Ausstellungen


SIE LIEBTE DIE KUNST UND VIELE KÜNSTLER

© Cluverius

Wiederentdeckt - Grace Hartigan, eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der US-Männerszene durchsetzen konnten, in der Sammlung von Peggy Guggenheim in Venedig mit dem Gemälde "Ireland" ( Öl auf Leinwand, 200 x 271 cm) 1958

Eine Ausstellung in Venedig feiert die Sammelleidenschaft von Peggy Guggenheim als „letzte Dogaressa“

Venedig (Coll. Peggy Guggenheim bis 27.1.2020) – Die erste Biennale von Venedig nach dem zweiten Weltkrieg, an der 1948 nur 14 Nationen teilnahmen, wollte ein Zeichen setzen für die Freiheit der Kulturen und gegen die Barbarei der Diktaturen. Ein weiter Bogen vereinte Werke von Cézanne bis Chagall, von Turner bis Guttuso, von Ensor bis Klimt. Einen deutlichen Akzent von Gegenwartskunst setzte die New Yorker Sammlerin Peggy Guggenheim, die eingeladen war, einen Teil ihrer Kollektion unter anderem mit Kubisten und Surrealisten zu zeigen. Zur Sammlung gehörten auch Werke amerikanischer Künstler des sogenannten abstrakten Impressionismus, die zum ersten Mal nach Europa kamen. Allen voran Jackson Pollock („Jack the Dripper“) mit seiner revolutionären Methode, Farbe auf die am Boden liegende Leinwand zu tröpfeln.

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EIN HELDENHAFTES GESCHENK

Der Werther und Italien – eine Ausstellung in der Casa di Goethe spiegelt die Rezeptionsgeschichte eines europäischen Bestsellers südlich der Alpen

© Cluverius

Gemeinsam den Werther lesen - Aquarell von Heinrich Beck (Ausschnitt)

Rom (Casa di Goethe bis 20.9.2019) - Die Casa di Goethe in Rom, eingerichtet in den Räumen, in denen Goethe bei seinem Romaufenthalt lebte, zeigt eine Ausstellung darüber, „wie Italien den Werther las“. Unter dem Titel Poesia e destino / Poesie und Schicksal illustrieren Gemälde, Skizzen, Buchausgaben, Kultobjekte und Fotografien über 200 Jahre Kulturgeschichte. Maria Gazzetti, Leiterin der Casa di Goethe, hat die kleine aber feine Ausstellung kuratiert, die parallel zur Schau „Goethe. Verwandlung der Welt“ in der Bonner Kunsthalle (17. Mai bis 20. September) stattfindet.

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AZURBLAUE UNENDLICHKEIT

Ein Maler und seine Leidenschaft - Die sizilianischen Meerstudien von Piero Guccione im Museo d’arte Mendrisio

©Museo d'arte, Mendrisio Foto Cosimo Filippini 2019

Blaue Linientreue - Piero Guccione: "La Linea azzurra "(2007), Öl auf Leinwand 81 x 111 cm

Mendrisio (Museo d’arte bis 30.6.) – Der Ort Scicli liegt an der südöstlichen Spitze Sizilien, wo die größte Insel Italiens bei der Punta Corvo über das Mediterraneo nach Afrika weist. Hier kam 1935 Piero Guccione auf die Welt. Das Meer mit all seinen Variationen wurde dem Maler zur ästhetischen Leidenschaft: „Mich fasziniert der absolute Stillstand des Meeres, das jedoch unentwegt in Bewegung bleibt.“ Das Museo d’arte Mendrisio (Tessin) zeigt jetzt das Spätwerk von Piero Guccione, der 2018 im Alter von 83 Jahren in Modica starb. Unter dem Titel La pittura come il mare ("Malerei wie das Meer") sind 56 Arbeiten vorwiegend in Öl- aber auch in Pastell-Technik zu sehen.

