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KULTURELLES GEDÄCHTNIS

Aleida und Jan Assmann werden mit dem Balzan Preis 2017 geehrt

Aleida und Jan Assmann

Auf den langen Wellen der Geschichte: Balzan Preisträger Aleida und Jan Assmann

Mailand - Der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann und seine Frau, die Anglistin und Literaturwissenschafterin Aleida Assmann werden mit dem Premio Balzan 2017 in Fachbereich Geschichte (Kollektives Gedächtnis) ausgezeichnet. In diesem von dem Franzosen Maurice Halbwachs begründeten Bereich der Geschichts- und Gesellschaftsforschung haben die beiden Assmann die Theorie vom „kulturellen Gedächtnis“ entwickelt, nach der Traditionen, Kulte und Gebräuche, die über viele Generationen vermittelt werden, unser Zeitbewusstsein und unser Selbst- und Weltbild ebenso prägen wie die Art der Vermittlung.

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"WIE AUF EINEM MARKT FÜR FUSSBALLER"

Italien diskutiert über die Ankündigung von Eike Schmidt, von den Uffizien an das Kunsthistorische Museum Wien zu wechseln

Abschied Herbst 2019: Eike Schmidt redet über die Gründe seines Wechsels nach Wien

Abschied Herbst 2019: Eike Schmidt redet über die Gründe seines Wechsels 

Florenz/Mailand - Für die italienische Kulturwelt war die Ankündigung ein Schock: Der deutsche Kunsthistoriker Eike Schmidt wird die Uffizien am Ende seiner vertraglich vereinbarten Amtsperiode Ende 2019 verlassen und dann die Nachfolge von Sabine Haag bei der Leitung des Kunsthistorischen Museums Wien antreten. Das sei kein gutes Zeichen, kommentierte der Architekt und ehemalige Kulturpolitiker Stefano Boeri. Man habe den Eindruck, Schmidt habe die Uffizien nur als Sprungbrett für einen Karrieresprung genutzt.

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SCHNELL NOCH IN DIE UFFIZIEN

Das bedeutendste Kunstmuseum Italiens revolutioniert die Eintrittspreise

copyright  www.uffizi.org

Wenn der Frühling kommt, steigen die Eintrittspreise - Botticellis Primavera in den Uffizien

Florenz/Mailand - Unter den großen europäischen Museen kann man die Uffizien bislang zum Schnäppchenpreis besichtigen. Zwischen 17 und 20 Euro kosten die Tickets fürs Louvre (Paris), den Prado (Madrid), das Belvedere (Wien) oder das Rijksmuseum (Amsterdam) – die Uffizien, Italiens bedeutendstes Kunstmuseum (2,9 Besucher im Jahr 2016) gibt sich bislang mit 8 Euro (plus 4 Euro Gebühr bei Vorbuchung) zufrieden. Einen Aufpreis (zusätzlich 4,50 Euro) wird nur bei Sonderausstellungen wie gerade bei der über Sangallo verlangt. Doch das wird sich bald ändern.

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WENN KEINE BRÜNNLEIN FLIESSEN

Italien und das Wasser: ein Lebensmittel und Kulturgut, um das gekämpft wird.

Ohne Wasser - Brunnen auf dem Petersplatz

Ohne Wasser - Brunnen auf dem Petersplatz

Mailand/Rom - Es ist heiß in Italien, über 40 Grad sind die Temperaturen in den ersten Augusttagen gesteigen. Fehlender Regen und diese lang andauernde Hitzewelle wie seit hundert Jahren nicht mehr haben das Land ausgetrocknet. Wald- und Buschbrände nehmen zu und das Wasser wird knapp. In Rom läuten alle Alarmglocken, obgleich man hier seit der Antike über ein weitverzweigtes Netz zur Versorgung der rund 3,8 Millionen Einwohner in und um die Hauptstadt verfügt. Doch seit Jahrzehnten ist kaum etwas getan worden, um die 5.400 Kilometer Leitungen im Stadtgebiet zu erneuern. Über 44 Prozent des eingespeisten Wassers geht unterwegs verloren – im Landesdurchschnitt sind das 38 Prozent, in Mailand sogar nur 16 Prozent. Umgekehrt sind die Römer Landesmeister im Wasserverbrauch: durchschnittlich 300 Liter pro Kopf und Tag gegenüber 245 Liter im restlichen Italien.

