Landschaft


Paolo Rumiz und seine Wanderung über die Via Appia von Rom nach Brindisi zwischen antiken Ruinen, Olivenbäumen und hupenden Lastwagen. Eine Begegnung mit dem Autor zur deutschen Veröffentlichung seines Buches über eine abenteuerliche Fußreise. Itri/Mailand – Die alte Via Appia zeigt südlich von Rom auf der Strecke zwischen Fondi und Itri ein ehrwürdiges Pflaster mit glatten, an den Rändern rund geschliffenen Steinen. Schwarzbraune Steine vulkanischen Ursprungs: „Hier haben die Bourbonen im 18. Jahrhundert die Straße erneuert“, erklärt Paolo Rumiz. Man kann sich unterwegs auf der antiken Römerstraße kaum einen besseren Begleiter als den heute 71jährigen Journalisten und Publizisten aus Triest wünschen.

ALS REBELL UNTERWEGS


Ein Maler und seine Leidenschaft – Die sizilianischen Meerstudien von Piero Guccione im Museo d’arte Mendrisio Mendrisio (Museo d’arte bis 30.6.) – Der Ort Scicli liegt an der südöstlichen Spitze Sizilien, wo die größte Insel Italiens bei der Punta Corvo über das Mediterraneo nach Afrika weist. Hier kam 1935 Piero Guccione auf die Welt. Das Meer mit all seinen Variationen wurde dem Maler zur ästhetischen Leidenschaft: „Mich fasziniert der absolute Stillstand des Meeres, das jedoch unentwegt in Bewegung bleibt.“ Das Museo d’arte Mendrisio (Tessin) zeigt jetzt das Spätwerk von Piero Guccione, der 2018 im Alter von 83 Jahren in Modica starb. Unter dem Titel La pittura come il mare („Malerei wie das Meer“) sind 56 Arbeiten vorwiegend in Öl- aber auch in Pastell-Technik zu sehen.

AZURBLAUE UNENDLICHKEIT



Montecassino (2): Mittelalterliche Einrichtungen der Benediktiner in Italien möchten in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen werden. Ein Gespräch mit dem Kunsthistoriker Ruggero Longo Montecassino/Mailand – Das Stammkloster der Benediktiner auf dem Monte Cassino spielt eine zentrale Rolle bei einer Initiative, die sich für die Aufnahme der Kulturlandschaft der mittelalterlichen Benediktinersitze Italiens in die Unesco-Liste des Welterbes einsetzt. Die erste Hürde ist genommen und die Kandidatur anerkannt. Es geht um acht Niederlassungen der Benediktiner in Italien. Neben der Abtei Montecassino (Region Latium) und den Klostern in Subiaco (ebenso im Latium), die noch von Benedikt selbst gegründet wurden, gehören dazu unter anderen auch die Abtei San Pietro al Monte (Lombardei) oder die Sacra di San Michele (Piemont) – hier zur vollständigen Liste. Das endgültige Bewerbungsdossier steht kurz vor dem Abschluss. Mit einer Entscheidung kann man ab 2020 rechnen.

DER FRIEDEN DER MÖNCHE


Reiseführer, Essay und Lesebuch zugleich – Dieter Richter hat mit „Die Insel Capri“ ein wundervolles Porträt der Perle im Golf von Neapel geschrieben Mailand/Capri – Insel für Einsiedler, Wunder der Welt oder wie bereits von Rilke beklagt als „Fremdencapri“ vom Tourismus überschwemmt? Capri, schreibt Dieter Richter sei heute „Ort und Un-Ort zugleich“. Es scheint als schwimme die Insel in einem Meer von „unterschiedlichen Sehnsüchten, Werbestrategien und Phantasien“. Das hat viele mit Geschichte und sehr viel mit touristischer Vermarktung zu tun. Aber eben auch mit der einzigartigen Lage im Golf von Neapel. Capri liegt vom blauen Meer umschlungen, auf das von unzähligen Aussichtspunkten immer wieder der Blick fällt. Im Inneren zeigt Capri verwirrend viele Gesichter. Denn, so Richter, es gebe keine Insel, „in die eine derartige Fülle historischer und kultureller Zeichen eingeschrieben ist.“

VOM BLAUEN MEER UMSCHLUNGEN



Mario Martone erzählt in einer Art Bildungsroman von der Ziegenhirtin Lucia und beschreibt die Faszination (und das Scheitern) alternativer Lebensformen Mailand (Cinema Anteo) – Eine Gruppe von Aussteigern aus verschiedenen europäischen Ländern suchen auf Capri in den Jahren vor Ausbruch des ersten Weltkrieges ein Refugium. Sie möchten abgeschieden vom bewohnten Teil der Insel in der Natur und mit Mitteln der Musik und des Tanzes neue Formen des Zusammenlebens ausprobieren. Für Lucia, eine zwanzigjährige Ziegenhirtin und Analphabetin, bedeutet dagegen Natur Arbeit um zu überleben. Sie fühlt sich von der Gruppe und besonders von ihrem Anführer, dem Maler Seybu, angezogen. Lucia bricht mit ihrer Familie und schließt sich der Gruppe an, wo sie Lesen, Schreiben und Englisch lernt.

im Kino: Capri-Revolution