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VON PIERMARINI BIS BOTTA

240 Jahre Teatro alla Scala in einer kleinen Ausstellung des Scala-Museums

© Cluverius

"Für mich ist es das erste Theater der Welt" schrieb Stendhal 1816 - Angelo Inganni malte das Teatro alla Scala im Stil der Romantik 1852

Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 30.4.2019) - Nachdem das Teatro Regio Ducale innerhalb des Mailänder Herzogspalast 1776 zum dritten Mal ein Opfer von Flammen geworden war, finanzierten Adelige und Bürger der Stadt den Neubau eines Opernhauses - diesmal aus Stein und als Einzelgebäude. Die Landesherrin – damals die Habsburgerin Maria Theresia – genehmigte dafür den Abriss der Kirche Santa Maria alla Scala. Nach Plänen des Architekten Giuseppe Piermarini wurde das neue Opernhaus in nur 23 Monaten in klassizistischen Formen errichtet und im August 1778 mit Europa riconosciuta von Antonio Salieri eröffnet. In ihrer wechselhaften Geschichte war die Bühne ein Spiegel der kulturellen und politischen Zeitläufe. Zugleich war sie kontinuierlich baulichen und strukturellen Veränderungen unterworfen. Bis hin zu den Erweiterungen des Tessiner Architekten Mario Botta, der gerade mit einem Turmbau die Umbauten von 2002/2004 ergänzt. Eine kleine Ausstellung im Scala-Museum verfolgt jetzt 240 Jahre Geschichte von Piermarini bis Botta.

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WENN ZUFALL METHODE IST

10 Jahre Museion Bozen mit einer erfrischenden Ausstellung von John Armleder

©Foto Luca Meneghel

John Armleder beim Aufbau der Ausstellung

Bozen (Museion bis 6.1.2019) - Es geht tierisch zu. Bär und Gämse sagen sich zwischen blumigen Arrangements gute Nacht. Und über Tannenbäumen schwebt ein Raubvogel. Zehn Jahre nach ihrer Gründung 2008 feiert die Bozener Ausstellungseinrichtung Museion mit einem Auftritt des Schweizer Allroundkünstlers John Armleder (Genf, 1948) sich selbst mit viel Ironie.

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DIE RÖTE DES ROTS

Gerhard Richter macht auf einer Ausstellung in Mantua gemeinsame Sache mit Tizian

copyright Gerhard Richter 2018 / Foto: Cluverius

Vom Blitz getroffen  - Gerhard Richter: Verkündigung nach Tizian - Druck auf Aluminium (2018) nach einer Vermalung von 1972

Mantua (Palazzo Te bis 6.1.2019) - Das ist ein Treffen der besonderen Art: Gerhard Richter, vor 86 Jahren in Dresden geboren, einer der höchst bezahlten lebenden Künstler weltweit, und Tizian Vecellio, 1576 im Alter von 88 Jahren in Venedig gestorben, der Superstar der venezianischen Spätrenaissance im Übergang zum Manierismus. Als Richter 1972 während der Zeit seiner Biennale Beteiligung Tizians Verkündigung in der Scuola di San Rocco gegenüber stand, muss ihn das „wie ein Blitz getroffen haben.“ Das sagt Helmut Friedel, der jetzt im Palazzo Te (Mantua) eine Ausstellung kuratiert, die Richters Beziehung zu Tizian nachspürt und bei der Richter selbst mit Hand angelegt hat.

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IN BEWEGUNG

Fotografien aus der Sammlung der Fondazione MAST in Bologna über Kraft, Geschwindigkeit und Arbeitsbeziehungen in der Moderne

copyright MAST Bologna

Frei nach Manets Gemälde "Déjeneur sur l'herbe" das Foto der Renault-Werbung von 1938

Bologna (MAST bis 13.1. 2018) – Die Welt ist in Bewegung, Geschwindigkeit ist das Zeichen von Fortschritt – wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte (oder der Arbeitgeber). Diese Dynamik versinnbildlicht seit der industriellen Revolution die Maschine. Aber auch die Arbeit ist schneller geworden. Bewegung ist bereits auf dem Weg zu ihr die Regel. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto – nur die happy few können zu Fuß gehen. Und natürlich sind Waren unterwegs, oft über Kontinente hinweg. Über diese Zusammenhänge bietet die Fotoausstellung „Pendulum – Waren und Personen in Bewegung“ in der MAST.Gallery von Bologna kritisches Material vom 19. Jahrhundert bis heute.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

