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DER ERSTE WELTSTAR UNTER DEN DIRIGENTEN

Vor 150 Jahren wurde Arturo Toscanini geboren. Gefeiert wird in Italien und auch in den USA. Das Scala-Museum widmet ihm eine kleine Ausstellung

Arturo Toscanini (1867-1957) am Flügel in seiner Wohnung in New York

Arturo Toscanini (1867-1957) am Flügel in seiner Wohnung in New York

Mailand - Am 25. März 1867 wurde Arturo Toscanini im norditalienischen Parma als Sohn eines Schneiders geboren. Früh entdeckte man sein musikalischen Talent. Italien feiert nun seinen 150. Geburtstag. Mittelpunkt ist Mailand, wo an der Scala Riccardo Chailly ein Konzert zu seinen Ehren unter anderem mit der 7. Symphonie von Beethoven dirigiert. Zu dem Abend werden neben dem Kulturminister auch der italienischen Staatspräsident erwartet. Derweil ist im Museum des Teatro alla Scala eine Ausstellung über das Leben und den Mythos von Arturo Toscanini zu sehen. Veranstaltungen gibt es auch in Parma, Bologna und New York.

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EIN PROVOKATEUR DER ARTE POVERA

Jannis Kounellis ist im Alter von 80 Jahren in Rom gestorben. Er nannte sich einen "Maler, der aus dem Bild ausbrechen und mit dem Publikum ins Gespräch kommen wollte."

Jannis Kounellis (1936-2017) vor einer Arbeit für ein Mailänder Krankenhaus

Jannis Kounellis (1936-2017) vor einer Arbeit für ein Mailänder Krankenhaus

Rom - Jannis Kounellis wurde 1936 in Piräus geboren. Mit zwanzig Jahren verließ er Griechenland und ging nach Italien, wo er in Rom und Umbrien seinen Lebensmittelpunkt fand. Nach dem Studium an der römischen Kunstakademie brach er in ersten Ausstellungen mit der Traditionen der klassischen Moderne und verabschiedete sich vom Leinwandbild. Kunst, so glaubte er, könne nur noch in der „Theaterhaftigkeit des Raumes“ zu sich selbst kommen. Zusammen mit anderen Künstlern nutzte er Alltagsmaterialen aller Art, grobe Stoffe, Holz, Eisen oder Kohle, die er in Installationen wie für ein „Theater der Armen“ arrangierte und bearbeitete. Der Kritiker Germano Celant schuf für diese heterogene Gruppe von Einzelpersönlichkeiten unterschiedlicher Herkunft und jeweils eigener Poetik, zu der Alighiero Boetti, Luciano Fabro, Giulio Paolini oder eben Jannis Kounellis gehörten, den Oberbegriff „Arte Povera“. Installationen von Kounellis, die im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrem Einsatz wuchtiger Materialen den Begriff „Arbeit“ deutlich machten, waren auf der Kassler documenta (1972 und 1982) wie auch mehrfach auf der Biennale von Venedig zu sehen.

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WIEDER IN DIE ARME GENOMMEN

Riccardo Muti hat mit dem Chicago Symphonie Orchestra nach zwölfjähriger Abstinenz an der Mailänder Scala zwei umjubelte Konzertabende gegeben

copyright Teatro alla Scala/Silvia Lelli

Triumphal - die Rückkehr des verlorenen Sohnes an die Scala

Mailand – Nun ist er zurück gekehrt. Riccardo Muti war vor zwölf Jahren nicht ganz unschuldig an den chaotischen Verhältnissen an der Mailänder Scala gewesen, die er im April 2005 Türe schlagend verlassen hatte. Jetzt feierte er am 20. und 21. Januar mit zwei Konzerten seines Chicago Symphonie Orchestra eine triumphale Wiederkehr. Am Freitag Abend unter anderem mit der symphonischen Dichtung „Don Juan“ von Strauss und der 4. Symphonie von Tschaikowski. Am Sonnabend ragten Hindemiths „Konzertmusik op. 50“ und Musorgskis „Bilder einer Ausstellung“ heraus. Als Zugabe und als Hommage an Giuseppe Verdi (und die Scala) dirigierte er die Ouvertüre von Nabucco. Das Publikum - unter viel lokaler Prominenz auch Kulturminister Dario Franceschini - feierte den Maestro und das Orchester mit einer Standing Ovation. Bei einer kurzen Rede widmete Riccardo Muti das Gastspiel den jüngsten Opfern des Erdbebens und der Lawinenkatastrophe in Mittelitalien.

