Ausstellungen


EIN HELDENHAFTES GESCHENK

Der Werther und Italien – eine Ausstellung in der Casa di Goethe spiegelt die Rezeptionsgeschichte eines europäischen Bestsellers südlich der Alpen

© Cluverius

Gemeinsam den Werther lesen - Aquarell von Heinrich Beck (Ausschnitt)

Rom (Casa di Goethe bis 20.9.2019) - Die Casa di Goethe in Rom, eingerichtet in den Räumen, in denen Goethe bei seinem Romaufenthalt lebte, zeigt eine Ausstellung darüber, „wie Italien den Werther las“. Unter dem Titel Poesia e destino / Poesie und Schicksal illustrieren Gemälde, Skizzen, Buchausgaben, Kultobjekte und Fotografien über 200 Jahre Kulturgeschichte. Maria Gazzetti, Leiterin der Casa di Goethe, hat die kleine aber feine Ausstellung kuratiert, die parallel zur Schau „Goethe. Verwandlung der Welt“ in der Bonner Kunsthalle (17. Mai bis 20. September) stattfindet.

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AZURBLAUE UNENDLICHKEIT

Ein Maler und seine Leidenschaft - Die sizilianischen Meerstudien von Piero Guccione im Museo d’arte Mendrisio

©Museo d'arte, Mendrisio Foto Cosimo Filippini 2019

Blaue Linientreue - Piero Guccione: "La Linea azzurra "(2007), Öl auf Leinwand 81 x 111 cm

Mendrisio (Museo d’arte bis 30.6.) – Der Ort Scicli liegt an der südöstlichen Spitze Sizilien, wo die größte Insel Italiens bei der Punta Corvo über das Mediterraneo nach Afrika weist. Hier kam 1935 Piero Guccione auf die Welt. Das Meer mit all seinen Variationen wurde dem Maler zur ästhetischen Leidenschaft: „Mich fasziniert der absolute Stillstand des Meeres, das jedoch unentwegt in Bewegung bleibt.“ Das Museo d’arte Mendrisio (Tessin) zeigt jetzt das Spätwerk von Piero Guccione, der 2018 im Alter von 83 Jahren in Modica starb. Unter dem Titel La pittura come il mare ("Malerei wie das Meer") sind 56 Arbeiten vorwiegend in Öl- aber auch in Pastell-Technik zu sehen.

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VON PIERMARINI BIS BOTTA

240 Jahre Teatro alla Scala in einer kleinen Ausstellung des Scala-Museums

© Cluverius

"Für mich ist es das erste Theater der Welt" schrieb Stendhal 1816 - Angelo Inganni malte das Teatro alla Scala im Stil der Romantik 1852

Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 30.4.2019) - Nachdem das Teatro Regio Ducale innerhalb des Mailänder Herzogspalast 1776 zum dritten Mal ein Opfer von Flammen geworden war, finanzierten Adelige und Bürger der Stadt den Neubau eines Opernhauses - diesmal aus Stein und als Einzelgebäude. Die Landesherrin – damals die Habsburgerin Maria Theresia – genehmigte dafür den Abriss der Kirche Santa Maria alla Scala. Nach Plänen des Architekten Giuseppe Piermarini wurde das neue Opernhaus in nur 23 Monaten in klassizistischen Formen errichtet und im August 1778 mit Europa riconosciuta von Antonio Salieri eröffnet. In ihrer wechselhaften Geschichte war die Bühne ein Spiegel der kulturellen und politischen Zeitläufe. Zugleich war sie kontinuierlich baulichen und strukturellen Veränderungen unterworfen. Bis hin zu den Erweiterungen des Tessiner Architekten Mario Botta, der gerade mit einem Turmbau die Umbauten von 2002/2004 ergänzt. Eine kleine Ausstellung im Scala-Museum verfolgt jetzt 240 Jahre Geschichte von Piermarini bis Botta.

