Unterwegs


In Cortona

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Von Wolkenstreifen umstrahlt - die mittelalterliche Chiesa di San Francesco

Cortona, Anfang Februar 2017 – Steil ziehen sich die Gassen zur Franziskuskirche hoch. Fra Elia hat mit ihrem Bau um 1245 in der einst kaiserlichen Stadt im Südosten der Toskana begonnen. In diesen ruhigen Wochen des Jahres, wenn der Winter noch nicht ganz gegangen ist, und der Frühling unter einer blassen Sonne nur schüchtern erste Blüten zeigt, gibt sich Cortona mittelalterlich verschlossen. Die Zeit scheint aufgehoben, der Blick streift von der Hügelstadt aus über die Valdichiana südlich zum Trasimenischen See. Nördlich liegt die Einsiedelei Le Celle nicht weit.

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In Genua

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Frühlingshaft - Boccadasse am letzten Tag des Jahres

Genua, zu Silvester 2016 – Ein strahlender Tag am Meer. In Nervi muss man allerdings auf einen Spaziergang durch die alten Parkanlagen verzichten. Noch sind die Verheerungen, die orkanartige Herbststürme im Oktober angerichtet hatten, nicht beseitigt und die Parks bleiben bis auf weiteres geschlossen. Von der Uferpromenade aus sieht man, wie ein Löschflugzeug auf dem Meer Wasser aufnimmt und dann im hohen Bogen landeinwärts fliegt. Bei der trockenen Witterung dieser Nachweihnachtstage kommt es immer wieder zu Busch- und Waldbränden.

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In Venedig

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Wenn der Abend kommen, leuchten am Canal Grande die ersten Lichter auf

Venedig, Mitte Dezember 2016 – Tief liegt eine graue Decke über der Lagune und es will sogar mittags nicht richtig Tag werden. Die Serenissima gibt sich dennoch gelassen. Die Venezianer haben endlich Platz beim schnellen Vorwärtskommen. Und können sich bei den Weihnachtsbesorgungen Muße gönnen. Derweil protestieren ambulante Fischhändler, die sich von UE-Normen in ihrer Existenz bedroht sehen, vor dem Rathaus.

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In Rom

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Rom von seiner schönen Seite auch Herbst: Die Spanische Treppe

Rom, Mitte November 2016 – Was das Wetter angeht, zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite. Tiefblau breitet sich der Himmel über dem Pincio aus, ein herbstliches Blühen durchzieht die Villa Borghese. Auf den Stufen der Spanischen Treppe sitzen Touristen und sonnen sich. Wer hier Picknicken möchte, wird von einem Vigile höflich aufgefordert, aufzustehen und die Treppe zu verlassen. Gerade erst ist die Anlage renoviert worden, jetzt achtet man auf Dekors.

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In der Planargia

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Der Nuraghe Nuraddeo unweit von Suni im Westen Sardiniens

Bosa, Anfang September 2016 – Auf dem Weg nach Bosa an der Westküste Sardiniens geht es über Nebenstraßen kreuz und quer durch die Hochebene der Planargia. Manchmal fällt die Straße in engen Kurven ab, um einen Wasserlauf zu überqueren. Doch sind die schmalen Flüsse um diese Jahreszeit fast ausgetrocknet. Wie der Rio Badu Crabolu, der nach starken Winterregen zu einem reißenden Gewässer werden kann. Gleich hinter der Brücke steigt die Straße wieder steil an und gibt den Blick frei auf eine Nekropolis aus der Jungsteinzeit mit ihren in den Basalt geschlagenen Gräbergängen.

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In Taranto

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Blick vom Kastell zu Füßen des Borgo Vecchio auf den Borgo Nuovo und unter einer Drehbrücke hindurch auf den Mar Piccolo

Taranto, Ende Juli 2016 – Am Abend leuchtet die Stadt auf, die dem prächtigen Golf am ionischen Meer seinen Namen gegeben hat. Doch die Wasser sind verschmutzt, die Luft auch. In Vierteln, die an das Stahlwerk Ilva grenzen, das Taranto in den vergangenen Jahrzehnten mit giftigen Dämpfen überzogen hat, haben Krebskrankheiten dramatisch zugenommen. Seit Jahren tobt ein Kampf zwischen Justiz, den Eigentümern und der Politik. Das Recht auf Gesundheit gegen das Recht auf Arbeit und umgekehrt.

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In Matera

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Eine in den Fels geschlagene Stadt - die Sassi von Matera

Matera im Juli 2016 – Schwalben jagen über die Dächer der vielleicht ältesten Stadt der Welt. Aber was heißt schon Dächer. Die Altstadt – die Sassi – hat sich seit Jahrtausenden in Höhlen an den Hängen eines Felssporns, auf dem die Kathedrale thront, ausgebreitet. Was einst als „soziale Schande“ (Carlo Levi) galt, hat sich nach der Umsiedlung der Bewohner in neue Stadtviertel ab 1952 zu einem Anziehungspunkt für Touristen entwickelt. Mit Andenkenläden und Restaurants, etwas zweifelhaften Höhlenmuseen und  beeindruckenden Höhlenkirchen. Und Erinnerungsorten zur Geschichte Materas als Drehort für dutzende Filme - von Pasolinis „Evangelium nach Matthäus“ bis Gibsons „Passion Christi“.

