Ausstellungen


ZWISCHEN LIEBEN UND LEIDEN

Mit der Ausstellung „Rinascimento elettronico“ im Palazzo Strozzi kehrt der New Yorker Videokünstler Bill Viola nach Florenz zurück

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"The Greetings" -  Video von Bill Viola nach dem Vorbild von Pontormos Gemälde "Heimsuchung"

Florenz (Palazzo Strozzi bis 23.7.) – Das ist keine Ausstellung, die man einfach mal so durchlaufen kann. Allein die Videoarbeiten von Bill Viola aus den Jahren von 1995 bis heute, auf die der Besucher im ersten Stock des Palazzo Strozzi stößt, ergeben aneinandergehängt eine Laufzeit von rund zwei Stunden und 20 Minuten. Dazu kommen in der „Strozzina“, im Kellergeschoss des florentinischen Renaissancepalastes, frühe Arbeiten von 1973 an. Die Ausstellung mit dem Titel „Rinascimento elettronico“ möchte mit insgesamt 26 Werken den gesamten Schaffensraum des heute 66jährigen Videokünstlers aus New York widerspiegeln.

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„EINE MORALISCHE GRAZIE“

Arbeiten des von Goethe bewunderten Malers Guercino aus dem Frühbarock sind im Dom und im Palazzo Farnese von Piacenza zu sehen.

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Susanna im Bade (133 x 181 cm). Eine Arbeit von Guercino um 1649

Piacenza (bis 4.6.2017) – Im Jahr 1626 kam Giovanni Francesco Barbieri, den die Kunstgeschichte wegen eines Augenfehlers „il Guercino“ („den Schieler“) nennt, nach Piacenza. Im Dom der Residenzstadt der Farnese sollte er die kaum begonnen Arbeiten an der Kuppel vollenden, die der frühe Tod eines Vorgängers (Morazzone) unvollendet gelassen hatte. Ein Jahr später war das Werk abgeschlossen. Eine neue Lichtinstallation hat jetzt die farben- und formenprächtigen Fresken der Kuppel, die lange im Dunkel geblieben waren, zu neuem Leben erweckt. Aus Anlass der Einweihung ist zudem in der Capella Ducale des Palazzo Farnese eine Ausstellung mit Arbeiten von Guercino zu sehen. Rund 20 Exponate, die einen kleinen Überblick über sein gesamtes Schaffen geben wollen.

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Antike Schönheiten

"Monumenti antichi inediti" - Die Illustrationen von Winckelmanns einziger Veröffentlichung in italienischer Sprache im Museum m.a.x. von Chiasso

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Johann Joachim Winckelmann (1717 - 1768) - Kopie eines Gemäldes von Anton von Maron 1768 (Ausschnitt)

Chiasso (m.a.x. museo bis 7.5.2017) – Im Jahr, in dem der 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann (Stendal 9.12.1717) gefeiert wird, gibt es eine Reihe von Ausstellungen, die mit seinem Leben oder seinem Werk in Verbindung stehen. Veranstaltet werden sie in Orten wie Weimar oder Rom, Wörlitz oder Neapel, Wien oder Kopenhagen. Aber ausgerechnet Chiasso, die Schweizer Grenzstadt nach Italien, die man weder mit der Person Winckelmanns noch mit der Geschichte des Neoklassizismus in Verbindung bringen kann, macht den Auftakt. Hier wird sein einziges Druckwerk in italienischer Sprache, die Monumenti antichi inediti von 1767 gleichsam wiederentdeckt. Zu sehen sind alle 208 Grafiken der Veröffentlichung, dazu kommen 20 Kupferdruckplatten, Probedrucke, Gemälde, Bücher und andere Objekte.

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AUFERSTANDEN AUS RUINEN

Mailand: wie es im Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Eine Ausstellung im Palazzo Morando erzählt die Geschichte einer Wiedergeburt

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Aufbruchsstimmung mit Lambretta bei der Porta Nuova

Mailand (bis 12.2.2017) - Im Sommer 1943 flogen die Alliierten mehrere Bombenangriffe auf Mailand. Seit den Zeiten von Barbarossa hatte die Stadt keine solche Zerstörungswut mehr erlebt. Zwischen Scala, Galleria und Castello zog sich eine Trümmerlandschaft hin. Nur durch ein Wunder blieb Leonardos Abendmahl erhalten. Über die Hälfte der Gebäude der Innenstadt wurden zerstört oder schwer beschädigt. Es gab mehrere Tausend Tote. Eine Bombe traf auch die Crispi-Schule im Stadtteil Gorla, wobei 184 Kinder ums Leben kamen. Salvatore Quasimodo schrieb den Vers: „Vergeblich suchst du im Staub,/ arme Hand, die Stadt ist tot.“ Einen Tag nach der Befreiung im April 1945, als die Alliierten nicht mehr von oben bombten, sondern zusammen mit den Partisanen friedlich einmarschierten, begann der Wiederaufbau.