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WENN ZUFALL METHODE IST

10 Jahre Museion Bozen mit einer erfrischenden Ausstellung von John Armleder

©Foto Luca Meneghel

John Armleder beim Aufbau der Ausstellung

Bozen (Museion bis 6.1.2019) - Es geht tierisch zu. Bär und Gämse sagen sich zwischen blumigen Arrangements gute Nacht. Und über Tannenbäumen schwebt ein Raubvogel. Zehn Jahre nach ihrer Gründung 2008 feiert die Bozener Ausstellungseinrichtung Museion mit einem Auftritt des Schweizer Allroundkünstlers John Armleder (Genf, 1948) sich selbst mit viel Ironie.

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DIE RÖTE DES ROTS

Gerhard Richter macht auf einer Ausstellung in Mantua gemeinsame Sache mit Tizian

copyright Gerhard Richter 2018 / Foto: Cluverius

Vom Blitz getroffen  - Gerhard Richter: Verkündigung nach Tizian - Druck auf Aluminium (2018) nach einer Vermalung von 1972

Mantua - Das ist ein Treffen der besonderen Art: Gerhard Richter, vor 86 Jahren in Dresden geboren, einer der höchst bezahlten lebenden Künstler weltweit, und Tizian Vecellio, 1576 im Alter von 88 Jahren in Venedig gestorben, der Superstar der venezianischen Spätrenaissance im Übergang zum Manierismus. Als Richter 1972 während der Zeit seiner Biennale Beteiligung Tizians Verkündigung in der Scuola di San Rocco gegenüber stand, muss ihn das „wie ein Blitz getroffen haben.“ Das sagt Helmut Friedel, der jetzt im Palazzo Te (Mantua) eine Ausstellung kuratiert, die Richters Beziehung zu Tizian nachspürt und bei der Richter selbst mit Hand angelegt hat.

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IN BEWEGUNG

Fotografien aus der Sammlung der Fondazione MAST in Bologna über Kraft, Geschwindigkeit und Arbeitsbeziehungen in der Moderne

copyright MAST Bologna

Frei nach Manets Gemälde "Déjeneur sur l'herbe" das Foto der Renault-Werbung von 1938

Bologna (MAST bis 13.1. 2018) – Die Welt ist in Bewegung, Geschwindigkeit ist das Zeichen von Fortschritt – wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte (oder der Arbeitgeber). Diese Dynamik versinnbildlicht seit der industriellen Revolution die Maschine. Aber auch die Arbeit ist schneller geworden. Bewegung ist bereits auf dem Weg zu ihr die Regel. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto – nur die happy few können zu Fuß gehen. Und natürlich sind Waren unterwegs, oft über Kontinente hinweg. Über diese Zusammenhänge bietet die Fotoausstellung „Pendulum – Waren und Personen in Bewegung“ in der MAST.Gallery von Bologna kritisches Material vom 19. Jahrhundert bis heute.

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DIE GROSSEN DREI

Der Palazzo Ducale Genua zeigt Arbeiten mexikanischen Maler, die in den 1920er Jahren die Bewegung des Muralismo begründeten. 

copyright Cluverius

Eine Ausstellung mit einer eigenen Geschichte: "Die Malerei der großen Muralisti" im Palazzo Ducale von Genua

Genua (Palazzo Ducale bis 9.9.2018) – Im Eingangsraum der Ausstellung ist eine dynamische Pferde-Reiter-Darstellung von David Alfaro Siqueiros mit dem Titel „Zapata“ zu sehen. Der Titel verweist auf die Figur des mexikanischen Revolutionärs Emiliano Zapata, der 1919 ermordet wurde. Es ist eine Studie für eine Wandmalerei im Schloss Chapultepec, der ehemaligen Königsresidenz in Mexiko Stadt. Die Ausstellung México – La pittura dei grandi muralisti zeigt rund 70 Arbeiten von Diego Rivera, José Clemente Orozco und David Alfaro Siqueiros. Dazu kommen Fotos aus der bewegten Lebens- und Liebesbeziehung von Frida Kahlo und Diego Rivera.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

