Unterwegs


Auf dem Lago Maggiore

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Die Isola Bella vom Boot aus auf dem Weg von Arona nach Locarno

Arona, Mitte August – Es ist Feiertag, vor der Kasse der Schifffahrtsgesellschaft stehen Touristen Schlange. Die meisten wollen nur ein Ticket zur Isola Bella. Das Boot für eine Seetour nach Locarno dagegen legt pünktlich um 10 Uhr 15 ab. Wer rechtzeitig gekommen ist, hat noch Platz auf dem offenen Oberdeck gefunden. Wer in Stresa zusteigt, muss sich arrangieren. Früh schützt sich vor brennender Sonne, der sich jetzt eincremt. Am westlichen, piemontesischen Ufer, an dem das Boot bis auf zwei Abstecher gegenüber (Angera, Luino) entlang fährt, zeugen gründerzeitliche Villen ebenso wie grandiose aber auch etwas in die Jahre gekommene Hotelbauten vom Luxustourismus aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Als hier der europäische Geldadel und auch so manche gekrönte Häupter zur Sommerfrische anreisten.

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In Palermo

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Palermo leuchtet - das Teatro Massimo am Abend

Palermo, Mitte Mai – Wenn es Abend wird in Palermo, dann strahlt das Teatro Massimo im warmen Licht der Scheinwerfer. Besonders jetzt, weil die Bühne sich selbst feiern kann. Vor 120 Jahren, im Mai 1897, hatte man das Opernhaus (mit Verdis „Falstaff“) eröffnet. Längst ist der Bau mit seinem eklektisch neoklassizistischen Stil als eine Art zivile Basilika das Symbol für Palermo geworden, wie es der Dom für Mailand oder die Rialtobrücke für Venedig sind. Tagsüber flanieren Passanten auf der Piazza Verdi und Touristen sitzen auf der prächtigen Freitreppe, die hoch zu den Säulen des Portikus führt. Abends treffen sich hier Jugendliche. In das von der Grundfläche größte Theater Italiens (und nach den Opern in Paris und Wien das drittgrößte in Europa) strömen außerhalb der Veranstaltungen jährlich rund 100 000 Besucher zu Führungen in seine von Kuppeln gekrönten Räumen, die teilweise in einem pompejanischen Stil ausgemalt wurden. Damit ist das Teatro Massimo nach der Cappella Palatina das meistbesuchte Monument der Stadt.

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In Venedig

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Mit dem Boot durch enge Kanäle des alten, volkstümlichen Viertels von S.Pietro di Castello. Vorn am Bug sitzt unsere Fremdenführerin Anna - sie ist blind

Venedig, Anfang Mai 2017 – Sanft gleitet das Holzboot durch den engen Kanal. Eine mehrere Jahrzehnte alte, traditionelle Sampierota mit einem Ruderer am Heck. Auf der Bank am Bug sitzt Anna Ammirati, der man ihre 75 Lebensjahre wirklich nicht ansieht. Trotz vergangenen Himmels trägt sie eine dunkle Brille. Sie ist seit ihrer Geburt blind. Doch Venedig kennt sie trotzdem wie ihre Westentasche. Vor allem das Viertel hinter dem Arsenale, wo ihr Vater früher als Offizier stationiert war. Anna kennt die Geräusche, weiß in welchen Kanal wir einbiegen, unter welcher Brücke wir durchfahren. Sie erzählt vom Viertel hier bei S.Pietro di Castello.

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In Cortona

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Von Wolkenstreifen umstrahlt - die mittelalterliche Chiesa di San Francesco

Cortona, Anfang Februar 2017 – Steil ziehen sich die Gassen zur Franziskuskirche hoch. Fra Elia hat mit ihrem Bau um 1245 in der einst kaiserlichen Stadt im Südosten der Toskana begonnen. In diesen ruhigen Wochen des Jahres, wenn der Winter noch nicht ganz gegangen ist, und der Frühling unter einer blassen Sonne nur schüchtern erste Blüten zeigt, gibt sich Cortona mittelalterlich verschlossen. Die Zeit scheint aufgehoben, der Blick streift von der Hügelstadt aus über die Valdichiana südlich zum Trasimenischen See. Nördlich liegt die Einsiedelei Le Celle nicht weit.

