Gestern…


im Kino: Tutto quello che vuoi

Francesco Bruni hat eine liebevolle und zugleich bittere Komödie über die Generationen gedreht.

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Der Poet und der Taugenichts - Giuliano Montaldo und Andrea Carpenzano

Mailand (Cinema Arcobaleno) – Ein 22jähriger Taugenichts, Alessandro, hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden aus dem Viertel auf der Piazza rum. Dumme Sprüche, nichts im Kopf und unfähig tiefe Gefühle zu entwickeln. Doch bald erweist sich, dass man ihn und seine Freunde nicht so einfach abschreiben kann. Widerwillig nimmt Alessandro (Andrea Carpenzano) einen Job an. Er soll den 85jährigen Poeten Giorgio (Giuliano Montaldo), den die Alzheimerkrankheit nach und nach die Erinnerungen durcheinander bringt, auf Spaziergängen begleiten. Ein Dichter, der von seiner Umwelt längst vergessen worden ist. Was eine kopflastige Erzählung hart am Rand von Kitsch und Stereotype hätte werden können, wird in der liebevollen und zugleich bitteren Komödie „Tutto quello che vuoi“ („Alles, was du willst“) von Francesco Bruni stimmig.

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im Kino: Cuori puri

Der Erstlingsfilm von Roberto De Paolis erzählt eine Liebesgeschichte aus dem Alltag unserer Vorstädte zwischen Brutalität und Solidarität.

copyright Young Films/Rai Cinema

Eine Beziehung mit Gittern: Agnese (Selene Caramazza) und Stefano (Simone Liberati)

Mailand (Cinema Anteo) - Sie, Agnese, ist gerade achtzehn Jahre alt; er, Stefano, 25. Sie lebt mit ihrer Mutter und engagiert sich in einer kirchlichen Jugendgruppe an der römischen Peripherie (Tor Vergata). Er lebt allein und kommt aus Problem beladenen sozialen Verhältnissen. Sie versucht sich von der Kontrolle und der erdrückenden Liebe der Mutter zu lösen. Er verdient sich Geld als Wächter eines heruntergekommenen Parkplatzes, der an ein Lager von Roma und Sinti grenzt. Agnese und Stefano begegnen einander und es beginnt eine schwierige Beziehung.

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in der Oper: Die Meistersinger von Nürnberg

Daniele Gatti dirigiert an der Scala eine umjubelte Aufführung von Richard Wagners einziger Oper semiseria

copyright Teatro alla Scala Milano

Schuster und Meistersänger - Michael Volle überzeugt in der Rolle des Hans Sachs

Mailand (Teatro alla Scala) – Richard Wagner führt uns mit seinen Meistersingern (Uraufführung 1868) in die Renaissancezeit. Die Inszenierung an der Scala stellt sie unter der Regie von Altmeister Harry Kupfer in die Gegenwart. Die Geschichte eines Sängerwettstreits - als Preis winkt dem Sieger die einzige Tochter des reichsten Mannes der fränkischen Kaiserstadt - entwickelt sich auf dem Hintergrund des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Nürnberg und der Zeit des Wiederaufbaus . Die Brücke zwischen dem Gestern und Heute schlägt das von Daniele Gatti geführte Orchester mit einer wundervoll weichen Interpretation.

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im Kino: Padre d’Italia

Zwischen Lebensangst und Übermut - ein ungleichen Paar auf der Reise durch Italien. Zwei junge Erwachsene, denen es schwerfällt, erwachsen zu werden.

copyright Bianca Film

Lust am Leben - Isabella Ragonese in "Il Padre d'Italia"

Mailand (Cinema Mexico) – Paolo, 30 Jahre alt, lebt zurückgezogen in Turin in einer Problem beladenen homosexuellen Beziehung. Eines Abends trifft er auf die etwa gleichaltrige, im sechsten Monat schwangere Mia, die Sängerin einer Rockband. Nach einem Ohnmachtsanfall begleitet er sie ins Krankenhaus und beherbergt sie für eine Nacht in seiner Wohnung. Danach bringt die vitale, optimistische und zugleich etwas durchgedrehte Frau das stille Leben von Paolo völlig durcheinander.