© Cluverius

Die Bruderschaft der Präraffaeliten hielt zwar nur wenige Jahre (etwa von 1848 bis 1854) zusammen, doch prägte ihr Stil die englische Malerei bis zum Ende des Jahrhunderts, wie man in dem Gemälde „The Lady of Shalott“ (1888) von John William Waterhouse sehen kann. Das Arbeiterkind William Holman Hunt und der Bürgersohn John Everett Millais gründeten die Bruderschaft zusammen mit Dante Gabriel Rossetti, einem Sohn politischer Flüchtlinge aus Italien. Ihr Ziel war es, die Malerei aus den Fesseln des akademischen Stils zu lösen und zu den Werten der italienischen Spätgotik und Frührenaissance zurückzukehren. Themen der Natur, des Mythos und der Poesie wollten sie mit größtmöglichem Realismus umsetzen. Im Palazzo Reale (Mailand) ist noch bis zum 6. Oktober die Ausstellung „Preraffaelliti. Amore e desiderio“ zu sehen. Gezeigt werden rund 80 Arbeiten aus der Tate Gallery London. Mo 14.30-19.30, Di,Mi,Fr,So 9.30-19.30, Do+Sa 9.30-22.30 Uhr, Eintritt 14 €, Katalog (24ore cultura) 34 €. Info hier.

 

Mailand: Preraffaelliti- Amore e desiderio. Palazzo Reale. Bis 6.10

Mailand: L'ultima cena per immagini. Museo del Cenacolo Vinciano. Bis 8.12.

Rom: Poesia e destino. Wie Italien den Werther las. Casa di Goethe. Bis 20.9.

Rom: Maria Lai - Tenendo per mano il sole. MaXXI. Bis 12.1

Rovereto: Il Cinema Post Futurista (Anni 30). Casa Depero. Bis 20.10.

Ulassai (Nuoro): Maria Lai -Tenendo per mano l'ombra. Stazione dell'Arte. Bis 3.11.

Venedig: Jean Dubuffet a Venezia. Palazzo Franchetti. Bis 20.10.

Venedig: Jannis Kounellis. Fond. Prada /Ca' Corner della Regina. Bis 24.11.

Venedig: Biennale Arte 2019. Giardini/Arsenale und andere Orte. Bis 24.11.

Venedig: Luc Tuymans - La Pelle. Palazzo Grassi. Bis 6.1.

 

Demnächst eröffnen:

Il sarcofano di Spitzmaus e altri tesori. Fondazione Prada, Mailand, 20.9. bis 13.1

Peggy Guggenheim. L'ultima Doganessa. Coll. Peggy Guggenheim, Venedig, 21.9. bis 27.1.

De Chrico a Milano. Palazzo Reale, Mailand, 25.9. bis 19.1.

Natalia Goncharova. Palazzo Strozzi, Florenz, 28.9. bis 12.1.

Giapponismo. Venti d'oriente nell'arte europea 1860 - 1915. Pal. Roverella, Rovigo, 28.9. bis 26.1.

Sogni di Oriente - Monet, VanGogh, Gauguin e gli Italiani. Mudec, Mailand, 1.10. bis 3.2.

Raffeallo e gli amici di Urbino. Palazzo Ducale, Urbino, 3.10. bis 19.1.

Leonardo a Roma. Influenze ed eredità. Villa Farnesina, Rom, 3.10. bis 12.1.

De Pisis a Milano. Museo del 900, Mailand, 4.10. bis 1.3.

Gli anni venti in Italia - L'età dell'incertezza. Palazzo Ducale, Genua, 5.10. bis 1.3.

Giulio Romano a Mantova. Palazzo Ducale/Palazzo Te, Mantua, 6.10. bis 6.1.

Marguerite Humeau. Museion, Bozen, 11.10. bis Frühjahr 2020

Richard Artschwager. Mart, Rovereto, 12.10. bis 2.2.

Marina Abramovic - The Kitchen. Cripta San Sepolcro, Milano, 18.10. bis 31.12.