Ausstellungen


AUFERSTANDEN AUS RUINEN

Mailand: wie es im Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Eine Ausstellung im Palazzo Morando erzählt die Geschichte einer Wiedergeburt

copyright Palazzo Morando

Aufbruchsstimmung mit Lambretta bei der Porta Nuova

Mailand (bis 12.2.2017) - Im Sommer 1943 flogen die Alliierten mehrere Bombenangriffe auf Mailand. Seit den Zeiten von Barbarossa hatte die Stadt keine solche Zerstörungswut mehr erlebt. Zwischen Scala, Galleria und Castello zog sich eine Trümmerlandschaft hin. Nur durch ein Wunder blieb Leonardos Abendmahl erhalten. Über die Hälfte der Gebäude der Innenstadt wurden zerstört oder schwer beschädigt. Es gab mehrere Tausend Tote. Eine Bombe traf auch die Crispi-Schule im Stadtteil Gorla, wobei 184 Kinder ums Leben kamen. Salvatore Quasimodo schrieb den Vers: „Vergeblich suchst du im Staub,/ arme Hand, die Stadt ist tot.“ Einen Tag nach der Befreiung im April 1945, als die Alliierten nicht mehr von oben bombten, sondern zusammen mit den Partisanen friedlich einmarschierten, begann der Wiederaufbau.

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LUFT FÜR VARIATIONEN

In Italien verändern die Museen der Moderne mit unkonventionellen Hängungen ihr Gesicht. Zum Beispiel die GNAM in Rom mit der Ausstellung "Time Is Out of Joint"

copyright GNAM

Spiegelungen der Zeiten- Arbeiten von Pino Pascali, Canova und Penone

Rom (GNAM bis 15.4.2017) - Wer in Rom die Galleria Nazionale d’Arte Moderna (GNAM) betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Da spiegelt sich etwa ein Herkules-Statue von Canova aus dem frühen 19. Jahrhundert in einer Bodeninstallation von Pino Pascali aus dem späten 20. Jahrhundert. Und hinter dem Canova zieht sich über die Wandfläche die Arbeit „Goldspolie auf Akaziennadeln“ von Giuseppe Penone (2002) hin. "Time Is Out of Joint" lautet der Titel einer Ausstellung, mit der die seit kurzem amtierende Direktorin Cristiana Collu die Highlights der Sammlung des bislang betulich wirkende Museum durcheinander wirbelt.

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PRÄCHTIGE KOSTÜME, REICHE DOKUMENTE

Die Madame Butterfly an der Mailänder Scala: Eine Wanderung durch die Bühnen- und Kulturgeschichte über vier Stationen von 1904 bis 1985 (und heute) im Scalamuseum

copyright Cluverius

Japanmode vom frühen 18.Jahrhundert - Kostüm (Hanae Mori) für die Inszenierung (Regie Asari) von 1985

Mailand (Museo Teatro alla Scala bis 28.2. 2017) – Die Geschichte der Aufführungen der Madame Butterfly an der Mailänder Scala, wo sie im Februar 1904 auch ihre Uraufführung erlebte, ist voller Höhen und Tiefen. Sie reicht vom Misserfolg ausgerechnet bei der Weltpremiere bis zu wundervollen Entdeckungen der altjapanischen Kultur etwa in einer Inszenierung von 1985. Im Scalamuseum ist parallel zur Spielzeiteröffnung mit einer Neuinszenierung der Puccini-Oper eine kleine, bezaubernde Ausstellung mit Kostümen, Dokumenten und Entwürfen aus über Einhundert Jahren zu sehen. Sie ermöglich Einblicke in vier wichtige Momente (1904, 1925, 1951, 1985) der Aufführungsgeschichte.

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LICHT ALS MATERIE

Arbeiten von Per Kirkeby im Tessiner Kunstmuseum von Mendrisio

copyright Cluverius

Das grüne Pferd als Verweis auf die Kunstgeschichte - "Ohne Titel" (2010)

Mendrisio (bis 29.1.2017) – Der dänische Altmeister Per Kirkeby ist über die Alpen gestiegen. Das Museo d’arte von Mendrisio (Tessin) zeigt eine große Retrospektive des 1938 in Kopenhagen geborenen Künstlers und Geologen. Zum ersten Mal im italienischen Sprachraum sind so rund 80 vorwiegend malerische Arbeiten zu sehen. Dazu kommt eine kleine Auswahl von Skulpturen. Kirkeby hatte in den 1960er Jahren mit Beuys zusammen gearbeitet und als Unabhängiger zur Fluxus-Szene gehört. Später wandte er sich dann eher traditioneller Malerei und Skulptur zu. Er wurde mehrfach zur Kunstbiennale Venedig und zur Documenta Kassel geladen und unterrichtete an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und an der Städelschule in Frankfurt. Die vielseitig Interessierte beschäftigte sich außerdem mit Lyrik und Architektur, schuf Bühnenbilder, realisierte Filme und machte sich auch einen Namen als Kunstkritiker.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

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We will go far - Laure Prouvost im Hangar Bicocca (Mailand)

 

Alba: FuturBalla. Fondazione Ferrero. Bis 27.2.

Brescia: DADA, Geburt der Gegenwartskunst. Museo S.Giulia. Bis 26.2.

CatanzaroPino Pinelli. Marca. Bis 9.4.

Chiasso: J.J. Winckelmann. MAX Museo. Bis 7.5.

Forlì: Art Déco. Gli anni ruggenti in Italia. Musei San Domenico. Bis 18.6.

Genua: Warhol - Pop Society. Palazzo Ducale. Bis 26.2.

LuganoMeret Oppenheim. Lac. Bis 28.5.

Mailand: Jean-Michel Basquiat. Mudec. Bis 26.2.

Mailand: Rubens e la Nascità del Barocco. Palazzo Reale. Bis 27.2.

Mailand: Bellotto und Canaletto. Gallerie d'Italia. Bis 5.3.

Mailand: Boom 60! Era arte moderna. Museo del 900. Bis 12.3.

Mailand: Laure Prouvost. GDM - Grand Dad's Visitor Center. Hangar Bicocca Bis 9.4.

Mailand: Keith Haring, Palazzo Reale. Bis 18.6.

Montagnola (Tessin): Hesse - Landschaft, Garten, Wein. Museum Hesse. Bis 12.3.

Neapel: Fabio Mauri. Museo Madre. Bis 6.3.

Prato: La fine del mondo. (Wiederöffnung) Centro Pecci. Bis 19.3.

Rom: Manzù und Fontana. Castel Sant'Angelo. Bis 5.3.

Rom: Alvaro Siza: Sacro. Maxxi. Bis 26.3.

Rom: Anish Kapoor. Macro. Bis 17.4.

RomArtemisia Gentileschi. Palazzo Braschi. Bis 8.5.

Turin: Bedwyr Williams "Echt". Fondaz. Sandretto. Bis 26.3.

VenedigHieronymus Bosch und Venedig. Palazzo Ducale. Bis 4.6.

 

 

Demnächst eröffnen:

Rita Kernn-Larsen, Fond. Peggy Guggenheim, Venedig, 25.2. bis 26.6.

Manet und Paris, Palazzo Reale, Mailand, 8.3. bis 2.7.

Modigliani. Palazzo Ducale, Genua, 16.3. bis 16.7.

Archeologia del Cenacolo. Castello Sforzesco, Mailand, 21.3. bis 25.6.