Rom, Mitte Mai – Für einen Tag kann Rom lächeln. Vergessen die Löcher im Pflaster der Straßen der Kapitale und in den Kassen des Stadtkämmerers. Verdrängt das wild blühende Grün auf ungepflegten Freiflächen zwischen nicht abgeräumten Müll. Im Untergrund bei San Giovanni zeigt sich die Stadt innovativ, verkehrsfreundlich und der Kultur zugewandt. Die Eröffnung am 12.Mai des neuen Metro-Bahnhofs San Giovanni der Linie C (S.Giovanni – Pantano), der damit einen Knotenpunkt zur Linie A (Battistini – Anagnina) bildet, sollte zwar bereits im Herbst 2011 stattfinden, aber was sind schon ein paar Jährchen in einer Stadt, die in Ewigkeiten rechnet – und eine Ewigkeit wird man wohl auch warten müssen, bis die Metro C planmäßig bis zur Piazza Venezia (oder nur bis zum Colosseum?) weitergeführt werden kann. Vom Traumziel Piazzale Clodio (vorbei an Piazza Navona und San Pietro) ganz zu schweigen.
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Ein Gespräch mit Paolo Rumiz, der den Po von ersten Stromschnellen bis zur Mündung in die Adria auf dem Wasser abgefahren hat. In dem Buch „Die Seele des Flusses“ erzählt er von seiner abenteuerlichen Reise durch ein unbekanntes Italien. Mailand / Porto Tolle – Der längste Fluss Italiens ist der Po. Rund 650 Kilometer liegen zwischen seiner Quelle am Monviso in den piemontesischen Alpen und der Mündung in die Adria, wo er sich zwischen Porto Viro und Volano in sechs Arme und unzählige Kanäle verzweigt. Der Journalist und Buchautor Paolo Rumiz ist ihm zusammen mit einer kleinen Gruppe von Freunden von den Stromschnellen bei Staffarda an – 40 Kilometer unterhalb der Quelle – bis zum Meer auf dem Wasser gefolgt. In dem mit vielen Karten und Fotos liebevoll aufgemachten und einfühlsam übersetzen Buch „Die Seele des Flusses“ (Folio Verlag) erzählt Rumiz von einer Reise durch ein unbekanntes Italien.
„AUF JEDER INSEL FEUER MACHEN“
Die Landschaft als Protagonist : In Rovigo erzählt die Ausstellung „Cinema!“, wie das Po-Delta italienische Kinogeschichte geschrieben hat. Rovigo (Palazzo Roverella bis 1.7.2018) – Was haben Viscontis Film „Ossessione“ (1943), Antonionis „Il grido“ (1957) und Montaldos „L’Agnese va a morire“ (1976) gemeinsam? Diese Kinofilme wurden im Polesine, im Schwemmland des Po-Deltas gedreht. Wie viele, viele andere Produktionen auch. Die Ausstellung „Cinema!“, die im Palazzo Roverella zu sehen ist, geht von rund 500 (!) Spiel- und Dokumentarfilmen sowie TV-Serien aus, die hier entstanden sind. Mit dem Untertitel „Geschichten, Protagonisten, Landschaften“ werden Videoausschnitte, Fotos von Dreharbeiten, Szenenfotos, Plakate, Drehbücher, Kartenmaterial sowie andere Dokumente von den 1940er Jahren bis heute gezeigt. Der Kurator Alberto Barbera und seine Mitarbeiter haben einen faszinierender Parcours durch die italienische Filmgeschichte gesteckt, der zugleich die Geschichte einer Landschaft erzählt.
WO SICH HIMMEL UND ERDE BERÜHREN
Rovigo, Ende April – Es ist nicht leicht, sich der Provinzstadt (51.000 Einwohner) am südlichen Rand des Po-Deltas zwischen Etsch und Canal Bianco zu nähern. Eine wild gewachsene, gesichtslose Peripherie mit Kleinbetrieben, Lagerhallen und verstreuten Wohnsiedlungen hat sich um sie gelegt und verbinden sich mit der von Adria. Pulsierende Verkehrsstraßen durchschneiden das Schwemmland des Polesine und seine Wasserwege. Rosenzüchtungen, wie Ariost sie Rovigo in seinem Rasenden Roland andichtete, wird man heute kaum noch finden. Der regellosen Hektik entkommt man jedoch im hübschen Zentrum mit ehrwürdigen Palazzi und harmonischen Platzanlagen.
In Rovigo
Nach über 45 Jahre verwickelter Baugeschichte erhält die Mailänder Pinakothek Brera einen Palazzo für die Kunst der Moderne und der Gegenwart Mailand – Darauf haben die Mailänder lange, lange gewartet: Den restaurierten Palazzo Citterio, in dem die Kunstsammlungen mit Werken des 20. Jahrhunderts der staatlichen Pinakothek Brera sowie eine Reihe von Serviceeinrichtungen Platz finden sollen, konnte man jetzt besichtigen. 1972 hatte der Staat den damals heruntergekommenen Stadtpalast in der Via Brera 12 aus dem 18. Jahrhundert erworben. Gut 45 Jahre lang wurde mit drei verschiedenen Projekten an ihm gewerkelt, immer wieder mussten die Arbeiten aus unterschiedlichen Gründen unterbrochen werden, wobei auch fehlende Finanzierungen eine Rolle spielten. Nun sind sie endlich abgeschlossen.
