Vor dem G20 Gipfel in Italien und der COP26 in Schottland eine Tagung der Stiftungsplattform F20 in Mailand. Ein Gespräch mit Stefan Schurig, Secretary General Foundations Platform F20, über die Ziele der F20 und die Rolle der Stiftungen in den G20 Staaten Mailand: Ende September 2021 kam die internationale Stiftungsplattform F20 mit einem „Climate Solutions Forum“ nach Mailand, um im Vorfeld des G20-Gipfels in Italien aktuelle Probleme zu diskutieren und Leitgedanken zu formulieren. Die Plattform F20 wurde 2017 in Hamburg vor dem G20 Gipfel in Deutschland ins Leben gerufen. Als Mitinitiatorin der Stiftungsplattform F20 setzt sich die deutsche Stiftung Zukunfsfähigkeit mit Sitz in Bonn für gemeinsame Wege ein, um ermutigende und nachhaltige Transformationsprozesse einzuleiten.
Mailand
Der Historiker Saul Friedländer (Israel) wird mit dem Balzan Preis 2021 ausgezeichnet. Außerdem werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Italien, Frankreich und den USA prämiert Mailand – Der israelische Historiker Saul Friedländer erhält in diesem Jahr den Balzan Preis im Fachgebiet Holocaust- und Genozidforschung. Der 1932 in Prag geborene Friedländer (University of California, Los Angeles) wird, wie es in der Begründung heißt, für „die Schaffung einer historischen Erzählung“ ausgezeichnet, „welche das Unaussprechliche zum Ausdruck bringt, indem sie die wissenschaftliche Analyse mit den disruptiven Stimmen der Opfer, Täter und Zuschauer verflicht.“ Weitere Preisträger sind die italienische Physikerin Alessandra Buonanno (53), die am Albert-Einstein-Institut (Potsdam) unterrichtet zusammen mit dem französischen Physiker Thibault Damour (70) vom Institut des Hautes Études Scientifiques (Paris) im Fachbereich Gravitation: physikalische und astrophysikalische Aspekte. Der US-amerikanische Biologe Jeffrey Gordon (48) von der Washington University (Saint Louis) erhält den Balzan Preis für seine Forschungen im Fach Das Mikrobiom: seine Rolle in Gesundheit und Krankheit. Der Preis für Vorderasiatische Kunst und Archäologie wurde nicht vergeben.
HISTORISCHE ERZÄHLUNG
Dialog von Design und Kunst auf dem „Fuorisalone“ der Mailänder Möbelmesse – zum Beispiel das Wandgemälde „Be Water“ von Maurizio Cattelan in einem historischen Schwimmbad Mailand – Verschoben ist nicht aufgehoben: Die Mailänder Möbelmesse, die in diesem Jahr wegen der Pandemie von April auf September verlegt wurde, beweist kreativen Überlebenswillen. Nicht nur Fachbesucher, sondern Kulturtouristen aller Herren Länder zieht es gerade wieder in die lombardische Metropole. Besonders der Fuorisalone, die Veranstaltungen des Salone del Mobile im Mailänder Stadtbild, öffnet sich zu diesem ungewohnten Herbsttermin mehr denn je einem Dialog von Design und Kunst. Die meisten Installationen etwa in den Innenhöfen der staatlichen Universität oder im kleinen botanischen Garten hinter dem Palazzo Brera bleiben jedoch ephemer. Sie werden nach Abschluss der Designwoche (4. – 12.9.) und der anschließenden Artweek (13.-19.9. mit der Messe MiArt ) wieder aus dem Stadtbild verschwinden. Anders eine Arbeit von Maurizio Cattelan in der Piscina Cozzi, einem Hallenbad im Viertel Porta Venezia, die zumindest bis Ende 2022 allen Schwimmfreunden erhalten bleibt.
MANIFEST DES WOHLBEFINDENS
Mailand Ende Juni – Unter den Mailänder Metro-Bahnhöfen ist das die farbenprächtigste Station: Porta Venezia. Seit 2018 leuchten die Seitenwände im Bahnsteigbereich in den Regenbogenfarben, ein Symbol für die LGBT-Bewegung. Mailand ist nicht nur eine international geprägte Stadt und – mit allen Problematiken – Anlaufpunkt für Emigranten aus aller Welt, sondern hier schlägt auch des Herz der italienischen Gay-Pride-Bewegung. Das in vieler Hinsicht „open-mind“ geprägte Viertel um die Porta Venezia ist besonders auf dem Gebiet des ehemaligen Lazaretts mit Restaurants und Bars (etwa in der Via Lecco) zu ihrem Treffpunkt geworden – solidarisch erzählt auch im Dokumentarfilm „Porta(le) Venezia“ von Alberto Pattacini, der gerade in der Mailänder Kinemathek an der Piazza Oberdan gezeigt wird.
In Mailand (Stazione Porta Venezia)
13 Opern in der neuen Spielzeit, zehn Balletttitel, Preisnachlässe und digitale Aufrüstung – das Teatro alla Scala rüstet sich nach der Pandemiepause für die Zukunft Mailand – Neustart am Teatro alla Scala. Die Mailänder Oper versucht mit einem bunten – Kritiker reden auch von einem „zusammen gewürfelten“ – Programm, die Scherben der durch die Pandemie verursachten Zwangspause wieder zu einem Ganzen zu kitten. Intendant Dominique Meyer und der musikalische Direktor Riccardo Chailly präsentierten jetzt die Spielzeit 2021/22, die traditionell am 7. Dezember mit Verdis Macbeth (Dirigent Chailly/ Regie Livermore) mit u.a. Anna Netrebko und Luca Salsi eröffnet werden soll. Ihr vorgeschaltet ist eine Art Rossini-Festival in den Monaten September bis November (Il Turco in Italia, Il Barbiere di Siviglia, L’Italiana in Algeri) – der „leichte“ Rossini versteht sich. In der kommenden Spielzeit kommen 13 Opern zur Aufführung (davon neun Neuproduktionen) und zehn Ballett-Titel (fünf Neuproduktionen).