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Durch die Gola del Furlo

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Bevor die Motorräder kommen - Fußgänger im antiken Tunnel der Gola del Furlo

Fermignano/Urbino im Juni 2016– Kurvenreich erreicht man von Urbino aus die antike Römerstraße Flaminia. Das war für fast 2000 Jahre die wichtigste Verkehrsverbindung von Rom über den Apennin Umbriens und der Marken zur oberen Adria bis nach Rimini. Ein Pilger- und Handelsweg, der gelegentlich auch militärische Bedeutung erlangte. Heute führt die Via Flaminia auf den Gebirgsstrecken in Naturschutzgebiete wie etwa das der Gola del Furlo unweit von Fermignano. Eine Paralleltrasse nimmt inzwischen den modernen Verkehr auf. Der alte Weg verläuft entlang des Candigliano, eines Zuflusses des Metauros, durch eine enge, atemberaubende Schlucht zwischen dem Monte Pietralata (889 Meter hoch) und dem Monte Paganuccio (976 Meter).

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In Cagliari

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Blick in den Himmel vom alten Kreuzgang der Wallfahrtskirche Bonaria in Cagliari

Cagliari, Mitte April 2016 - Nach einem stürmisch kühlen Tag ist der Frühling zurückgekehrt. Die Schwalben jagen über die Dächer und, wo immer die Natur Boden findet, grünt und blüht es. Gelber Ginster überall. Baustellen erschweren Spaziergänge in der Innenstadt oder auf dem Kastell-Hügel. EU-Gelder sollen bei Instandsetzungen und Restaurierungen helfen. Die Zeitungen erinnern an ein Fährunglück der Linie Livorno Olbia vor 25 Jahren, bei dem 140 Personen ums Leben kamen. Noch immer sei die Schuldfrage nicht geklärt. Nach jüngsten Berechnungen des staatlichen Statistikamtes Istat bleibt Sardinen das Armenhaus Italiens. Die privaten Einkommen gingen gegenüber dem Vorjahr um über vier Prozent (Landesdurchschnitt 2,7 Prozent) zurück, die sardischen Provinzen Ogliastra und Medio Campidano liegen auf den letzten beiden Plätzen der 110 Provinzen Italiens. Cagliari hält immerhin Position 34.

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In Cremona

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Vom Müll befreit sind Plätze und Wege - putzen für Ostersonntag

Cremona, ein Tag vor Ostern 2016 – Sonnabends ist Markttag. Rund um den prächtigen Dom reihen sich die Stände mit Obst, Gemüse und allerlei Gebrauchswaren. Gegen Mittag ist Schluss, dann rollen die Putzkommandos an, und es gibt wieder Platz für die Radfahrer, die zur Stadt gehören wie der an ihrem südlichen Rand geruhsam vorbeifließende Po. Am Nachmittag spaziert oder radelt man auf den Vordeichen bis zum Dorf Bosco und wieder zurück. Bei Bosco zieht sich ein Naturpark um den Bach Morbasco bis hin zum Fluss, wo die Leute sich im Sommer am sandigen Ufer sonnen und ganz Mutige ins Wasser springen.

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In Africo

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Hoch im Aspromonte - Blick auf die Ruinen von Africo Vecchio

Africo Vecchio, Ende Februar 2016 – Im Herzen des Aspromonte, rund 800 Meter oberhalb der Küste des Ionischen Meeres, liegt von Eichenwäldern umgeben das alte Africo. Man erreicht es nur auf einem Trampelpfad zwischen Dornen und Gesteinsbrocken. Die Erinnerungen an die Gründung des Ortes verlieren sich in der griechischen Antike, die in diesem Teil Kalabriens deutliche Spuren hinterlassen hat. Basilianer Mönche bauten im Mittelalter ein Kloster, der Heilige Leo von Bova und Africo lebte hier am Ausgang des 11.Jahrhunderts. Ziegenhirten und Bergbauern trotzten mit rebellischem Geist Jahrhunderte lang Erdbeben, Unwettern – und der Armut, die sie zeitweilig zwang, sich von Brot aus Eichelmehl zu ernähren.

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In Bozen

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Licht und Schatten im zweisprachigen Südtirol - "Piazza Walther Platz"

Bozen, Anfang Februar 2016 – Blau leuchtet der Himmel über dem Waltherplatz. Auf den Talferwiesen vor dem Museion sonnen sich die Menschen. Im müden Flussbett rinnt das Wasser gemächlich zu Tal. Ist das ein Winter? Graugrün zeigen sich die Gipfel rund um die Südtiroler Landeshauptstadt. Kein Schnee nirgends, dafür muss man schon höher hinauf. Manch einer macht sich Sorgen. Auch um Schengen. Eine Grenzschließung am Brenner wäre „indirekt auch eine Ohrfeige für die Südtiroler Autonomie“, schreibt das Wochenmagazin „ff“.

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