Ausstellungen


GIOTTOBLAU UND LABYRINTHISCHE GÄNGE

In Mailand decken Raum- und Lichtinstallationen von Lucio Fontana eine weitgehend vergessene Seite des Künstlers auf, der mit seinen aufgeschnittenen Leinwänden in die Kunstgeschichte eingegangen ist.

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Lucio Fontana, Neonstruktur für die IX. Triennale in der Ausstellung "Ambienti/Environments" im Hangar Bicocca (Mailand)

Mailand (Hangar Bicocca bis 25. Februar) Das Mailänder Piccolo Teatro, das gerade sein 70jähriges Bestehen feiert, begann 1947 in einem umgebauten Kinosaal in der Innenstadt der lombardischen Metropole mit den Aufführungen. Viele Besucher, die dieses historische Theater – heute eine von drei Spielstätten des Piccolo – besuchen, wissen nicht, dass sie unter der Decke eines der bedeutendsten italienischen Nachkriegskünstlers sitzen. Wer den Blick nach oben richtet, kann immerhin ahnen, dass Licht und Luft durch viele unregelmäßigen Löcher fallen, die kein anderer als Lucio Fontana in die Deckenverspannung gestanzt hatte.

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HALB GURU, HALB BAUER

100 Jahre Ettore Sottsass. Eine Ausstellung in der Triennale lässt auch das altes Buchprojekt „There is a Planet“ aufleben 

copyright Giuseppe Varchetta/Triennale

Sperrig, liebenswert, unberechenbar - Ettore Sottsass (1917-2007)

Mailand (Triennale bis 11.3.2018) - Ettore Sottsass war ein Multitalent. Architekt, Designer, Künstler, Schriftsteller. Vor einhundert Jahren wurde er am 14. September 1917 in Innsbruck als Sohn eines Italieners und einer Österreicherin geboren, vor zehn Jahren starb er am 31.12.2007 in Mailand. In der Mailänder Triennale wird er jetzt mit einer ganz intim wirkenden Ausstellung gefeiert, die seine Frau Barbara Radice eingerichtet hat. Designobjekte, Möbel, Skizzen, Fotografien zeichnen mit Zitaten aus seinen Schriften den Lebensweg dieses exzentrischen, von schöpferischer Kraft durchdrungenen Mannes nach.

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MARE MOSTRUM

Wie Künstler sich mit dem Thema Emigration auseinander setzen. Eine Ausstellung der Triennale Mailand und der Fondazione Trussardi

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Emigranten in Mailand - Ausschnitt aus einem Gemälde (250 x 465 cm) des Chinesen Liu Xiadong frei nach dem "Quarto Stato" von Giuseppe Pelizza da Volpedo

Mailand (Triennale bis 20.8.2017)- Rastlos geht es zu auf dieser Erde. Ganze Völkerscharen sind unterwegs, fliehen vor Krieg, Hunger, Perspektivlosigkeit. Grenzen werden geöffnet und wieder geschlossen. Willkommenskulturen entstehen und gehen wieder unter. Menschen sterben elendig auf der Flucht. Mitleid mischt sich mit Ablehnung, Realpolitik mit Indifferenz. Der Blick der Medien ist an Katastrophen gefesselt, der Alltag wird oft weggeblendet. Was bleibt, ist häufig nicht mehr als ein Gefühl von Unbehagen und Hilflosigkeit. Und die Kunst? Wie sich die Gegenwartskunst dem Thema stellt, versucht eine Ausstellung in Mailand zu ergründen, die die Triennale zusammen der Trussardi-Stiftung veranstaltet.

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NEUES LEBEN

Auf Ausstellungen in Fontanellato und in Parma kann man den vielseitigen Künstler Carlo Mattioli, vor allem seine lichtvollen Landschaften und liebevollen Porträts entdecken

copyright Sammlung Barilla d'Arte, Modena

Der Malerfreund - Bildnis von De Chirico (1969) Öl auf Leinwand, 69 x 59 cm

Parma/Fontanellato (bis 24. September 2017) – Die Landschaft der Emilia zwischen Modena und Parma, Ferrara und Bologna hat mit ihren Farben und Stimmungen immer wieder Künstler geprägt. Zu denen gehört auch Carlo Mattioli (geboren 1911 in Modena, gestorben 1994 in Parma). Das Labirinto della Masone in Fontanellato bei Parma zeigt jetzt rund 60 Gemälde aus der Schaffensperiode zwischen 1961 und 1993. In der Biblioteca Palatina von Parma sind zeitgleich Buchillustrationen und Skizzen für Kostüme und Bühnenbilder von Theateraufführungen zu sehen. Anlässlich der Ausstellungen ist das Studio des Künstlers sowie das Mattioli-Archiv in Parma (nach Voranmeldung) zu besichtigen.

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DAS MÄDCHEN UND DER TOD

Der Mailänder Palazzo Reale zeigt Blätter einer gemalten Lebenserzählung von Charlotte Salomon, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Ein Gesamtkunstwerk, das erst langsam ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringt.

copyright Cluverius

Mit dem Selbstporträt von Charlotte Salomon (1917-1943) wirbt die Ausstellung "Vita? O Teatro?"

