Glauben


Giuseppe Mazza: Über die Rolle der PR und den Umgang des Papstes mit den Medien Unter den Neuigkeiten, mit denen Bergoglio laufend aufhorchen lässt, ist eine fast untergegangen, obgleich er sie bereits während seines ersten Angelus-Gebets am 17. März 2013 angesprochen hatte. Der Papst erzählte da der Menge der Gläubigen, dass er das Buch eines „guten Theologen“, nämlich von Kardinal Walter Kasper, gelesen habe. Doch fügte er sofort lächelnd hinzu: „aber glaubt bitte nicht, dass ich für die Bücher meiner Kardinäle Werbung mache!“ Die Leute, amüsiert, klatschten. Der Papst hat also von Anfang an diesen so profanen Begriff in seinen Wortschatz aufgenommen. Und ihn öffentlich von jenem Fenster aus benutzt. Unser Erinnerung nach eine absolute Premiere, vor allem zum Auftakt eines Pontifikats. Das ist jedoch ein Thema für ihn, wie man am 7. Juli versteht. Bergolio wendet sich an die Seminaristen in Sankt Peter und beschreibt sie als: „ausgewählt und gesendet von Gott und nicht über Werbekampagnen oder Aufrufe zum Dienen oder zur Selbstlosigkeit.“ Die beiden Nennungen hängen zusammen: Werbung ist das, was wir nicht machen, ein Feld, auf dem wir nicht unterwegs sind.

BERGOGLIO UND DIE WERBUNG


Ein Reformationsdenkmal, das in den Himmel wächst Mailand/Wittenberg (Oktober 2009) – Vermutlich hat Martin Luther nie den Satz gesagt, dass selbst „wenn morgen die Welt unterginge“, wir noch heute „unser Apfelbäumchen pflanzen“ wollen. Es ist ebenfalls höchst umstritten, ob er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zur Reform des Glaubens wirklich an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg geschlagen hat. Wahrscheinlich hat er sie während jener Tage „nur“ übergeben. Dennoch feiert die lutherische Welt den 31. Oktober zu Recht als Reformationstag. Und das falsche Wort vom Apfelbäumchen hat dem Landschaftsarchitekten Andreas Kipar eine richtig gute Idee zu einem Reformationsdenkmal in Wittenberg gegeben, das auf Kommunikation, Internationalität und Ökumene ausgerichtet ist: ein Luthergarten mit 500 Bäumen zum Jubiläumsjahr 2017. Der Geschäftsführers des Lutherische Weltbund (LWB) in Deutschland, Norbert Denecke, hat diese Idee aufgenommen und sie den Wittenbergern schmackhaft gemacht. Wobei jeder Baum von einer christlichen Kirche oder von einer einzelnen Gemeinde – wo auch immer auf der Welt – gepflanzt und adoptiert werden soll, um so die weltweite Verbundenheit der unterschiedlichen Kirchen mit der Reformation zu dokumentieren, die wohl oder übel Spuren im Christentum hinterlassen hat. Die Mailand Connection Wenn jetzt am Reformationssonntag in Wittenberg auf der sogenannten Andreasbreite zwischen […]

LUTHERBÄUME



Dem protestantischen Friedhof an der Cestius Pyramide geht es nicht gut. Eine Stiftung soll jetzt helfen Rom (August 2007) – Über dem protestantischen Friedhof in Rom an der Stadtmauer bei der Porta Ostiense liegt ein geheimnisvoller Zauber. Unter den Kronen mächtiger Pinien und im Schatten feierlicher Zypressen bleibt es immer ein paar Grad kühler als in der vor Hitze flirrenden Ewigen Stadt. „Kamelien leuchten hier in schwermütiger Pracht unter Lorbeer und Geißblatt, die Myrten stehen in Blüte, und liebliche Rosen winden Girlanden um die Stämme der Zypressen.“ So jedenfalls erlebte vor mehr als hundert Jahren der schwedische Arzt Axel Munthe gleich hinter der Cestius Pyramide den „Garten, zu dem der Wanderer seine Schritte lenkt.“

ROMEO LIEGT IN ROM BEGRABEN