Landschaft


Mario Martone erzählt in einer Art Bildungsroman von der Ziegenhirtin Lucia und beschreibt die Faszination (und das Scheitern) alternativer Lebensformen Mailand (Cinema Anteo) – Eine Gruppe von Aussteigern aus verschiedenen europäischen Ländern suchen auf Capri in den Jahren vor Ausbruch des ersten Weltkrieges ein Refugium. Sie möchten abgeschieden vom bewohnten Teil der Insel in der Natur und mit Mitteln der Musik und des Tanzes neue Formen des Zusammenlebens ausprobieren. Für Lucia, eine zwanzigjährige Ziegenhirtin und Analphabetin, bedeutet dagegen Natur Arbeit um zu überleben. Sie fühlt sich von der Gruppe und besonders von ihrem Anführer, dem Maler Seybu, angezogen. Lucia bricht mit ihrer Familie und schließt sich der Gruppe an, wo sie Lesen, Schreiben und Englisch lernt.

im Kino: Capri-Revolution


Cassino im Dezember – Nieselregen empfängt den Reisenden, der am frühen Vormittag aus dem Bahnhof tritt. Die Abtei Montecassino thront hoch oben auf der Hügelkuppe im Dunst. Ein Kleinbus wartet am Bahnhofsplatz auf Studenten und Professoren, um sie zu den Einrichtungen der in der Kleinstadt 1979 gegründeten staatlichen Universität des südlichen Latiums (fünf Fakultäten, 8000 Studierende) zu bringen. Der Kiosk zur Information von Touristen ist verriegelt. Möglich, dass auch Sehenswürdigkeiten aus der Antike wie die Ruinen des römischen Theaters oder die das Amphitheaters so kurz vor Weihnachten nicht zu besichtigen sind.

In Cassino



Gianni Zanasi erzählt eine Parabel über den Konflikt zwischen Vernunft und Irrationalität mit der glänzend aufgelegten Alba Rohrwacher Milano (Cinema Anteo) – Troppa grazia („Zuviel Gnade“, oder: „Zuviel des Guten“) ist ein Film passend zur Advents- und Weihnachtszeit. Lucia (Alba Rohrwacher), eine Vermessungstechnikerin, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Sie hat sich von ihrem Partner Arturo (Elio Germano) getrennt und lebt mit der Tochter Rosa (Rosa Vannucci) im ländlichen Raum Mittelitaliens. Sie bekommt von einem lokalen Unternehmer (Giuseppe Battiston) den Auftrag die Kartierung für ein großes Imobilienprojekt mitten in bislang unberührter Landschaft zu erstellen. Bei den Arbeiten erscheint ihr die Madonna (Hadas Yaron). Lucia soll „den Menschen“ die Botschaft überbringen statt des geplanten Projektes dort eine Kirche zu errichten.

im Kino: Troppa grazia


Wie der deutsche Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Andreas Kipar von Mailand aus grünes Credo umsetzt. Jetzt wurde sein internationales Studio LAND mit einer Sonderauszeichnung des deutsch-italienischen Wirtschaftspreies Mercurio 2018 geehrt Mailand – „Das war bewegend.“ Andreas Kipar, der Gründer des Mailänder Architekturbüros LAND, zeigt auf seinem Smartphone das Video, das er morgens um 5.30 Uhr auf dem Karstgipfel San Michele bei Gorizia aufgenommen hat. Zwei Trompeter, ein Österreicher und ein Italiener, spielten den militärischen Trauergruß „il Silenzio“. Am 29. Juni 1916 hatten hier österreichische Truppen bei einem Morgenangriff zum ersten Mal in großem Stil Giftgas gegen Stellungen der Italiener eingesetzt. Mehrere Tausend Soldaten ersticken, darunter auch viele Österreicher, denn der Wind hatte sich während des Angriffs gedreht und das Gas blies dann den K&K-Truppen selbst ins Gesicht.

„DU MUSST MAL RAUS!“



Der deutsch-italienische Wirtschaftspreis ging 2018 unter anderem an Enel Green Power und das Mailänder Architekturstudio LAND Mailand/Düsseldorf – Der deutsch-italienische Wirtschaftspreis Premio Mercurio wurde in diesem Jahr an das Energieunternehmen Enel Green Power (Rom, Berlin) „für Know-how-Austausch zum Übergang zur erneuerbaren Energie in Europa“ verliehen. Mit Sonderauszeichnungen wurden geehrt das Architekturbüro LAND (Mailand, Düsseldorf, Lugano) „für die deutsch-italienische Kooperation im Bereich Umwelt/grüne Stadt“, das Unternehmen Bracco Imaging (Mailand, Konstanz) „für deutsch-italienische Kooperation in F&E im Bereich Medizintechnik“, sowie die Hochschule für Musik und Tanz Köln „für interkulturelles Engagement Italien-Deutschland“. Die Preisverleihung fand am 5.Juli in Düsseldorf statt.

PERMIO MERCURIO