Florenz


Das neue Dombaumuseum in Florenz Florenz. Drei Jahre lang war das Dombaumuseum wegen Umbau- und Erweiterungsarbeiten geschlossen. Bedeutende Kunstwerke konnten in der Zeit restauriert werden. Eine herrliche Pietà, ein Spätwerk Michelangelos zum Beispiel. Eine lebensgroße Holzstatue der Maddalena von Donatello. Marmorarbeiten von Andrea Pisano oder Wandfriese von Luca della Robbia. Viele der rund 700 teilweise spektakulären Exponate werden im jetzt wieder eröffneten Museumsbau zum ersten Mal gezeigt. Die Ausstellungsfläche wurde mit rund 6000 Quadratmeter fast verdreifach. Die Kosten von 45 Millionen Euro hat die Dombauhütte aus vorwiegend eigenen Mitteln bestritten.

ATEMBERAUBEND


Florenz. Arbeiten von Jeff Koons haben in der Stadt am Arno heftige Diskussionen ausgelöst. Die Gemüter erregt vor allem eine fast drei Meter hohe und 2,2 Tonnen schwere Skulptur aus Gold glänzendem Inox-Stahl, die unter dem Titel „Pluto and Proserpina“ angeblich Berninis römischer Marmorstatue „Raub der Proserpina“ nachempfunden sein soll. Koons Arbeit steht jetzt auf der Piazza della Signoria direkt neben dem David von Michelangelo und wird rund um die Uhr von Bodyguards bewacht. Eine „Provokation“ oder ein „interessanter Kontrast“? Die Florentiner sind sich da nicht einig. 

Florenz: Jeff Koons entzweit die Stadt



Florenz: Die 29. Internationale Biennale des Antiquariats zeigt sich erfrischend neu aufgestellt Florenz. Ist das ein Zufall? In der Hauptstadt der Toskana wird Ende Oktober das neue Dommuseum eröffnet. Und just tauchen im Handel drei Marmorstatuen auf. Eine (der Heilige Andreas?) stammt aus der einst von Arnolfo di Cambio um 1300 geplanten und nur im Sockelgeschoss fertig gestellten alten Fassade von Santa Maria del Fiore – die heutige, die sie ersetzt, wurde ja erst im 19. Jahrhundert vor den Florentinischen Prachtbau geblendet. Die deutsch-italienische Galerie Mehringer Benappi (München/Turin) bietet die Statue von Arnolfo di Cambio jetzt zusammen mit zwei geflügelten Engeln von Tino di Camaino (1285-1337) auf ihrem Stand der 29. Internationalen Biennale des Antiquariats von Florenz (BIAF) an. Die Engel gehörten zu einem Grabmal im Dom. Der Preis von rund drei Millionen Euro übersteigt zwar die finanziellen Möglichkeiten des Museums, aber in der Lokalpresse wurde bereits über eine Aktion zum Crowdfunding diskutiert. Der italienische Staat hätte bei diesem Kulturgut nationaler Bedeutung ein Vorkaufsrecht. Und auch am Stand von Mehringer sagt man: „Wäre doch schön, wenn die Arbeiten in Florenz blieben.“

ENGEL AM ARNO


Florenz Ende Mai, graue Wolken über der Stadt. Dramatisch ballen sie sich über dem Ponte Vecchio. Dann fällt Regen wie aus Kübeln. War es schon vorher schwer, sich durch die von Tagestouristen belagerte Innenstadt zu bewegen, werden die von Regenschirmen betanzten Straßen jetzt zu Spießrouten. Dazu Motorini auf Spritztouren durch Pfützen. Bei einer Dante-Lesung im Palazzo dell’Arte della Lana sitzt man zwar im Trockenen, doch Schläfrigkeit lässt die nicht enden wollenden Erläuterungen  zwischen den Stuhlreihen versickern. Anschließend Flucht unter einem klapprigen Schirm auf die andere Seite des Arno zur Piazza Santo Spirito. Später, nach einem Abendessen in angenehmer Gesellschaft,  ein kleiner nächtlicher Spaziergang zurück ins Zentrum. Der Regen hat aufgehört, die Gruppen der Tagestouristen haben sich verzogen. Florenz, wie leer gefegt, das Pflaster glitzert unter den Laternen, und die alten Gebäude strahlen selbstzufrieden. Glücklich, wer jetzt noch unterwegs ist und seine eigene Schritte hören kann.

In Florenz



Italien feiert den 750. Geburtstag von Dante Alighieri Florenz: Was hatte ihm nur den Kopf verdreht? Der wohl 35jährige fand sich in einem dunklen Wald wieder, „da ich vom rechten Wege abgekommen“, wie er sich später erinnerte. „War ich doch zu der Zeit so schlafbenommen,/ Zu der die wahre Straße ich verließ.“ Es weiß es nicht, oder er will es uns nicht sagen. Doch hat er trotzdem eine ganze Menge zu erzählen: eine wahrlich abenteuerliche Reise mit 14.233 Versen in drei Büchern zu je 33 Gesängen (plus einem als Prolog). Eine Traumreise, wohin sonst keiner kommt. In die drei Reiche des Jenseits, zunächst in die Hölle, dann hinauf ins Purgatorium, auf den „Läuterungsberg“, und schließlich in die lichten Sphären des Paradieses. Geschichte erschließt sich in Geschichten. Mit von der Partie sind böse Buben und hübsche Frauen, es geht um Sex und Macht, Verrat und Geld, Freund- und Feindschaft, Mord und Totschlag, und am Ende steht die reine Liebe wie das ewige Heil. Und das Ganze mit dem Versmaß der Elfsilber. So etwas Tolles kann sich nur das italienische Mittelalter auf seinem Höhepunkt am Wechsel zum 14. Jahrhundert ausdenken.

GRÜSSE AUS DEM JENSEITS