Landschaft


Wie der deutsche Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Andreas Kipar von Mailand aus grünes Credo umsetzt. Jetzt wurde sein internationales Studio LAND mit einer Sonderauszeichnung des deutsch-italienischen Wirtschaftspreies Mercurio 2018 geehrt Mailand – „Das war bewegend.“ Andreas Kipar, der Gründer des Mailänder Architekturbüros LAND, zeigt auf seinem Smartphone das Video, das er morgens um 5.30 Uhr auf dem Karstgipfel San Michele bei Gorizia aufgenommen hat. Zwei Trompeter, ein Österreicher und ein Italiener, spielten den militärischen Trauergruß „il Silenzio“. Am 29. Juni 1916 hatten hier österreichische Truppen bei einem Morgenangriff zum ersten Mal in großem Stil Giftgas gegen Stellungen der Italiener eingesetzt. Mehrere Tausend Soldaten ersticken, darunter auch viele Österreicher, denn der Wind hatte sich während des Angriffs gedreht und das Gas blies dann den K&K-Truppen selbst ins Gesicht.

„DU MUSST MAL RAUS!“


Der deutsch-italienische Wirtschaftspreis ging 2018 unter anderem an Enel Green Power und das Mailänder Architekturstudio LAND Mailand/Düsseldorf – Der deutsch-italienische Wirtschaftspreis Premio Mercurio wurde in diesem Jahr an das Energieunternehmen Enel Green Power (Rom, Berlin) „für Know-how-Austausch zum Übergang zur erneuerbaren Energie in Europa“ verliehen. Mit Sonderauszeichnungen wurden geehrt das Architekturbüro LAND (Mailand, Düsseldorf, Lugano) „für die deutsch-italienische Kooperation im Bereich Umwelt/grüne Stadt“, das Unternehmen Bracco Imaging (Mailand, Konstanz) „für deutsch-italienische Kooperation in F&E im Bereich Medizintechnik“, sowie die Hochschule für Musik und Tanz Köln „für interkulturelles Engagement Italien-Deutschland“. Die Preisverleihung fand am 5.Juli in Düsseldorf statt.

PERMIO MERCURIO



Treviso, Anfang Juni – Venetien ist eine wasserreiche Region, aber wenige Städte im Nordosten Italiens werden von so vielen Bachläufen und Kanälen durchquert wie Treviso. Das ist eine Folge einiger Karstquellen, die hier kräftig sprudeln und ihre Wasser in immer neue Arme („cagnani“) verzweigen. Hinzu kommt noch der Sile-Fluss, den es dann zum Meer zieht, wo er bei Jesolo in die Adria mündet. So begleitet eine Grundmelodie, ein stetes Rauschen, Glucksen und Sprudeln von Wassern das Leben der rund 85.000 Einwohnern dieser sympathischen Stadt, denen eine gewisse Lebenslust nachgesagt wird. An Lebenswert hat jedenfalls die Innenstadt in den vergangenen Jahren gewonnen- kulturell wie urban.

In Treviso


Ein Gespräch mit Paolo Rumiz, der den Po von ersten Stromschnellen bis zur Mündung in die Adria auf dem Wasser abgefahren hat. In dem Buch „Die Seele des Flusses“ erzählt er von seiner abenteuerlichen Reise durch ein unbekanntes Italien. Mailand / Porto Tolle – Der längste Fluss Italiens ist der Po. Rund 650 Kilometer liegen zwischen seiner Quelle am Monviso in den piemontesischen Alpen und der Mündung in die Adria, wo er sich zwischen Porto Viro und Volano in sechs Arme und unzählige Kanäle verzweigt. Der Journalist und Buchautor Paolo Rumiz ist ihm zusammen mit einer kleinen Gruppe von Freunden von den Stromschnellen bei Staffarda an – 40 Kilometer unterhalb der Quelle – bis zum Meer auf dem Wasser gefolgt. In dem mit vielen Karten und Fotos liebevoll aufgemachten und einfühlsam übersetzen Buch „Die Seele des Flusses“ (Folio Verlag) erzählt Rumiz von einer Reise durch ein unbekanntes Italien.

„AUF JEDER INSEL FEUER MACHEN“



Die Landschaft als Protagonist : In Rovigo erzählt die Ausstellung „Cinema!“, wie das Po-Delta italienische Kinogeschichte geschrieben hat.   Rovigo (Palazzo Roverella bis 1.7.2018) – Was haben Viscontis Film „Ossessione“ (1943), Antonionis „Il grido“ (1957) und Montaldos „L’Agnese va a morire“ (1976) gemeinsam? Diese Kinofilme wurden im Polesine, im Schwemmland des Po-Deltas gedreht. Wie viele, viele andere Produktionen auch. Die Ausstellung „Cinema!“, die im Palazzo Roverella  zu sehen ist, geht von rund 500 (!) Spiel- und Dokumentarfilmen sowie TV-Serien aus, die hier entstanden sind. Mit dem Untertitel „Geschichten, Protagonisten, Landschaften“ werden Videoausschnitte, Fotos von Dreharbeiten, Szenenfotos, Plakate, Drehbücher, Kartenmaterial sowie andere Dokumente von den 1940er Jahren bis heute gezeigt. Der Kurator Alberto Barbera und seine Mitarbeiter haben einen faszinierender Parcours durch die italienische Filmgeschichte gesteckt, der zugleich die Geschichte einer Landschaft erzählt.

WO SICH HIMMEL UND ERDE BERÜHREN