Neapel


Wie in Italien über die Entschlüsselung eines Pseudonyms debattiert wird Mailand – Ist sie es, oder ist sie es nicht? Das Rätsel um die Identität der neapolitanische Autorin Elena Ferrante scheint gelöst. Unter dem Pseudonym Ferrante hatte die Autorin vor allem die vierteilige Romanserie „L’amica geniale“ („Meine geniale Freundin“) ab 2011 veröffentlicht, die nicht nur in Italien (1 Million verkaufte Exemplare), sondern vor allem im englischen Sprachraum (2,6 Millionen Exemplare) ein Bestseller ist. Bei einer investigativen Recherche verfolgte Italiens bedeutendstes Wirtschaftsblatt Il Sole 24 Ore die Spur des Geldes und stieß, den Honorarzahlungen folgend, auf die Übersetzerin Anita Raja.

TRAUER UM ELENA FERRANTE


Emma Hamilton 200 Jahre nach ihrem Tod und eine Ausstellung in der Casa di Goethe Rom. Die Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach bereist von 1788 bis 1790 Italien. Dabei hält sie sich nicht wie üblich bei einer Grand Tour die meiste Zeit in Rom, sondern in Neapel auf. In der von einem kosmopolitischen Geist geprägten Stadt, eine der größten und schönsten von Europa, ist sie oft Gast im Hause des britischen Botschafters Sir Walter Hamilton. Der rund 60jährige Diplomat und Hobbyarchäologe lebt in jenen Jahren mit einer weitaus jüngeren Geliebten, der 1765 in der englischen Provinz geborenen Emma Hart, gleichsam in „wilder Ehe“. Eine Unperson? Anna Amalia aber lässt sich von der jungen Frau ebenso bezaubern wie die ganze neapolitanische Gesellschaft bis hin zur Königin und wird ihre Freundin – ein Vorgang, der im heimatlichen Weimar undenkbar gewesen wäre. Als Emma schließlich 1791 ihren Sir William heiratet und zur Lady Hamilton wird, gratuliert die Herzogin in einem Schreiben mit Grüßen auch an „an die liebe Emma“. Unter den Erinnerungsstücken aus Neapel, die Anna Amalia in Weimar aufbewahrt, ist auch ein „Bildnis Emma Hart als Sibylle“ gemalt von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, das vermutlich die Herzogin selbst in Auftrag gegeben hatte. […]

MY FAIR LADY IN NEAPEL



Casoria bei Neapel. Das war ein gewichtiges Werk. Rund 2 Tonnen wog die Eisenskulptur des japanischen Künstlers Kaori Kawakami. Sie zeigte dornenartige Äste, die den Kopf einer umgestürzten Stange umranken. Das Kunstmuseum CAM der süditalienischen Stadt Casoria hatte die Arbeit der Gemeinde als Leihgabe zur Ausstellung im kommunalen Park überlassen. Doch die Skulptur ist aus dem kleinen, heruntergekommenen Stadtpark verschwunden, wo es zuletzt vollkommen an Pflege und Aufsicht durch die Behörden mangelte.

Kunstwerk als Alteisen verkauft