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„ZENSUR IST INAKZEPTABEL“

Der italienische und der internationale Verlegerverband protestieren gegen das Verbot von Büchern über Gender-Familien in den kommunalen Bibliotheken von Verona

copyright IPA

Herrliche Stadt, konservativer Geist: Verona

Mailand/Verona – Kaum als Spitzenkandidat einer Mitte-Rechts-Koalition gewählt hat der neue Bürgermeister von Verona Federico Sboarina angekündigt, sein Wahlprogramm zügig umzusetzen und wie gefordert alle Veröffentlichungen aus den kommunalen Bibliotheken, Schulen, Kindergärten und Institutionen zu entfernen, die Familien gleichen Geschlechts mit traditionellen, „natürlichen“ Ehebünden auf eine Stufe stellen. Dagegen hat jetzt der Niederländer Michiel Kolman, Präsident der International Publisher Association (IPA) in einem Schreiben an den Bürgermeister protestiert.

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NEUE STRAHLKRAFT UND LESBARKEIT

Mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis werden in diesem Jahr Victoria Lorini und Reimar Klein ausgezeichnet.

Le Vite - Erstausgabe der Lebensbeschreibungen von 1550, durch die Giorgio Vasari zum "Vater der Kunstgeschichte" wird

Ein Jahrhundertwerk: Le Vite - Erstausgabe der Lebensbeschreibungen aus dem Jahr 1550, durch die Giorgio Vasari zum "Vater der Kunstgeschichte" wurde

Berlin/Florenz/Triest – Die „Vite“, die Lebensbeschreibungen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten, die Giorgio Vasari  1550 in erster und 1568 in zweiter Auflage publizierte, gelten als ein Fundament für die wissenschaftliche Auseinandersetzung in der Geschichte der Kunst. Es sind Texte zu vorwiegend italienischen Künstlern von Cimabue und Giotto bis Tizian und Vasari selbst. Der Wagenbach Verlag Berlin hat sie zusammen mit dem Deutschen Kunsthistorischen Institut Florenz in einer „Edition Giorgio Vasari“ unter der Leitung von Alessandro Nova  in einer Taschenbuchreihe neu auf Deutsch und vor allem ungekürzt herausgegeben und kommentiert. Die meisten Texte dieser großartigen wissenschaftlichen wie verlegerischen Arbeit, die in 45 Bänden zwischen 2004 und 2015 entstand, hat Victoria Lorini übersetzt. Dafür wird sie jetzt mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis ausgezeichnet.

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ALTE ZÖPFE

Der Staatsrat setzt das Urteil eines Verwaltungsgerichts in Sachen Berufung von Museumsdirektoren aus. Kulturminister Franceschini kann aufatmen

Palazzo Spada in Rom, Sitz des Consiglio di Stato

Palazzo Spada in Rom, Sitz des Consiglio di Stato

Mailand / Rom – Der Consiglio di Stato (Staatsrat) hat am Donnerstag 15. Juni das Urteil des Verwaltungsgerichts (TAR) der Region Latium vorläufig ausgesetzt, das die Berufung von Direktoren für staatliche Museen nach dem neuen Ausschreibungsverfahren für nichtig erklärt und die sofortige Suspendierung der Direktoren angeordnet hatte (siehe auf Cluverius "Zwischen Europa und der Vorgeschichte"). Gegen diese Entscheidung hatte das Kulturministerium Berufung beim Staatsrat eingelegt. Vorausgegangen waren Klagen von unterlegenen Kandidaten in fünf Fällen, darunter auch für den Palazzo Ducale von Mantua, an den vor zwei Jahren der Österreicher Peter Assmann berufen worden war.

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