Bücher


DIE STEINE VON VENEDIG

John Ruskins monumentale Untersuchung der Baukunst Venedigs im Mittelalter liegt jetzt als Auswahl in einer für den heutigen Leser verständlich gemachten Ausgabe vor.

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Die Piazzetta von San Marco im Winter

Venedig/ Wiesbaden – Als John Ruskin zusammen mit seiner Frau Effie im Herbst 1849 von London aus nach Venedig reiste, hielten Österreichische Truppen die Lagunenstadt in Folge der Unruhen der Jahre zuvor noch besetzt. Während der 22jährigen Effie die Herzen der Gesellschaft zuflogen und sie keine Festlichkeit ausließ, war ihr 30jähriger Mann tagtäglich auch bei widrigen Witterungsverhältnissen mit einem selbstgestellten Arbeitsauftrag unterwegs: die Architektur Venedigs vor allem aus dem Mittelalter zu dokumentieren. So entstanden in drei Bänden zwischen 1851 und 1853 „The Stones of Venice“, eines der erstaunlichsten Werke der frühen Kunstwissenschaft.

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GEGEN DEN STRICH GEBÜRSTET

Italienische Weihnachten – eine Anthologie herausgegeben von Klaus Wagenbach

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Weihnachten am alten Mailänder Hafen

Mailand - Weihnachten in Italien? Da geht es um die Frage, ob die Heiligen drei Könige mit einem Raumschiff unterwegs waren oder nicht. Da spielt ein Landstreicher zur Mitternachtsmesse auf der Orgel. Ein von der Welt enttäuschter Gott meint, die Menschen sollten sich zum Teufel scheren und mit dem Paradies sei es sowieso vorbei. Das sind ziemlich schräge Weihnachten, die Klaus Wagenbach uns mit seiner Anthologie präsentiert, in der er Heilig Abend gegen den Strich bürstet.

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LOTTE IM VALOIS

„Sylvie“ von Gérard de Nerval, Umberto Eco und Burkhart Kroeber

Das Valois nach einer Karte von 1620

Das Valois nach einer Karte von 1620

Mailand - Anzuzeigen ist ein kleines Buch von europäischem Format. Es enthält die zauberhafte Erzählung „Sylvie. Erinnerungen ans Valois“ von Gérard de Nerval, die 1853 zum ersten Mal erschien, auf Französisch und Deutsch. Dazu den Essay „Der Nebel zwischen den Wörtern“, in dem der Italiener Umberto Eco sich mit dem Text auseinandersetzt. Und versucht, das Faszinosum einer Lektüre zu erklären ( – was allerdings nicht immer möglich ist und vielleicht manchmal nur nachgefühlt werden kann).

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DARK LADY UND KORALLEN NIXE

Stefano Bennis kleiner Erzählband „Die Pantherin“

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Sonnenaufgang über dem Meer bei Sardinien (durch ein Fenster gesehen)

Mailand - Einst schrieb er Gags für den Komiker Beppe Grillo. Doch die Italiener haben Stefano Benni längst als einen ihrer vielseitigsten Autoren kennen und lieben gelernt. In Bologna 1947 geboren gehört er auch zu den im Ausland erfolgreichsten Erzählern und Lyriker des Landes mit weltweit über 2,5 Millionen verkauften Exemplaren seiner Bücher. Spielerisch wechselt er die Genres zwischen Science-Fiction und Satire, Märchen und Comic, zwischen Literatur, Theater, Film und Journalismus. In seinem jüngsten auf Deutsch bei Wagenbach erschienenden Band "Die Pantherin“ ist er zur Novelle zurückgekehrt. (Die italienische Ausgabe kam 2014 unter dem Titel "Pantera“ bei Feltrinelli heraus.)

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GEHEIMNISVOLLE GÄSTE (UND AUTOREN)

 Sandor Weltmanns labyrinthische Erzählung „Città di mare con nebbia“ 

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Blick ins Ungewisse - "Zwei Männer am Meer" von Caspar David Friedrich (Alte Nationalgalerie Berlin)

Mailand - Unheimlich geht es zu in der Erzählung Città di mare con nebbia, die ein gewisser Sandor Weltmann auf Deutsch geschrieben haben soll und die Hans Tuzzi jetzt übersetzt und beim Mailänder Verlag Skira herausgegeben hat. „Stadt am Meer im Nebel“ spielt am Ende des Jahres 1888 in einer deutschen Hafenstadt an der Ostsee. Ein Ungeheuer versetzt die Autoritäten in Angst und Schrecken, angesehene Bürger werden ermordet und ihren Leichen werden die Herzen beraubt. Ein geheimnisvoller Gast aus Portugal taucht auf und verschwindet wieder wie das Böse nach einer gespenstischen Jagd durch die Kanalisation.

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