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PERMIO MERCURIO

Der deutsch-italienische Wirtschaftspreis ging 2018 unter anderem an Enel Green Power und das Mailänder Architekturstudio LAND

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Geehrt: In der Mitte Giuseppe Sala und Andreas Kipar, Gründer von LAND (Landscape, Architecture, Nature, Development). bei der Preisübergabe in Düsseldorf

Mailand/Düsseldorf – Der deutsch-italienische Wirtschaftspreis Premio Mercurio wurde in diesem Jahr an das Energieunternehmen Enel Green Power (Rom, Berlin) „für Know-how-Austausch zum Übergang zur erneuerbaren Energie in Europa“ verliehen. Mit Sonderauszeichnungen wurden geehrt das Architekturbüro LAND (Mailand, Düsseldorf, Lugano) „für die deutsch-italienische Kooperation im Bereich Umwelt/grüne Stadt“, das Unternehmen Bracco Imaging (Mailand, Konstanz) „für deutsch-italienische Kooperation in F&E im Bereich Medizintechnik“, sowie die Hochschule für Musik und Tanz Köln „für interkulturelles Engagement Italien-Deutschland“. Die Preisverleihung fand am 5.Juli in Düsseldorf statt.

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NA, ALSO

Die ausländischen Direktoren italienischer Kultureinrichtungen bleiben im Amt

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Der Chef darf bleiben - Palazzo Ducale von Mantua

Rom / Mailand – Das lange Hin und Her um die Rechtmäßigkeit der Berufung ausländischer Direktoren ist vorbei – sie können im Amt bleiben. Die höchste Instanz innerhalb des Consiglio di Stato – vergleichbar mit dem Bundesverwaltungsgericht in Deutschland – hat mit einen endgültigen Beschluss die Klage gegen Peter Assmann, den österreichischen Direktor des Palazzo Ducale von Mantua zurückgewiesen. In der Begründung heißt es, dass die Berufung ausländischer Persönlichkeiten in Leitungsfunktionen staatlicher Einrichtungen rechtens sei, wenn es sich dabei nicht um Einrichtungen in Militär-, Polizei- und Sicherheitsbereichen handele. Mit der Entscheidung in einem Präzedenzfall sind auch alle weiteren Klagen gegen ausländische Direktoren hinfällig, wie die Tageszeitung la Repubblica berichtet.

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DER NEUE

Alberto Bonisoli, der der Fünfsternebewegung nahesteht, wurde zum Kulturminister der italienischen Regierung ernannt

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Alberto Bonisoli  (57)- der neue Kulturminister Italiens

Mailand/ Rom – Italien hat eine neue Regierung und damit einen neuen Kulturminister. Auf den Schriftsteller Dario Franceschini von dem PD folgt der Bildungsfachmann Alberto Bonisoli, geboren 1961 in der Nähe von Mantua. Bonisoli, der in Mailand lebt, gilt als Experte für internationalen Erziehungsfragen und Design. Er stand zuletzt der staatlich anerkannten privaten Mailänder Universität der schönen Künste Naba (Nuova accademia di belle arti) vor, die mit ihren 3000 Studenten zum Network des weltweiten Bildungskonzern Galileo Global Education gehört. Galileo unterhält 32 Privatuniversitäten in 12 Staaten – in Deutschland unter anderem in Freiburg und München. Bonisoli hatte bereits in verschiedenen Funktionen dem römischen Kulturminister als Berater gedient und an der Wirtschaftsuniversität Bocconi unterrichtet. Er leitet außerdem seit 2013 eine Plattform zu Ausbildungsfragen im Bereich Mode.

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IM STRUDEL EINES IDEENRAUBS

Der österreichische Künstler Helmut Schober protestiert gegen die Wiederholung eines von ihm erdachten Installation mit Wasserwirbeln durch das japanische Kollektiv TeamLab 

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Abgekupfert? Die Wasserwirbelinstallation von TeamLap im Internet

Mailand - Der Grad ist schmal zwischen der originalen Schöpfung eines Kunstwerkes zu einem bestimmten Thema und der mehr oder weniger kongenialen Bearbeitung des Themas in einem anderen Werk. Können zwei Originale sich ähneln, wo fängt die Kopie an, wo der Gedankenraub und gibt es ein international einklagbares Recht auf die gleichsam Erstgeburt einer Idee? Der Maler und Performance-Künstler Helmut Schober staunte jedenfalls nicht schlecht, als er vor ein paar Monaten im Internet auf eine Lichtinstallation des japanischen Kollektivs TeamLab stieß, in der er eigene Ideen entdeckte.

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TRÄUMERISCHE NEOREALISTEN

Mit dem Tod von Vittorio Taviani endet die Zusammenarbeit zweier Brüder, die das italienische und das europäische Kino geprägt haben

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Vittorio Taviani 1929 - 2018

Mailand / Rom – In der italienischen Filmwelt gab es kaum jemanden, der das volkstümliche Kino so mit dem poetischen verbinden konnte wie das Bruderpaar Vittorio und Paolo Taviani aus San Miniato bei Pisa. Arbeiten von Allonsanfan (1974) über Padre Padrone (1977, Goldene Palme in Cannes) bis Cesare deve morire (2012, Goldener Bär in Berlin) haben die Geschichte des europäischen Films geprägt. Bei ihrer letzten Produktion Una questione privata (2017) nach einer Erzählung von Beppe Fenoglio musste der jüngere Paolo (geboren 1931) allein am Drehort in den Hügeln des Piemonts Regie führen, während der ältere Vittorio (geboren 1929), der noch das Drehbuch mitgeschrieben hatte, krank in Rom zurückblieb. Nun ist Vittorio Taviani im Alter von 88 Jahren in Rom gestorben.