© Cluverius

Alfredo Casella, Komponist, Musikwissenschaftler und Sammler von Gegenwartskunst, gehörte zu den prägenden Figuren der Italienischen Kultur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Giorgio de Chirico hat ihn um 1924 gemalt, hier ein Ausschnitt. Das Tempera-Bild (103 x 94 cm) gehört zu den Porträts, mit denen die Ausstellung Anni venti in Italia“ („Die zwanziger Jahre in Italien“) im Palazzo Ducale von Genua beginnt. Untertitel: „L’età dell’incertezza“ („Die Zeit der Unsicherheit“). Rund 100 Exponate versuchen die Zeitspanne zwischen zwei Krisen – der Zeit nach dem ersten Weltkrieg und der Wirtschaftskrise 1929 – auszuloten. Mit Hilfe konservativer Kreise in Wirtschaft und Gesellschaft eroberte der Faschismus in diesen Jahren die politische Macht und festigte sie durch eine aggressive Diktatur. Doch will die Ausstellung nicht politisch kommentieren, sondern gleichsam den kulturellen Grundbass und die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze der 1920er Jahre mit Themen wie u.a. Erwartung, Irrationalität, Nostalgie, Identität, Luxus widerspiegeln. Unter den vielen Künstlern: Gino Severini, Carlo Carrà, Felice Casorati, Carlo Levi, Ardengo Soffici, Mario Sironi, Alberto Savinio, Giorgio de Chirico, Arturo Martini. Bis 1. März 2020 im Appartamento del Doge des Palazzo Ducale, Genua. Tgl. außer Mo 10-19 Uhr. Katalog, Sagep Editori, 30 €

 

Bergamo: Francesco Gennari. GAMeC. Bis 6.1

Bozen: Marguerite Humeau. Museion. Bis 26.1.

Florenz: Natalia Goncharova. Palazzo Strozzi. Bis 12.1.

Genua: Gli anni venti in Italia - L'età dell'incertezza. Palazzo Ducale. Bis 1.3.

Mailand: L'ultima cena per immagini. Museo del Cenacolo Vinciano. Bis 8.12.

Mailand: Intorno a Leonardo - Opere grafiche. Castello Sforzesco. Bis 15.12.

Mailand: Marina Abramovic - The Kitchen. Cripta San Sepolcro. Bis 31.12.

Mailand: La Sala delle Asse. Castello Sforzesco. Bis 12.1.

Mailand: Il sarcofano di Spitzmaus e altri tesori. Fondazione Prada. Bis 13.1

Mailand: De Chrico a Milano. Palazzo Reale. Bis 19.1.

Mailand: Sogni di Oriente - Monet, VanGogh, Gauguin e gli Italiani. Mudec. Bis 3.2.

Mailand: Intorno a Leonardo: La Madonna Litta e la bottega del Maestro. Museo Poldi Pezzoli. Bis 10.2.

Mailand: De Pisis a Milano. Museo del 900. Bis 1.3.

Mailand: Guggenheim. La Collezione Thannhauser. Palazzo Reale. Bis 1.3.

Mailand: Canova. I volti ideali. Galleria d'Arte Moderna (GAM).Bis 15.3.

Mailand: Canova - Thorvaldsen. La nascita della scultura moderna. Gallerie d'Italia. Bis 15.3.

Mantua: Giulio Romano a Mantova. Palazzo Ducale/Palazzo Te. Bis 6.1.

Rom: Pompei e Santorini. L'eternità in un giorno. Scuderie del Quirinale. Bis 6.1.

Rom: Maria Lai - Tenendo per mano il sole. MaXXI. Bis 12.1

Rom: Leonardo a Roma. Influenze ed eredità. Villa Farnesina. Bis 12.1.

Rovereto: Richard Artschwager. Mart. Bis 2.2.

Rovigo: Giapponismo. Venti d'oriente nell'arte europea 1860 - 1915. Pal. Roverella. Bis 26.1.

Urbino: Raffeallo e gli amici di Urbino. Palazzo Ducale. Bis 19.1.

Venedig: Jannis Kounellis. Fond. Prada /Ca' Corner della Regina. Bis 24.11.

Venedig: Biennale Arte 2019. Giardini/Arsenale und andere Orte. Bis 24.11.

Venedig: Luc Tuymans - La Pelle. Palazzo Grassi. Bis 6.1.

Venedig: Peggy Guggenheim. L'ultima Doganessa. Coll. Peggy Guggenheim. Bis 27.1.

 

Demnächst eröffnen:

Tuuumultum! Musica e Rumore delle Collezione Mart. Mart, Rovereto 9.11. bis 29.3.

Georges de La Tour. L'Europa della luce. Palazzo Reale, Mailand, 7.2. bis 7.6.