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Umberto Boccionis Weg zum Futurismus – eine Ausstellung in Mailand Mailand (Palazzo Reale bis 10.Juli 2016) – Nichts sollte mehr so sein wie früher. Eine neue Kultur wollte Bewegung, Geschwindigkeit und Zeitabläufe in Poesie, Musik und bildende Kunst übertragen. Das war das Ziel der Futuristen am Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Im Jahr 1909 hatte der italienische Poet Filippo Tommaso Marinetti in einem „ersten futuristischen Manifest“ traditioneller, gegenständlicher Kultur eine Absage erteilt. Mit von diesen Ideen geprägten Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen beeinflusste Umberto Boccioni (1882 -1916) die europäische Kunst. Mailand widmet Boccioni, dem vielleicht bedeutendsten Vertreter dieser neuen Avantgarde, 100 Jahre nach seinem Tod eine umfassende Retrospektive im Palazzo Reale. Gezeigt werden 280 Exponate – Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Dokumente auch von Mitstreitern wie Giacomo Balla, Gino Severini, Carlo Carrà und anderen.

CHAOTISCH, UNORDENTLICH, GENIAL


Cremona, ein Tag vor Ostern 2016 – Sonnabends ist Markttag. Rund um den prächtigen Dom reihen sich die Stände mit Obst, Gemüse und allerlei Gebrauchswaren. Gegen Mittag ist Schluss, dann rollen die Putzkommandos an, und es gibt wieder Platz für die Radfahrer, die zur Stadt gehören wie der an ihrem südlichen Rand geruhsam vorbeifließende Po. Am Nachmittag spaziert oder radelt man auf den Vordeichen bis zum Dorf Bosco und wieder zurück. Bei Bosco zieht sich ein Naturpark um den Bach Morbasco bis hin zum Fluss, wo die Leute sich im Sommer am sandigen Ufer sonnen und ganz Mutige ins Wasser springen.

In Cremona



Ein Besuch bei Dario Fo, der seinen 90. Geburtstag feiert Mailand – Dario Fo sitzt in seinem Arbeitszimmer an einem langen Holztisch, der mindestens so alt ist wie sein 90jähriger Besitzer. Er trägt einen fleckigen Arbeitskittel, für den er sich entschuldigt. Seine Finger, mit der er ein Blatt im A3 Format hält, auf dem er sich mit großen, etwas unsicheren Lettern Notizen gemacht hat, sind voller Farbspritzer. Im Raum nebenan, dem Salon der Mailänder Wohnung unweit der Porta Romana, stapeln sich Leinwände wie in einer Künstlerwerkstatt. Sie sind gegeneinander gelehnt, bedecken das Sofa, reihen sich vor Beistelltischen voller Erinnerungsstücken, Masken und Teller mit Nüssen. Zeichnungen und großformatige Gemälde bedecken auch die Wände. Gemälde nach Motiven klassischer Meister, Theater- oder Tanzszenen, Porträts oder farbenprächtige Illustrationen zu jüngsten Erzählungen.

„WIR WAREN NICHT ALLEIN“


Musiker und Wissenschaftler fordern die Öffnung der Archive von Verdi und Puccini, während der Abbado-Nachlass nach Berlin emigriert Mailand – Gebt Zugang zu den privaten Archiven von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini! Das fordern rund 50 Musiker und Intellektuelle aus Italien und dem Ausland in einem offenen Brief an Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Kulturminister Dario Franceschini. In dem Brief, den das Mailänder Fachmagazin Classic Voice in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht hat, wird der unhaltbare Zustand beklagt, dass wichtige Dokumente der Musikgeschichte nicht einmal der wissenschaftlichen Forschung zugänglich sind. Die Papiere befinden sich zwar in Privatbesitz, aber, so der Aufruf, bestehe „ein öffentliches Interesse“ an ihnen. Zu den Unterzeichnern gehören die Dirigenten Antonio Pappano, Daniel Barenboim oder Riccardo Chailly, der Pianist Maurizio Pollini, der Sänger Placido Domingo aber auch Intellektuelle wie der Schriftsteller Claudio Magris oder der Philosoph Massimo Cacciari sowie Direktoren der Scala, des Royal Opera House, der Staatsoper Berlin oder der Staatskapelle Dresden.

EIN GEHEIMNISVOLLER „RE LEAR“



Ausstellungen über Luca Ronconi an der Scala und am Piccolo Mailand – Vor einem Jahr, am 21. Februar 2015, starb Luca Ronconi kurz vor seinem 82 Geburtstag. Das Teatro alla Scala und das Piccolo Teatro erinnern jetzt mit mehreren Veranstaltungen an den bedeutenden Theater- und Opernregisseur. Dazu gehören eine Ausstellung in den Scala-Werkstätten, die im ehemaligen Industriekomplex Ansaldo untergebracht sind, sowie eine multimediale Installation im neuen Ausstellungsbereich „RovelloDue“ im Teatro Grasso, dem traditionellen Sitz des Piccolo.

EIN TRAUM VON UNENDLICHKEIT