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OHNE IDEEN

Nach der Wahl droht Italien Stagnation – auch in der Kulturpolitik. Dabei wäre ein Paradigmenwechsel notwendig.

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Nichts zu sagen? "Nach der Wahl" ist vielleicht auch bald wieder "vor der Wahl" - unbenutzte Plakatflächen in Mailand

Mailand/ Rom - Italien hat gewählt. Das Ergebnis jedoch, das auf eine Art Pattsituation hinausläuft zwischen der heterogenen Fünfsternebewegung M5S und der Rechtskoalition unter der Führung der kleinbürgerlichen und fremdenfeindlichen Lega – Berlusconis rechtsliberale Forza Italia spielt hier nur noch die zweite Geige –, das lässt nichts Gutes hoffen für die politische Entwicklung des Landes. Und für die kulturelle schon gar nicht. Stagnation ist angesagt. Auch weil der Partito Democratico nach der Abspaltung seines linken Flügels von den Wählern abgestraft wurde.

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IN PARTNERSCHAFT MIT FRANKFURT

Neustart der Mailänder Buchmesse „Tempo di Libri“ im März. Die Buchmesse unterstützt die Veranstaltung mit ihrem Fellowship Programm

Copyright: AIE

Vorstellung vom Tempo di Libri u.a. mit Bürgermeister Giuseppe Sala (3. v.l.) und Regionalpräsident Roberto Maroni (4.v.l.). Rechts außen der Messedirektor Andrea Kerbaker

Mailand - Die vom italienischen Verlegerverband AIE veranstaltete Messe „Tempo di Libri“ (Zeit für Bücher“) möchte sich neben dem Turiner „Salone del Libro“ als zweite große italienische Buchmesse etablieren. „Tempo di Libri“ findet dieses Jahr vom 8. bis 12. März auf dem zentrumsnahen Gelände der Mailänder Stadtmesse (Fieramilanocity) statt. Wie im vergangenen Jahr erfolgreich erprobt wird parallel ein Milan International Rights Center eingerichtet (8. bis 10. März), für das sich bereits Verlagsvertreter und Literaturagenten aus 30 Ländern angemeldet haben. „Tempi di Libri“ hat in Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse ein „Frankfurt-Milan Fellowship Programm“ organisiert, das am 6. und 7. März eine internationale Delegation von Vertretern der Verlagsbranche die Gelegenheit geben wird, den italienische Buchmarkt genauer kennen zu lernen.

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KEIN THEMA

Italien vor der Wahl: Kultur bleibt für die Politik belanglos. Debatten führen, wenn überhaupt, nur Insider. Der Rest ist Stimmungsmache (gegen Ausländer und Randgruppen)

Wider den Rechtsruck- Demonstration in Mailand gegen Gewalt durch Faschismus, Rassismus und Sexismus

Mailand/Rom - Am 4. März wird in Italien ein neues Parlament gewählt, gleichzeitig finden Landtagswahlen in der Lombardei, der größten Region des Landes statt. Der Wahlkampf war jedoch nur schleppend in Gang gekommen. Wochenlang hatten sich Parteien vor allem intern gestritten und um die Besetzung von Listenplätzen und Wahlkreisen mit aussichtsreichen Direktmandaten gefeilscht. Inzwischen haben populistische Kampagnen inhaltlich Debatten völlig übertönt. Kulturthemen wie die Finanzierung und Ausrichtung der Museen, Förderung der Lesekultur, Unterstützung von Theater und Kino gingen nicht nur unter, sie wurden nicht einmal mehr gestellt.

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DIE STIRN BIETEN

Edizioni e/o, der Verlag von Elena Ferrante, verweigert sich dem Vertriebsriesen Amazon

copyright Corriere della Sera/Reuters

Ein Ozean von Büchern - Amazon Lager in London

Mailand/ Rom - David gegen Goliath ist eine Geschichte, die man jeden Tag wieder neu (und anders) schreiben kann. Im italienischen Verlagswesen zum Beispiel lehnt sich gerade der kleine römische Verlag Edizioni e/o, der unter anderem die Bücher der mysteriösen Bestsellerautorin Elena Ferrante herausgibt, gegen den Vertriebsriesen Amazon auf. Amazon, so heißt es in einer Mitteilung der Verleger Sandro Ferri und Sandra Ozzola, habe e/o aufgefordert, den Skonto für die Bücher des Verlages, zu erhöhen, was sie abgelehnt haben. Ferri und Ozzola nenen keine Zahlen, doch der Corriere della Sera spricht von einer Forderung um die 50 Prozent Preisnachlass auf den Verkaufspreis. In Italien kann man davon ausgehen, dass in der Regel die Verlage dem unabhängigen Buchhandel einen Rabatt von 30 bis 35 Prozent gewähren, der sich für die Ketten wie etwa Feltrinelli oder Mondadori auch auf 40 bis 45 Prozent erhöhen kann.

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