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im Theater: Bestie di scena

Die Uraufführung von Emma Dantes neuestem Stück am Piccolo Theater

copyright Piccolo Teatro Milano/Masiar Pasquali

Schamlose Ernsthaftigkeit von "Bühnentieren" - Emma Dantes "Bestie di scene"

Mailand (Piccolo Teatro) – Das Stück „Bestie di scena“ („Bühnentiere“), das jetzt am Piccolo uraufgeführt wurde, ist ein Arbeit über Schauspieler. 14 Darsteller, sieben Frauen und sieben Männer der sizilianischen Compagnia Sud Costa Occidentale, zeigen sich auf der Bühne splitternackt. In langen Proben haben sie sich unter der Regie von Emma Dante damit auseinander gesetzt, Scham abzulegen, Blicke auszuhalten und die eigene Körperlichkeit frei, gleichsam „tierisch“ in ein Bühnenspiel einzubringen. Die „Bühnentiere“ spielen und kämpfen, schreien und streiten, lachen und werden verrückt.

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im Theater: Prima della Pensione

Thomas Bernhards italienische Fassung von „Vor dem Ruhestand“ mit Elena Bucci und Marco Sgrosso, die das Stück auch inszeniert haben, zwischen menschlicher Tragödie und politischer Satire

copyright Emilia Romagna Teatro Fondazione

Tragikomische Feier zu Himmlers Geburtstag - von links : Vera (Elena Bucci), Clara (Elisabetta Vergani) und Rudolf (Marco Sgrosso)

Mailand (Teatro dell’Elfo) – Das Stück, das wegen seiner realen politischen Bezüge eine Sonderstellung im Werk von Thomas Bernhard (1931 – 1989) hat, ist sperriger, als es zunächst scheint. Es nimmt den Fall des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU) zum Anlass, der währende der NS-Zeit als Marinerichter Todesurteile und Hinrichtungen zu verantworten hatte, was erst in den 1970er Jahre bekannt wurde und schließlich zum Rücktritt 1978 Filbingers führte. Der hatte sein Tun mit dem Satz entschuldigt „Was damals rechtens war, kann heute kein Unrecht sein“. Er war zuvor mit hohen Orden geehrt worden, unter anderen auch mit dem Verdienstorden der italienischen Republik (Ordine al Merito della Repubblica Italiana), was in Italien so gut wie unbekannt ist.

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in der Oper: Madama Butterfly

Die Scala eröffnet ihre Spielzeit mit Giacomo Puccini. Am Pult überzeugt Riccardo Chailly, ansprechend die Sänger, weniger überzeugend die Regie von Alvis Hermanis

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Madama Butterfly mit Maria José Siri (in der Mitte als Butterfly), sowie sitzend Bryan Hymel (Pinkerton) und Carlos Alvarez (Konsul)

Mailand (Teatro alla Scala) - Zur Saisoneröffnung griff die Scala auf einen ihrer größten Misserfolge in der Geschichte zurück – auf die Welturaufführung von Puccinis „Madama Butterfly“ am 17. Februar 1904 an der Mailänder Bühne. Nachdem die Inszenierung beim Publikum wie bei der Kritik durchgefallen war, veränderte der tief enttäuschte Komponist das Stück durch Kürzungen und Umstrukturierungen (u.a. drei statt zwei Akte). Ein paar Monate später gelang der Butterfly nach einer Neuinszenierung in Brescia ein triumphaler Neustart. Heute gehört die tragische Geschichte um die treue Cio-Cio-San aus Nagasaki und ihre enttäuschte Liebe zu dem amerikanischen Marineoffizier F.B. Pinkerton weltweit zu einer der meistgespielten Opern.

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