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DAS SCHWEIGEN BEWAHREN

Zur Erinnerung an den Anthropologen und Schriftsteller Giulio Angioni

copyright La Nuova Sardegna

Giulio Angioni 1939 - 2017

Mailand/ Cagliari - Die Beschäftigung mit sich selbst ist für eine Gesellschaft, die auf einer Insel lebt, eigentlich selbstverständlich. In Sardinien kommt ein Bruch mit der eigenen Geschichte hinzu, einer Geschichte, die sich tausend, zweitausend Jahre nicht, oder nur wenig bewegt hatte. Der Anthropologe und Schriftsteller Giulio Angioni, der 1939 in Guasila (Provinz Cagliari) auf die Welt kam, erzählt, er habe noch eine Jugend erlebt, „die näher an der Jugendzeit vor tausend oder zweitausend Jahren war als an der von heute.“ Mit diesem Bruch zwischen Geschichte und Gegenwart muss sich jeder Schriftsteller auf Sardinien auseinandersetzen, wie Angioni auch in einem brillanten Essay schreibt, der dem Fotobuch von Marianne Sin-Pfältzer: Sardinien. Menschliche Landschaften (Ilisso Edizioni, Nuoro 2015) vorangestellt ist.

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BARBARA JATTA ÜBERNIMMT DIE VATIKANISCHEN MUSEEN

Zum ersten Mal führt eine Frau eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt

copyright L'Avvenire

Barbara Jatta, die neue Direktorin der Vatikanischen Museen

Vatikanstadt/Rom (21.12.2016) – Zum ersten Mal übernimmt eine Frau die Leitung der Vatikanischen Museen. Die 54jährige Archivarin und Kunsthistorikerin Barbara Jatta aus Rom wurde kurz vor Weihnachten von Papst Francesco ernannt. Sie löst am 1. Januar Antonio Paolucci (77) ab, vormals oberster Denkmalschützer von Florenz, der den Apostolischen Museen seit 2007 vorgestanden hatte. Unter seiner Leitung konnte zuletzt der sogenannte Braccio Nuovo mit der bedeutenden Sammlung antiker Skulpturen nach einer langen, siebenjährigen Restaurierung wieder eingeweiht werden. Die Vatikanischen Museen (800 Mitarbeiter, 6 Millionen Besucher jährlich) gehören mit einem sieben Kilometer langem Ausstellungs-Parcours, der unter anderem durch die Sixtinische Kapelle führt, zu den größten Kunstsammlungen der Welt.

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SPITZENREITER MANTUA

Eine Bestenliste über die Lebensqualität der italienischen Provinzen zeichnet die kleinstädtischen Lebensräume des Nordens aus. Ballungsräume und der Süden hinken weit hinterher.

Mailand - Wo lebt es sich am besten in Italien? Nach einer jüngsten Untersuchung der Mailänder Wirtschaftszeitung "Italia Oggi" in Zusammenarbeit mit der römischen Universität "La Sapienza" liegen die Provinzen Mantua (Lombardei), Trento (Trentino-Alto Adige), Belluno (Venetien) ganz vorne. Die Großstadträume findet man unter 110 Provinzen nur im hinteren Mittelfeld oder gar am Ende. Am besten schneidet noch Mailand auf Platz 56 ab, verliert aber gegenüber dem Vorjahr 7 Ränge.

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WENIG MUT ZUR GEGENWART

Die von Isozaki entworfene Loggia für die Uffizien lässt Florenz nicht zur Ruhe kommen

Aus dem Jahr 1998: Das Projekt von Arata Isozaki

Aus dem Jahr 1998: Das Projekt von Arata Isozaki

Florenz – Kinder, wie die Zeit vergeht – und doch alles beim Alten bleibt! Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit 18 Jahren darüber nach, ob ein zweiter Zu- beziehungsweise Ausgang auf der Rückseite der Uffizien gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozaki hatte sich 1998 zusammen mit seinem Kollegen Andrea Maffei bei einer internationalen Ausschreibung gegen illustre Kollegen wie Mario Botta, Norman Foster oder Hans Hollein mit dem Entwurf einer hohen Loggia durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht aus Polycarbonat tragen. Mit der „pietra serena“, dem toskanischen Sandstein, soll auch die leicht ansteigende Fläche gepflastert werden, die das Gefälle zwischen dem Niveau der Piazza und dem des Erdgeschosses der Uffizien ausgleicht. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium.

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