Literatur


Ein Gespräch mit Paolo Rumiz, der den Po von ersten Stromschnellen bis zur Mündung in die Adria auf dem Wasser abgefahren hat. In dem Buch „Die Seele des Flusses“ erzählt er von seiner abenteuerlichen Reise durch ein unbekanntes Italien. Mailand / Porto Tolle – Der längste Fluss Italiens ist der Po. Rund 650 Kilometer liegen zwischen seiner Quelle am Monviso in den piemontesischen Alpen und der Mündung in die Adria, wo er sich zwischen Porto Viro und Volano in sechs Arme und unzählige Kanäle verzweigt. Der Journalist und Buchautor Paolo Rumiz ist ihm zusammen mit einer kleinen Gruppe von Freunden von den Stromschnellen bei Staffarda an – 40 Kilometer unterhalb der Quelle – bis zum Meer auf dem Wasser gefolgt. In dem mit vielen Karten und Fotos liebevoll aufgemachten und einfühlsam übersetzen Buch „Die Seele es Flusses“ (Folio Verlag) erzählt Rumiz von einer Reise durch ein unbekanntes Italien.

„AUF JEDER INSEL FEUER MACHEN“


Annette Seemann erzählt das rastlose Leben der Mäzenin und Sammlerin Peggy Guggenheim, die vor 120 Jahren geboren wurde. Mailand – Sie war vermögend, unternehmenslustig und fürchte nichts auf der Welt wie die Langweile. Peggy (Marguerite) Guggenheim, Erbin einer der reichsten Familien der Vereinigten Staaten, floh die bigotte Enge der amerikanischen Oberschicht und stürzte sich in New York wie Paris, in England wie in Italien in ein abenteuerliches Leben. Ein Leben an der Seite von Intellektuellen und Künstlern, die sie finanziell unterstützte und von Samuel Beckett bis Max Ernst nicht selten mit ihrer Liebe verfolgte. 1898, vor 120 Jahren also, wurde sie in New York geboren. Im Alter von 81 Jahren starb sie 1979 unweit von Venedig, wo sie zusammen mit ihrer großartigen Kunstsammlung ein Zuhause gefunden hatte. Eine kleine Biographie von Annette Seemann lässt uns ihre Spuren verfolgen.

MIT VIEL SCHWUNG



Adriano Sofri, Franz Kafka und die Straßenbahn – ein Essay über Varianten bei der in viele Sprachen übersetzten Erzählung „Die Verwandlung“ entpuppt sich als philologischer Kriminalroman Mailand – Kann ein Übersetzer Straßenlampen mit Straßenbahnen verwechseln? Der italienische Journalist und Essayist Adriano Sofri fand diesen merkwürdigen Fehlgriff in einer zweisprachigen Ausgabe (Rizzoli 2001) der berühmten Kafka-Erzählung Die Verwandlung. Am Anfang des zweiten Teils las er im italienischen Text, dass die Lichtreflexe der tranvia elettrica hier und da die Zimmerdecke befleckten, während es dort, wo der zum Ungeziefer verwandelte Gregor lag, dunkel blieb. Auf der gegenüber liegenden Seite war der deutsche Originaltext abgedruckt: „Der Schein der elektrischen Straßenlampen lag bleich hier und da auf der Zimmerdecke…“

METAMORPHOSEN DES LICHTS


Ein neues Casanova-Museum in Venedig setzt ganz auf virtuelle Realität. Der Besucher soll sich selbst als Abenteurer und Freigeist im 18. Jahrhundert erfahren. Und als Libertin. Venedig – Wer und was war Casanova – Schürzenjäger oder Freigeist? Ein frecher Hochstapler oder ein belesener Intellektueller, ein abgekochter Spion oder doch ein sprachgewandter Diplomat? In vielen Rollen taucht dieser Giacomo Girolamo Casanova auf, der 1725 in Venedig als Sohn einer Schauspielerin und eines Schauspielers geboren wurde. Und 1798 im Alter von 73 Jahren auf Schloss Dux in Böhmen starb. In Venedig eröffnete jetzt ein Casanova-Museum, das sich vorgenommen hat, seiner ganzen Persönlichkeit gerecht zu werden.

CASANOVA AUCH ICH



  Carlo Bonini: ACAB-All cops are bastards. Thriller. Ü: Karin Fleischanderl. Folio Verlag Wien/Bozen (2018). 192 Seiten, 18 € Marco Bolzano: Das Leben wartet nicht. Ü: Maja Pflug. Diogenes Verlag, Zürich (2017), als Tabu (2018) 300 Seiten, 12 € Massimo Carlotto: Der Tourist. Thriller. Ü: Monika Lustig und Cathrine Hornung. Folio Verlag Wien/Bozen (2017). 250 Seiten, 20 € Esther Kinsky: Hain. Ein Geländeroman. Suhrkamp Verlag, Berlin (2018). 287 Seiten, 24 € – mehr auf Cluverius Ekkehart Krippendorf: Lebensfäden – Zehn autobiographische Versuche. Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg (2012). 476 Seiten, 24,90 € – mehr auf Cluverius Emily Lowe: Palermo, oh Palermo! Eine gewagte Reise durch Sizilien. Vorwort und Ü.: Klaudia Ruschkowski. Verlagshaus Römerweg, Wiesbaden (2016). 253 Seiten, 20 € Caroline Lüderssen: Eine Kathedrale der Musik. Das Archivio Storico Ricordi. Prestel Verlag, München (2017). 224 Seiten, 49,95 € Dario Fo: Christina von Schweden. Eine Hosenrolle für die Königin. Roman. Ü: Johanna Borek. Hollitzer Verlag, Wien (2017). 160 Seiten, 21,90 € Claudio Magris: Verfahren eingestellt. Roman. Ü: Ragni Maria Gschwend. Carl Hanser Verlag, München (2017). 396 Seiten, 25 € Francesca Melandri: Alle, außer mir. Roman. Ü: Esther Hansen. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin (2018). 608 Seiten, 26 € Valeria Parrella: Liebe wird überschätzt. Erzählungen. Ü: […]

Lesenswert – Titel & Tipps