Balzan Preis


Ein Gespräch mit Jürgen Osterhammel, Träger des Balzan Preises 2018 für Globalgeschichte, über nationale und nationalistische Geschichte, die Angst vor dem Globalen, die Rolle des Historikers heute und Fragen seines Faches. Rom/Mailand – Jürgen Osterhammel, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Konstanz (Emeritus seit April 2018), ist als Mitglied einer Reihe von wissenschaftlichen Akademien in Deutschland sowie Italien, Österreich und Großbritannien international vernetzt. Er ist Träger des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste sowie Ehrendoktor des European University Institute EUI (Florenz). Der 66jährige Historiker wurde jetzt mit dem Balzan Preis 2018 „für seine grundlegenden Beiträge zur Globalgeschichte und zu ihrer Definition als eigene Teildisziplin“ – wie es in der Begründung der Internationalen Balzan Stiftung (Mailand/Zürich) heißt – ausgezeichnet. Neben anderem lobte die Jury seinen „eleganten und faszinierenden Schreibstil“.

DER HISTORIKER IN DER GLOBALEN GEGENWART


Die Balzanpreise 2018 gehen u.a. an Jürgen Osterhammel, Detlef Lohse und an die Stiftung Terre des Hommes. Die Verleihung findet im November in Rom statt. Mailand – Der Historiker Jürgen Osterhammel, Professor Emeritus für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz, gehört zu den Trägern des Balzan Preises 2018. Wie in Mailand am Sitz der Balzan Stiftung bekannt gegeben wurde, wird Osterhammel im Fachgebiet Globalgeschichte ausgezeichnet.  Zu den Preisträgern gehört auch der Hamburger Physiker Detlef Lohse (geb. 1963), der an der niederländischen Universität Twente unterrichtet. Er wird im Fachgebiet Fluiddynamik prämiert. Weitere Preise gehen an zwei Wissenschaftlerinnen aus Großbritannien (Marilyn Strathern für Sozialanthropologie) und Ungarn (Eva Kondorosi für Chemische Ökologie).

AUSGEZEICHNET



Die Anglistin Aleida Assmann und ihr Ehemann, der Ägyptologe Jan Assmann, haben zusammen das Konzept des „kulturellen Gedächtnisses“ entwickelt. Dafür wurden sie jetzt mit dem Balzan Preis 2017 ausgezeichnet. Ein Gespräch mit Ihnen über die langen Wellen der Erinnerungskulturen vom alten Ägypten bis zur aktuellen Gegenwart. Mailand/Bern  – Aleida Assmann und Jan Assmann sind ein außergewöhnliches Ehepaar. Als Wissenschaftler pflegen sie extrem entgegen gesetzte Fachrichtungen. Sie, geboren 1947, hat sich als Anglistin und Literaturwissenschaftlerin einen Namen gemacht und mit Gegenwartsfragen beschäftigt. Er, geboren 1938, ist einer der bekanntesten deutschen Ägyptologen und Religionswissenschaftler. In Bern wurde ihnen jetzt der Balzan Preis überreicht. In einem Gespräch, das den breiten Bildungs- und Interessenshorizont der beiden Wissenschaftler nur andeutungsweise sichtbar werden lässt, geht es um Moses und Thomas Mann, um afrikanische Greise, die Rolle der Medien oder die Folgen der anhaltenden Migrationsbewegungen für die Erinnerungskultur in unseren Städten

AM BRUNNEN DER VERGANGENHEIT


Balzan Preis an den Neurowissenschaftler Reinhard Jahn aus Göttingen Mailand – Der deutsche Neurobiologe Reinhard Jahn vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird mit dem Balzan-Preis 2016 im Fach „Molekulare und zellulare Neurowissenschaften“ ausgezeichnet. Der 66jährige Wissenschaftler, der aus Leverkusen stammt, wird für seine wegweisenden Untersuchungen bei der Signalübertragungen im Nervensystem geehrt. Der Balzanpreis ist mit je 750.000 Schweizer Franken – das sind rund 685.000 Euro – nach dem Nobel einer der höchst dotierten Wissenschaftspreise. Die Hälfte der Preissumme soll zur Finanzierung von Forschungsprojekten mit jungen Wissenschaftlern verwendet werden. Der Preis der internationalen Stiftung, die ihren Sitz in Zürich wie in Mailand hat, wird in jährlich wechselnden Fachgebieten verliehen, wobei jeweils zwei aus den Bereichen der Geistes- und zwei aus denen der Naturwissenschaften kommen.

WIE NERVEN KOMMUNIZIEREN



Ein Gespräch mit Balzanpreisträger Hans Belting über die Rolle von Kunstgeschichte, die Bilderwelt und den Wissenschaftsbetrieb Bern/Mailand – Der deutsche Kunst- und Medienwissenschaftler Hans Belting ist einer von vier Preisträgern, die in diesem Jahr mit dem Premio Balzan ausgezeichnet wurden. Der äußerst umtriebige emeritierte Professor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe hat mit vielen Veröffentlichungen die internationale Debatte über Fragen der Kunst- und Medientheorie angestoßen und bereichert – aber auch für Widerspruch gesorgt. Dazu gehören Arbeiten wie „Das Ende der Kunstgeschichte“(1983/1995), die Fortschreibung unter dem Titel „Art History after Modernism“ (2003), „Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst“ (1990/2011), der Essayband „Bild-Anthropologie“ (2001/2004) oder zuletzt „Faces. Eine Geschichte des Gesichts“ (2013). Am Rande der Preisübergabe in Bern gab es Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem 80jährigen Wissenschaftler.

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