Buchhandel


Der italienische Verlegerverband feiert sein 150jähriges Jubiläum. Ein Gespräch mit Ricardo Franco Levi Mailand – Leseförderung durch einen Bonus für Jugendliche, die Debatte über ein neues Gesetz zur Buchpreisbindung und die Zusammenarbeit mit der Turiner Buchmesse sind Themen eines Gesprächs mit Ricardo Franco Levi, dem Präsidenten der Associazione Italiana Editori (AIE) aus Anlass der Gründung des italienischen Verlegerverbandes vor 150 Jahren.

„EIN RIESENERFOLG“


Zwischen Trubel und Debatten – die Turiner Buchmesse mit steigenden Besucherzahlen Turin/Mailand – Die Veranstalter des 32. Salone Internazionale del Libro di Torino (9. bis 13. Mai) zeigten sich zufrieden. Zur italienischen Buchmesse kamen diesmal 148.000 Besucher (darunter rund 21.000 Kinder und Jugendliche in einem für sie reservierten Veranstaltungsbereich) – rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir sind eine Werkstatt für Ideen“, zog der künstlerische Leiter, der Schriftsteller Nicola Lagioa, Bilanz. Auf Veranstaltungen wurden Bücher und Themen einer breiten Themenpalette diskutiert, wobei die gegenwärtige Faschismusdebatte in Italien mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wurde.

WERKSTATT FÜR IDEEN



Carl Wilhelm Macke: Claudio Magris zum 80. Geburtstag Ferrara/München/Triest – „Das ist das Dumme an Erinnerungen“, sagte der kürzlich verstorbene Wilhelm Genazino einmal, „eine einzige würde mir genügen, aber es überfallen mich gleich Dutzende.“ Um Claudio Magris zu seinem 80.Geburtstag zu gratulieren, reicht mir ein einziger autobiographischer Rückblick…

DER GLANZ DER DINGE


Die UNESCO Bücherstadt Mailand feiert bei der siebten Ausgabe von BookCity Milano mit atemberaubenden über 1300 Terminen die Welt des Buches vom Zentrum bis in die Peripherie. Mailand (15.11. – 18.11.) – Vier Tage dreht sich jetzt in alles um Bücher. Mit mehr als 1300 (!) Veranstaltungen hat sich BookCity Milano seit der Gründung 2012 zur größten Initiative zur Förderung der Lesekultur in Italien entwickelt. Natürlich treten bei BCM18 dutzendweise Autoren auf – der Engländer Jonathan Coe eröffnete mit einem Meeting im Teatro Dal Verme den Veranstaltungsreigen. Es gibt öffentliche Lesungen in Museen, Diskussionen in Kultureinrichtungen, Workshops in Stadtbibliotheken. Verlage stellen Produktionsketten vor, Buchhändler laden ein, sich mit Fragen des Handels vertraut zu machen.

EIN FEST DER GANZEN STADT



Zum Tod von Inge Feltrinelli Mailand – Inge Feltrinelli liebte Farben. Aber sie mussten lebhaft sein, gelb oder orange leuchten, denn die große alte Dame des italienischen, des europäischen Verlagswesens war die Lebhaftigkeit in Person. Lauthals begrüßte sie Gäste in ihrem mit Büchern, Fotos und Zeitungsausschnitten vollgestopften Arbeitszimmer. Begeistert erzählte sie von „ihren“ Autoren. Schwärmte von der nächsten Eröffnung einer Feltrinelli-Buchhandel und lobte die tollen Mitarbeiter, „vor allem die Frauen“, überschwänglich. Vor zwei Wochen wurde in Mailand ein weiterer Feltrinelli-Verkaufspunkt des Formats RED („Read, eat and dream“) eröffnet. Und zum ersten Mal fehlte Inge bei solch einer Veranstaltung. Kurz darauf, am 20. September, ist sie im Alter von 87 Jahren gestorben.

NOCH EINMAL IN STOCKHOLM TANZEN