Lorenzo geraubt und ist seitdem verschollen. Vermutlich war die Mafia im Spiel, und aller Wahrscheinlichkeit nach wurde es zerstört. Seit wenigen Tagen aber hängt über dem Altar eine rund 100 000 Euro teure Wiedergeburt, die vorgibt, dem Original aufs Haar zu gleichen. Der britische Künstler und Fototechniker Adam Lowe und sein in Madrid beheimatetes Laborunternehmen Factum Arte, das auf High-tech-Faksimiles in der Kunst spezialisiert ist, haben die „Natività“ nach Monate langer Arbeit wieder auferstehen lassen. Weihnachten und Ostern fallen in diesem Jahr in Palermo zusammen.
CARAVAGGIOS WEIHNACHTLICHE AUFERSTEHUNG
Andreas Camilleris Caravaggio-Roman „Die Farbe der Sonne“ und die Mafia Rom. Die Geschichte handelt von einem Künstlerleben, doch sie beginnt wie ein Krimi. Dem Erzähler wird beim Besuch einer Inszenierung im griechischen Theater von Syrakus eine Telefonnummer zugespielt. Sie führt zu einem versteckten Landgut unweit von Catania, wo er bislang unbekannte handschriftliche Notizen eines berühmten Malers aus der Zeit des Epochenwechsels von der Renaissance zum Barock einsehen kann. Notizen von Caravaggio, das heißt von Michelangelo Merisi, der 1571 vermutlich in Mailand zur Welt kam. Die Familie des Malers stammte aus dem Marktflecken Caravaggio (südlich von Bergamo), auf den sich Merisi immer wieder stolz berief. In Rom, das er später fluchtartig verlassen musste, weil er wegen Totschlags angeklagt wurde, und in Neapel schuf er seine Hauptwerke. Caravaggio starb am Ende eines kurzen, teilweise abenteuerlichen Lebens vor 400 Jahren am 18. Juli 1610 in Porto Ercole an der Grenze zum Vatikanstaat. In den Jahren vor seinem Tod hielt er sich von 1607 bis 1609 vor allem auf Malta und auf Sizilien auf. Aus den geheimnisvollen Notizen rekonstruiert der Sizilianer Andrea Camilleri in seinem kleinen Roman „Die Farbe der Sonne“ eben diese Jahre. Caravaggio kommt nach Malta, malt dort einige wichtige Bilder wie […]
