Florenz


Mit der Ausstellung „Rinascimento elettronico“ im Palazzo Strozzi kehrt der New Yorker Videokünstler Bill Viola nach Florenz zurück Florenz (Palazzo Strozzi bis 23.7.) – Das ist keine Ausstellung, die man einfach mal so durchlaufen kann. Allein die Videoarbeiten von Bill Viola aus den Jahren von 1995 bis heute, auf die der Besucher im ersten Stock des Palazzo Strozzi stößt, ergeben aneinandergehängt eine Laufzeit von rund zwei Stunden und 20 Minuten. Dazu kommen in der „Strozzina“, im Kellergeschoss des florentinischen Renaissancepalastes, frühe Arbeiten von 1973 an. Die Ausstellung mit dem Titel „Rinascimento elettronico“ möchte mit insgesamt 26 Werken den gesamten Schaffensraum des heute 66jährigen Videokünstlers aus New York widerspiegeln.

ZWISCHEN LIEBEN UND LEIDEN


Die von Isozaki entworfene Loggia für die Uffizien lässt Florenz nicht zur Ruhe kommen Florenz – Kinder, wie die Zeit vergeht – und doch alles beim Alten bleibt! Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit 18 Jahren darüber nach, ob ein zweiter Zu- beziehungsweise Ausgang auf der Rückseite der Uffizien gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozaki hatte sich 1998 zusammen mit seinem Kollegen Andrea Maffei bei einer internationalen Ausschreibung gegen illustre Kollegen wie Mario Botta, Norman Foster oder Hans Hollein mit dem Entwurf einer hohen Loggia durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht aus Polycarbonat tragen. Mit der „pietra serena“, dem toskanischen Sandstein, soll auch die leicht ansteigende Fläche gepflastert werden, die das Gefälle zwischen dem Niveau der Piazza und dem des Erdgeschosses der Uffizien ausgleicht. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium.

WENIG MUT ZUR GEGENWART



Giunti Editore übernimmt den Bompiani Verlag. Damit ist die Neuordnung des italienischen Verlagswesens zu einem vorläufigen Abschluss gekommen.   Mailand – Der traditionsreiche Buchverlag Bompiani, der zuletzt zur Mondadori Gruppe gehört hatte, wird zum Preis von 16,5 Millionen Euro von Giunti Editore (Florenz) übernommen. Darauf einigten sich die Verhandlungspartner jetzt in Mailand. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Übernahme der Gruppe des RCS-Buchverlages durch Mondadori eine kräftige Umverteilung der Eigentumsverhältnisse in der Verlagslandschaft ausgelöst. Dabei hatten die Marken Rizzoli, Bompiani, Fabbri, Sonzogno und Marsilio für 127,5 Millionen Euro ihren Besitzer gewechselt und so Mondadoris führende Stellung im italienischen Buchhandel mit nun 35 Prozent Marktanteil kräftig ausgebaut. Der Verkauf wurde von der Aufsichtsbehörde zur Marktkonzentration schließlich nur unter bestimmten Auflagen genehmig. Zu denen gehörte, dass Mondadori zwei Marken aus RCS-Libri wieder abstoßen musste. Die Familie De Michelis, Gründer des venezianischen Marsilio Verlages, konnte daraufhin im Juli von Mondadori die Mehrheit der Verlagsanteile zurückkaufen. Mit der Übernahme von Bompiani durch Giunti ist die Neuordnung des italienischen Verlagswesens vorläufig zu einem Abschluss gekommen.

ALTE KOLLEGEN


Das neue Dombaumuseum in Florenz Florenz. Drei Jahre lang war das Dombaumuseum wegen Umbau- und Erweiterungsarbeiten geschlossen. Bedeutende Kunstwerke konnten in der Zeit restauriert werden. Eine herrliche Pietà, ein Spätwerk Michelangelos zum Beispiel. Eine lebensgroße Holzstatue der Maddalena von Donatello. Marmorarbeiten von Andrea Pisano oder Wandfriese von Luca della Robbia. Viele der rund 700 teilweise spektakulären Exponate werden im jetzt wieder eröffneten Museumsbau zum ersten Mal gezeigt. Die Ausstellungsfläche wurde mit rund 6000 Quadratmeter fast verdreifach. Die Kosten von 45 Millionen Euro hat die Dombauhütte aus vorwiegend eigenen Mitteln bestritten.

ATEMBERAUBEND



Florenz. Arbeiten von Jeff Koons haben in der Stadt am Arno heftige Diskussionen ausgelöst. Die Gemüter erregt vor allem eine fast drei Meter hohe und 2,2 Tonnen schwere Skulptur aus Gold glänzendem Inox-Stahl, die unter dem Titel „Pluto and Proserpina“ angeblich Berninis römischer Marmorstatue „Raub der Proserpina“ nachempfunden sein soll. Koons Arbeit steht jetzt auf der Piazza della Signoria direkt neben dem David von Michelangelo und wird rund um die Uhr von Bodyguards bewacht. Eine „Provokation“ oder ein „interessanter Kontrast“? Die Florentiner sind sich da nicht einig. 

Florenz: Jeff Koons entzweit die Stadt