Mailand (Palazzo Reale bis 25. Juni) – Vor genau 100 Jahren wurde am 16. April 1917 Charlotte Salomon in Berlin geboren. Als Jüdin suchte die junge Künstlerin während des Krieges Unterschlupf bei den Großeltern in Südfrankreich. In einem kleinen Ort bei Nizza entstanden aus einer seelischen Krise heraus während nur 18 Monaten zwischen 1940 und 1942 hunderte Gouachen im A4-Format, mit denen sie ihre Geschichte und die ihrer Familie erzählt. „Leben? Oder Theater?“ lautet der Titel. Charlotte Salomon wurde im September 1943 in Nizza verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo man sie vermutlich gleich nach ihrer Ankunft ermordet hat. Kurz vor ihrer Verhaftung hatte sie noch geheiratet und war bei ihrem Tod im fünften Monat schwanger. Wie durch ein Wunder überstand der Koffer mit den Bildern die Kriegswirren. "Leben? Oder Theater?" wird heute im Joods Historisch Museum von Amsterdam aufbewahrt. Eine breite Auswahl von 270 Arbeiten ist jetzt zusammen mit Fotografien in Mailand im Palazzo Reale zu sehen.

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ZWISCHEN LIEBEN UND LEIDEN

Mit der Ausstellung „Rinascimento elettronico“ im Palazzo Strozzi kehrt der New Yorker Videokünstler Bill Viola nach Florenz zurück

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"The Greetings" -  Video von Bill Viola nach dem Vorbild von Pontormos Gemälde "Heimsuchung"

Florenz (Palazzo Strozzi bis 23.7.) – Das ist keine Ausstellung, die man einfach mal so durchlaufen kann. Allein die Videoarbeiten von Bill Viola aus den Jahren von 1995 bis heute, auf die der Besucher im ersten Stock des Palazzo Strozzi stößt, ergeben aneinandergehängt eine Laufzeit von rund zwei Stunden und 20 Minuten. Dazu kommen in der „Strozzina“, im Kellergeschoss des florentinischen Renaissancepalastes, frühe Arbeiten von 1973 an. Die Ausstellung mit dem Titel „Rinascimento elettronico“ möchte mit insgesamt 26 Werken den gesamten Schaffensraum des heute 66jährigen Videokünstlers aus New York widerspiegeln.

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„EINE MORALISCHE GRAZIE“

Arbeiten des von Goethe bewunderten Malers Guercino aus dem Frühbarock sind im Dom und im Palazzo Farnese von Piacenza zu sehen.

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Susanna im Bade (133 x 181 cm). Eine Arbeit von Guercino um 1649

Piacenza (bis 4.6.2017) – Im Jahr 1626 kam Giovanni Francesco Barbieri, den die Kunstgeschichte wegen eines Augenfehlers „il Guercino“ („den Schieler“) nennt, nach Piacenza. Im Dom der Residenzstadt der Farnese sollte er die kaum begonnen Arbeiten an der Kuppel vollenden, die der frühe Tod eines Vorgängers (Morazzone) unvollendet gelassen hatte. Ein Jahr später war das Werk abgeschlossen. Eine neue Lichtinstallation hat jetzt die farben- und formenprächtigen Fresken der Kuppel, die lange im Dunkel geblieben waren, zu neuem Leben erweckt. Aus Anlass der Einweihung ist zudem in der Capella Ducale des Palazzo Farnese eine Ausstellung mit Arbeiten von Guercino zu sehen. Rund 20 Exponate, die einen kleinen Überblick über sein gesamtes Schaffen geben wollen.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

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Caravaggios Martyrium der hl. Ursula (1610) in den Gallerie D'Italia (Mailand)

 

Bologna: Revolutja. Russische Avantgarde. Mambo. Bis 13.5.

Florenz: Das 16. Jahrhundert in Florenz. Palazzo Strozzi. Bis 21.1.

Gallarate: Kerouac Beat Painting. Maga. Bis 22.04.

Mailand: Dentro Caravaggio. Palazzo Reale. Bis 29.1.

Mailand: Gregotti e Ass. 1953-2017. PAC. Bis 11.2.

Mailand: Toulouse Lautrec. Palazzo Reale. Bis 18.2.

Mailand: Lucio Fontana. Ambienti/Environments. Hangar Bicocca. Bis 25.2.

Mailand: Slight Agitation 3/4: Gelitin. Fondaz. Prada. Bis 26.2.

Mailand: Ettore Sottsass. Triennale. Bis 11.3.

Mailand: Che Guevara, tu y todos. Fabbrica al Vapore. Bis 1.4.

Mailand: L'ultimo Caravaggio.Eredi e nuovi maestri. GallerieD'Italia. Bis 8.4.

Mailand: Revolution 1966-1970. Dai Beatles a Woodstock. Fabbrica al Vapore. Bis 4.4.

Mailand: Sol LeWitt. Between the lines. Fondazione Carriero. Bis 23.6.

Modena: Mutina splendidissima. La città romana. Foro Boario, Modena. Bis 8.4.

Neapel: Darren Bader. Madre. Bis 2.4.

Reggio Emilia: Kandinsky-Cage. Palazzo Magnani. Bis 25.2..

Rom: Picasso.Scuderie del Quirinale. Bis 21.1.

Rom: Bernini. Galleria Borghese. Bis 4.2.

Rovereto: Realismo magico. Pittura italiana anni 20+30. Mart. Bis 2.4.

 

Demnächst eröffnen:

Raffaello e l'eco del mito. Accademia Carrara, Bergamo, 27.1. bis 6.5.

Marino Marini. Fond. Peggy Guggenheim, Venedig, 27.1. bis 1.5.

Frida Kahlo. Mudec, Mailand, 1.2. bis 3.6.

Tino Sehgal. OGR, Turin, 2.2. bis 18.3.

Tra Michelangelo e Caravaggio. Musei San Domenico, Forlì, 10.2. bis 17.6.

Farbenlieder. Hans Werner Henze 1926 -2012. Casa di Goethe, Rom, 10.2. bis 20.5.

I Carracci tra natura e storia. Pinacoteca Nazionale, Bologna, 10.2. bis 17.6.

Post Zang Tumb Tuum - Art,Life,Politics. Italy 18-43. Fond. Prada, Mailand, 15.2. bis 25.6.