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LUFT FÜR VARIATIONEN

In Italien verändern die Museen der Moderne mit unkonventionellen Hängungen ihr Gesicht. Zum Beispiel die GNAM in Rom mit der Ausstellung "Time Is Out of Joint"

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Spiegelungen der Zeiten- Arbeiten von Pino Pascali, Canova und Penone

Rom (GNAM bis 15.4.2017) - Wer in Rom die Galleria Nazionale d’Arte Moderna (GNAM) betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Da spiegelt sich etwa ein Herkules-Statue von Canova aus dem frühen 19. Jahrhundert in einer Bodeninstallation von Pino Pascali aus dem späten 20. Jahrhundert. Und hinter dem Canova zieht sich über die Wandfläche die Arbeit „Goldspolie auf Akaziennadeln“ von Giuseppe Penone (2002) hin. "Time Is Out of Joint" lautet der Titel einer Ausstellung, mit der die seit kurzem amtierende Direktorin Cristiana Collu die Highlights der Sammlung des bislang betulich wirkende Museum durcheinander wirbelt.

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PRÄCHTIGE KOSTÜME, REICHE DOKUMENTE

Die Madame Butterfly an der Mailänder Scala: Eine Wanderung durch die Bühnen- und Kulturgeschichte über vier Stationen von 1904 bis 1985 (und heute) im Scalamuseum

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Japanmode vom frühen 18.Jahrhundert - Kostüm (Hanae Mori) für die Inszenierung (Regie Asari) von 1985

Mailand (Museo Teatro alla Scala bis 28.2. 2017) – Die Geschichte der Aufführungen der Madame Butterfly an der Mailänder Scala, wo sie im Februar 1904 auch ihre Uraufführung erlebte, ist voller Höhen und Tiefen. Sie reicht vom Misserfolg ausgerechnet bei der Weltpremiere bis zu wundervollen Entdeckungen der altjapanischen Kultur etwa in einer Inszenierung von 1985. Im Scalamuseum ist parallel zur Spielzeiteröffnung mit einer Neuinszenierung der Puccini-Oper eine kleine, bezaubernde Ausstellung mit Kostümen, Dokumenten und Entwürfen aus über Einhundert Jahren zu sehen. Sie ermöglich Einblicke in vier wichtige Momente (1904, 1925, 1951, 1985) der Aufführungsgeschichte.

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LICHT ALS MATERIE

Arbeiten von Per Kirkeby im Tessiner Kunstmuseum von Mendrisio

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Das grüne Pferd als Verweis auf die Kunstgeschichte - "Ohne Titel" (2010)

Mendrisio (bis 29.1.2017) – Der dänische Altmeister Per Kirkeby ist über die Alpen gestiegen. Das Museo d’arte von Mendrisio (Tessin) zeigt eine große Retrospektive des 1938 in Kopenhagen geborenen Künstlers und Geologen. Zum ersten Mal im italienischen Sprachraum sind so rund 80 vorwiegend malerische Arbeiten zu sehen. Dazu kommt eine kleine Auswahl von Skulpturen. Kirkeby hatte in den 1960er Jahren mit Beuys zusammen gearbeitet und als Unabhängiger zur Fluxus-Szene gehört. Später wandte er sich dann eher traditioneller Malerei und Skulptur zu. Er wurde mehrfach zur Kunstbiennale Venedig und zur Documenta Kassel geladen und unterrichtete an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und an der Städelschule in Frankfurt. Die vielseitig Interessierte beschäftigte sich außerdem mit Lyrik und Architektur, schuf Bühnenbilder, realisierte Filme und machte sich auch einen Namen als Kunstkritiker.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

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We will go far - Laure Prouvost im Hangar Bicocca (Mailand)

 

CatanzaroPino Pinelli. Marca. Bis 9.4.

Chiasso: J.J. Winckelmann. MAX Museo. Bis 7.5.

Forlì: Art Déco. Gli anni ruggenti in Italia. Musei San Domenico. Bis 18.6.

GenuaModigliani. Palazzo Ducale. Bis 16.7.

LuganoMeret Oppenheim. Lac. Bis 28.5.

Mailand: Laure Prouvost. GDM - Grand Dad's Visitor Center. Hangar Bicocca Bis 9.4.

Mailand: Extinct in the Wild / Michael Wang. Fondazione Prada. Bis 9.4.

Mailand: Arturo Toscanini. Museo Teatro alla Scala. Bis 4.6.

Mailand: Keith Haring, Palazzo Reale. Bis 18.6.

Mailand: Manet und Paris, Palazzo Reale. Bis 2.7.

Piacenza: Guercino a Piacenza. Duomo/Pal. Farnese. Bis 4.6.

Rom: Alvaro Siza: Sacro. Maxxi. Bis 26.3.

Rom: Anish Kapoor. Macro. Bis 17.4.

RomArtemisia Gentileschi. Palazzo Braschi. Bis 8.5.

Rom: Georg Baselitz- Helden. Palazzo Esposizioni. Bis 18.6.

Turin: Bedwyr Williams "Echt". Fondaz. Sandretto. Bis 26.3.

VenedigHieronymus Bosch und Venedig. Palazzo Ducale. Bis 4.6.

Venedig: Rita Kernn-Larsen, Fond. Peggy Guggenheim. Bis 26.6.

 

 

Demnächst eröffnen:

Pietro Donzelli. Das Podelta in Fotografien 1953-1960. Pal. Roverella, Rovigo, 25.3. bis 2.7.

Santiago Sierra. Mea Culpa. Pac, Mailand, 29.3. bis 4.6.

Archeologia del Cenacolo. Castello Sforzesco, Mailand, 1.4. bis 25.6.

Damien Hirst, Pal. Grassi/Punta della Dogana, Venedig, 9.4. bis 31.12.

Picasso Parade Napoli. Museo Capodimonte, Neapel, 10.4. bis 10.7.

Pompei e la Grecia. Pompei Scavi, Pompei 11.4. bis 27.11.