Ausstellungen


Große Ausstellung: Die Darstellung der Mutterschaft im 20. Jahrhundert (bis 15. November 2015) Mailand. Die Expo 2015, die Weltausstellung, die zurzeit in Mailand Millionen von Besuchern anzieht, steht unter dem Thema „Den Planeten ernähren – Energie fürs Leben.“ Dieses Motto strahlt auch auf viele Veranstaltungen aus, die das kulturelle Leben in der lombardischen Metropole in diesem Jahr prägen. Zu den Höhepunkten gehört sicher die Ausstellung „La Grande Madre – Die Große Mutter“. Gezeigt werden an die 600 Exponate von rund 140 Künstlerinnen und Künstlern, die sich von den frühen Avantgarden des 20. Jahrhundert über Dadaismus und Surrealismus und den Nachkriegsjahrzehnten bis heute mit dem Thema der Mutterschaft und der Rolle der Frau als Ernährerin in Familie und Gesellschaft auseinander gesetzt haben. Die Ausstellung, die von der Trussardi-Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit der Stadt Mailand konzipiert und produziert wurde, ist bis zum 15. November im Palazzo Reale zu sehen.

LA GRANDE MADRE


Rem Koolhaas hat in Mailand für die Fondazione Prada eine ehemalige Industrieanlage eindrucksvoll umgebaut Mailand: Hellgraue Außenmauern einer typischen Industriearchitektur vom Anfang des 20. Jahrhunderts umziehen ein etwa zwei Hektar großes Areal im Süden Mailand. Hier und da werden sie von Fenstern durchbrochen. Elegant zurückhaltend leuchtet der Name des Hausherren in dünner Neonschrift neben dem Einfahrtstor an einer sonst eher gesichtslosen Straße: Fondazione Prada. Mehrere Baukörper ragen heraus, alte wie neue, darunter ein geheimnisvoll goldglänzendes Haus. Wenn man die Anlage der Kulturstiftung am Largo Isarco betritt, glaubt man sich in einer kleinen Stadt mit gepflasterten Wegen, Höfen und Plätzen. Im Hintergrund wächst ein weißer Turm 60 Meter in die Höhe, der einzige Teil des Komplexes, der noch im Bau ist. Das niederländische Architekturstudio OMA hat unter der Leitung von Rem Koolhaas für Prada die ehemalige Fabrikationsanlage einer Groß-Destillerie umgebaut. „Wir haben nicht die Gegensätze betont“, erläutert der Architekt bei einem Rundgang. Er und seine Mitarbeiter haben vielmehr versucht, Situationen zu schaffen, „in denen alt wie neu zusammen stehen.“ Das gilt für Baukörper ebenso wie für die Materialien von typisch lombardischen Backsteinen bis zu hochtechnologischen Wandstrukturen aus Aluminiumschaum, die silbergrau glitzern. Obgleich die Fabrikarchitektur nicht zu den Höhepunkten der Industriearchäologie Mailands […]

KULTUR KOMMT IN MODE



Venedig : Charles Pollock, geboren 1902 in Denver, ist der ältere von fünf Brüdern der Familie LeRoy/Pollock. Sozial engagiert studierte er Kunst bei Thomas Hart Benton in New York, bei dem er sich vor allem der Murales-Malerei widmete.

Charles Pollock in Venedig


Okwui Enwezor blickt auf „seine“ Biennale Venedig. Er ist 51 Jahre alt, in Nigeria geboren, hat eine US-amerikanischen Pass und leitet – nicht unumstritten – seit 2011 in München das Haus der Kunst. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Okwui Enwezor bekannt, als er 2002 die documenta 11 verantwortete. Zuvor hatte er bereits wichtige Kunstveranstaltungen wie die Johannesburg Biennale in Südafrika geleitet oder eine Zeitschrift über afrikanische Gegenwartskunst (NKA) ins Leben gerufen. Seit er im Dezember 2013 zum Leiter der diesjährigen Kunstbiennale berufen wurde, wird er nicht müde in unzähligen Interviews über die Welt der Kunst und die Welt an sich nachzudenken, „die in Trümmern liegt.“

ENGEL DER GESCHICHTE



Die 56. Kunstbiennale von Venedig hält der Welt einen Spiegel vor Venedig.Es schnarrt und knurrt, summt und brummt. Noch nie war eine Biennale in ihrer Hauptausstellung im zentralen Pavillon der Giardini und in den ehemaligen Werftanlagen des Arsenale so voller Töne. Sogar ein automatisches Klavier eignet sich als Kunstwerk. Eine Turm von Trommeln des (im vergangenen Jahr verstorbenen) New Yorker Künstlers Terry Adkins ragt gleich am Anfang des Rundgangs im Arsenale in die Luft. Allerdings bleiben die Schlagzeuge stumm. Der Deutsche Olaf Nicolai benutzt dagegen im Hauptpavillon leibhaftige Sänger für seine musikalische Installation „Innere Stimme“, die er als Hommage für den italienischen Avantgardemusiker Luigi Nono und dessen Komposition „Non consumiamo Marx“ aus dem Jahr 1968 entwickelt hat. Man solle Marx nicht konsumieren, sondern gründlich lesen, so Nonos Aufruf, dem sich Nicolai heute anschließt. Das Politische im Mittelpunkt Womit wir schon beim Thema wären: die 56. internationale Kunstbiennale von Venedig rückt das Politische in den Mittelpunkt. Vor zwei Jahren stellte der Italiener Massimiliano Gioni noch Obsessionen und Traumbilder der Weltkunst aus. In diesem Jahr widmet sich der in Nigeria geborene Amerikaner Okwui Enwezor unter dem Motto „All The World`s Futures – Alle Zukünfte dieser Welt“ vorwiegend sozialen Problematiken: Armut und Unterdrückung, […]

VERLETZTE KÖRPER UND TRÜMMERLANDSCHAFTEN