Archiv für den Tag: Dezember 16, 2013


Giorgio Fontanas kleiner Bildungsroman „Im Namen der Gerechtigkeit“ Mailand. Es geht um Recht und Gesetz und um die Möglichkeit, sich mit damit der Gerechtigkeit anzunähern. In einem Vorort von Mailand kommt es zu einer Schießerei. Eine zufällig beteiligte Frau wird dabei schwer verletzt. Beim Prozess weist der Hauptangeklagte, ein bislang unbescholtender Einwanderer aus Tunesien, alle Schuld von sich. Doch Indizien und Aussagen von Beobachtern der Tat sprechen gegen ihn. Der Mann wird unter dem Beifall der populistischen Presse verurteilt. Vor der Berufung recherchiert eine junge Journalistin die Hintergründe und entdeckt ein anderes Szenarium. Sie versucht, den Staatsanwalt am Berufungsgericht von der Unschuld eines Angeklagten zu überzeugen, der inzwischen jede Aussage verweigert. Eine Zeuge aus dem Einwanderermilieu, der seine Unschuld bestätigen könnte, wird getötet. Langsam gewachsene Zweifel Der Roman von Giorgio Fontana „Im Namen der Gerechtigkeit“, den Karin Krieger elegant übersetzt hat, benutzt viele Krimi-Elemente. Aber es ist mehr ein Spiel mit dem Genre. Denn im Mittelpunkt steht nicht ein Fall und seine juristische Aufklärung, sondern die Person des Staatsanwaltes. Für den 65jährigen Roberto Doni geht es um einen letzten Karriereschritt auf dem Weg zu seiner Pensionierung. Doch bricht er, angetrieben durch die Hartnäckigkeit der Journalistin Elena, aus der Routine eines […]

SCHAUPLATZ MAILAND


Sardinien und der kulturelle Aufbruch der Regionalhauptstadt Cagliari Cagliari (16.12.2013) – Die Altstadt von Cagliari liegt innerhalb historischer Befestigungsanlagen auf einem felsigen Hügel am Golfo degli Angeli im Süden von Sardinien, der zweitgrößten Insel des Mittelmeers. Zu Füßen des Hügels dehnen sich nach Osten wie nach Westen Lagunen aus, in denen früher Salz gewonnen wurde und heute Flamingos brüten. Vom Hafen zieht sich die Marina, eine ehemalige Fischersiedlung, zum Kastell und zur Oberstadt hoch. Reisende, die sich einst Cagliari vom Meer her näherten, sahen wie D.H. Lawrence „eine nackte Stadt, die sich steil und vergoldet aus der Fläche inmitten der gestaltlosen, tiefen Bucht aufreckt.“ Der Engländer, der Sardinien zusammen mit seiner deutschen Frau Frieda von Richthofen kurz nach dem ersten Weltkrieg bereiste, empfand die Hauptstadt der Insel „fremdartig, fast schön, überhaupt nicht italienisch.“ Ein Ort „verloren zwischen Europa und Afrika, keinem zugehörig.“ Sein Buch „Das Meer und Sardinien“, das nach dieser Reise entstand, prägte lange Zeit das Sardinienbild der europäischen Öffentlichkeit. Das war eine Reise in ein mittelalterlich anmutendes Leben, „das in sich ruht und kein Interesse an der Welt draußen hat.“ Als im Hinterland die Zeit stehen blieb Cagliari hat dabei immer eine Sonderolle gespielt, weil die Eroberer vom […]

DIE GRÜNE STADT AM MEER