Venedig


Venedig feiert den manieristischen Maler Tintoretto, der vor 500 Jahren geboren wurde.   Venedig (Palazzo Ducale/Galleria dell’Accademia bis 6.1. 2019) Tintoretto nannte sich der venezianische Maler Jacopo Robusti. Der Vater, der aus dem toskanischen Lucca stammte, war ein Färber, ein „Tintore“, der Stoffe bearbeitete. Und Tintoretto bedeutet der „kleine Färber“ oder das „Färberlein“. Das klingt bescheiden, doch Bescheidenheit gehörte nicht zu den Charakterzügen des auch als Unternehmer erfolgreichen Jacopo Robusti, der den Namen Tintoretto zu einem Markenzeichen auf dem Kunstmarkt der Lagunenstadt machte. Die feiert jetzt seinen 500. Geburtstag mit zwei Ausstellungen.

GEMÄLDE WIE EIN KINOFILM


Das Theater in Italien zwischen dem „Modell Mailand“, einer lebhaften Provinz und drohender Amateurisierung – ein aktueller Überblick Mailand – Sexy soll das Theater sein, mutig in den Inhalten, spielerisch in den Formen und offen im Umgang mit dem Publikum. Wer wollte Marco Paolini, einem wichtigen Vertreter des teatro narrativo, des Erzähltheaters widersprechen? Der Dramaturg und Schauspieler nahm kürzlich an einem Forum des Corriere della Sera teil, auf dem über den Zustand des italienischen Theaters debattiert wurde. Da konnte man Klagen über Klagen hören: Die Spielpläne würden sich Jahr für Jahr gleichen, Klassiker nicht auf neue Art befragt, Gegenwartsstücke ohne Widerhaken geboten. Man verschließe sich neuen Dramaturgien und Ausdrucksformen. Und Masse ginge vor Klasse.

BÜHNENTIERE UND HANDWERKER



Biennale (1): Die 16. Architekturbiennale von Venedig plädiert für ein neues Denken beim Bauen und Planen unsere Städte und Landschaften Venedig (Giardini/Arsenale bis 25.11.2018) – Was ist mit der Architektur los? Jahrzehntelang sprachen Urbanisten und Architekten vom Verdichten, davon dass Freiraum Stadtraum schaffen solle. Und jetzt heißt es auf einmal, dass Stadtraum Freiraum brauche. Bürger, wie zuletzt in Mainz bei der Abstimmung über den Bibelturm, stehen gegen Großprojekte auf, die ihre Städte verengen und umdeuten würden. Man fordert mehr Licht, Luft, Durchlässigkeit. In den Gesellschaften des Westens, so will es auch der Rechtspopulist Matteo Salvini, der neue (laut)starke Mann Italiens wissen, revoltiere „das Volk gegen die Eliten.“ Müssen sich jetzt auch Architekten vor dem Volk in Acht nehmen, droht eine Popularisierung unserer Stadtlandschaften?

FIVE O’CLOCK TEA UND BUNTE TÜCHER


Annette Seemann erzählt das rastlose Leben der Mäzenin und Sammlerin Peggy Guggenheim, die vor 120 Jahren geboren wurde. Mailand – Sie war vermögend, unternehmenslustig und fürchte nichts auf der Welt wie die Langweile. Peggy (Marguerite) Guggenheim, Erbin einer der reichsten Familien der Vereinigten Staaten, floh die bigotte Enge der amerikanischen Oberschicht und stürzte sich in New York wie Paris, in England wie in Italien in ein abenteuerliches Leben. Ein Leben an der Seite von Intellektuellen und Künstlern, die sie finanziell unterstützte und von Samuel Beckett bis Max Ernst nicht selten mit ihrer Liebe verfolgte. 1898, vor 120 Jahren also, wurde sie in New York geboren. Im Alter von 81 Jahren starb sie 1979 unweit von Venedig, wo sie zusammen mit ihrer großartigen Kunstsammlung ein Zuhause gefunden hatte. Eine kleine Biographie von Annette Seemann lässt uns ihre Spuren verfolgen.

MIT VIEL SCHWUNG



Ein neues Casanova-Museum in Venedig setzt ganz auf virtuelle Realität. Der Besucher soll sich selbst als Abenteurer und Freigeist im 18. Jahrhundert erfahren. Und als Libertin. Venedig – Wer und was war Casanova – Schürzenjäger oder Freigeist? Ein frecher Hochstapler oder ein belesener Intellektueller, ein abgekochter Spion oder doch ein sprachgewandter Diplomat? In vielen Rollen taucht dieser Giacomo Girolamo Casanova auf, der 1725 in Venedig als Sohn einer Schauspielerin und eines Schauspielers geboren wurde. Und 1798 im Alter von 73 Jahren auf Schloss Dux in Böhmen starb. In Venedig eröffnete jetzt ein Casanova-Museum, das sich vorgenommen hat, seiner ganzen Persönlichkeit gerecht zu werden.

CASANOVA AUCH ICH