Aldo Manuzio und die Renaissance – eine faszinierende Ausstellung in Venedig Venedig (Galleria dell’Accademia bis 19.Juni) – Aldo Manuzio, 1449 in der Nähe von Rom geboren, hatte in Rom und Ferrara studiert und sich mit neuen Ideen zum Griechischunterricht einen Namen gemacht. In Venedig sorgte er sich vom Ende des Jahrhunderts an bis zu seinem Tod 1515 als Verleger um die Verbreitung der humanistischen Kultur. Dafür entwickelte er eine neue, handliche Form von Büchern, mit denen die Literatur der griechischen und römischen Antike auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde. Was wiederum das kulturelle Klima in Venedig nachhaltig beeinflusste. Wie in diesem Wechselspiel Künstler mit bislang neuen Bildmotiven reagierten, zeigt die Ausstellung „Aldo Manuzio – die Renaissance von Venedig“.
Ausstellungen
Umberto Boccionis Weg zum Futurismus – eine Ausstellung in Mailand Mailand (Palazzo Reale bis 10.Juli 2016) – Nichts sollte mehr so sein wie früher. Eine neue Kultur wollte Bewegung, Geschwindigkeit und Zeitabläufe in Poesie, Musik und bildende Kunst übertragen. Das war das Ziel der Futuristen am Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Im Jahr 1909 hatte der italienische Poet Filippo Tommaso Marinetti in einem „ersten futuristischen Manifest“ traditioneller, gegenständlicher Kultur eine Absage erteilt. Mit von diesen Ideen geprägten Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen beeinflusste Umberto Boccioni (1882 -1916) die europäische Kunst. Mailand widmet Boccioni, dem vielleicht bedeutendsten Vertreter dieser neuen Avantgarde, 100 Jahre nach seinem Tod eine umfassende Retrospektive im Palazzo Reale. Gezeigt werden 280 Exponate – Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Dokumente auch von Mitstreitern wie Giacomo Balla, Gino Severini, Carlo Carrà und anderen.
CHAOTISCH, UNORDENTLICH, GENIAL
Ausstellungen über Luca Ronconi an der Scala und am Piccolo Mailand – Vor einem Jahr, am 21. Februar 2015, starb Luca Ronconi kurz vor seinem 82 Geburtstag. Das Teatro alla Scala und das Piccolo Teatro erinnern jetzt mit mehreren Veranstaltungen an den bedeutenden Theater- und Opernregisseur. Dazu gehören eine Ausstellung in den Scala-Werkstätten, die im ehemaligen Industriekomplex Ansaldo untergebracht sind, sowie eine multimediale Installation im neuen Ausstellungsbereich „RovelloDue“ im Teatro Grasso, dem traditionellen Sitz des Piccolo.
EIN TRAUM VON UNENDLICHKEIT
Francesco Vezzoli als Künstler und Kurator im Museion von Bozen Bozen (Museion bis 16.5.) – Dass Kunst dem Künstler Spaß machen kann, ist gerade den Werken von Gegenwartskunst oft nicht anzusehen. Anders bei Francesco Vezzoli (geboren 1971 in Brescia, lebt in Mailand). Mit seinen ironischen Arbeiten amüsiert er die internationale Kunstwelt, und hält ihr zugleich einen Spiegel vor. Man denke nur an sein Video „Trailer für ein Remake von Gore Vidal’s Caligula“ (2005). Oder die futuristischen Skulptur „Forme uniche“ von Umberto Boccioni, der er Stöckelschuhe verpasste (2012). Im Museion von Bozen tritt Vezzoli gleich zweimal auf. Als Künstler und als Kurator. Museumschefin Letizia Ragaglia hat eine Ausstellung seiner Statuen (19 Arbeiten aus den Jahren 2011 bis heute) kuratiert. Er selbst interpretiert 27 Werke der festen Sammlung des Museion.
IM RAHMEN DER ANDEREN
Andreas Löhrer über Nanni Balestrinis Rückkehr nach Berlin Vor gut 25 Jahren habe ich Nanni Balestrinis Roman Der Verleger über Giangiacomo Feltrinelli übersetzt. Es war meine erste Belletristik-Übersetzung. Ich fuhr nach Paris, um Balestrini zu treffen und ein Jahr später, nach Erscheinen des Romans auf Deutsch, kam er auch zu einer Lesung nach Hamburg. Ich kannte schon seine Romane Wir wollen alles und Die Unsichtbaren, die die politischen Bewegungen in Italien schilderten. Dass Balestrinis Werk viel umfassender ist, wurde mir erst nach und nach klar. 1990 stellte er z.B. bei der Biennale in Venedig seine grafischen Werke aus.