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In Genua

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Frühlingshaft - Boccadasse am letzten Tag des Jahres

Genua, zu Silvester 2016 – Ein strahlender Tag am Meer. In Nervi muss man allerdings auf einen Spaziergang durch die alten Parkanlagen verzichten. Noch sind die Verheerungen, die orkanartige Herbststürme im Oktober angerichtet hatten, nicht beseitigt und die Parks bleiben bis auf weiteres geschlossen. Von der Uferpromenade aus sieht man, wie ein Löschflugzeug auf dem Meer Wasser aufnimmt und dann im hohen Bogen landeinwärts fliegt. Bei der trockenen Witterung dieser Nachweihnachtstage kommt es immer wieder zu Busch- und Waldbränden.

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In Venedig

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Wenn der Abend kommen, leuchten am Canal Grande die ersten Lichter auf

Venedig, Mitte Dezember 2016 – Tief liegt eine graue Decke über der Lagune und es will sogar mittags nicht richtig Tag werden. Die Serenissima gibt sich dennoch gelassen. Die Venezianer haben endlich Platz beim schnellen Vorwärtskommen. Und können sich bei den Weihnachtsbesorgungen Muße gönnen. Derweil protestieren ambulante Fischhändler, die sich von UE-Normen in ihrer Existenz bedroht sehen, vor dem Rathaus.

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In Rom

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Rom von seiner schönen Seite auch Herbst: Die Spanische Treppe

Rom, Mitte November 2016 – Was das Wetter angeht, zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite. Tiefblau breitet sich der Himmel über dem Pincio aus, ein herbstliches Blühen durchzieht die Villa Borghese. Auf den Stufen der Spanischen Treppe sitzen Touristen und sonnen sich. Wer hier Picknicken möchte, wird von einem Vigile höflich aufgefordert, aufzustehen und die Treppe zu verlassen. Gerade erst ist die Anlage renoviert worden, jetzt achtet man auf Dekors.

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In der Planargia

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Der Nuraghe Nuraddeo unweit von Suni im Westen Sardiniens

Bosa, Anfang September 2016 – Auf dem Weg nach Bosa an der Westküste Sardiniens geht es über Nebenstraßen kreuz und quer durch die Hochebene der Planargia. Manchmal fällt die Straße in engen Kurven ab, um einen Wasserlauf zu überqueren. Doch sind die schmalen Flüsse um diese Jahreszeit fast ausgetrocknet. Wie der Rio Badu Crabolu, der nach starken Winterregen zu einem reißenden Gewässer werden kann. Gleich hinter der Brücke steigt die Straße wieder steil an und gibt den Blick frei auf eine Nekropolis aus der Jungsteinzeit mit ihren in den Basalt geschlagenen Gräbergängen.

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In Taranto

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Blick vom Kastell zu Füßen des Borgo Vecchio auf den Borgo Nuovo und unter einer Drehbrücke hindurch auf den Mar Piccolo

Taranto, Ende Juli 2016 – Am Abend leuchtet die Stadt auf, die dem prächtigen Golf am ionischen Meer seinen Namen gegeben hat. Doch die Wasser sind verschmutzt, die Luft auch. In Vierteln, die an das Stahlwerk Ilva grenzen, das Taranto in den vergangenen Jahrzehnten mit giftigen Dämpfen überzogen hat, haben Krebskrankheiten dramatisch zugenommen. Seit Jahren tobt ein Kampf zwischen Justiz, den Eigentümern und der Politik. Das Recht auf Gesundheit gegen das Recht auf Arbeit und umgekehrt.

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In Matera

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Eine in den Fels geschlagene Stadt - die Sassi von Matera

Matera im Juli 2016 – Schwalben jagen über die Dächer der vielleicht ältesten Stadt der Welt. Aber was heißt schon Dächer. Die Altstadt – die Sassi – hat sich seit Jahrtausenden in Höhlen an den Hängen eines Felssporns, auf dem die Kathedrale thront, ausgebreitet. Was einst als „soziale Schande“ (Carlo Levi) galt, hat sich nach der Umsiedlung der Bewohner in neue Stadtviertel ab 1952 zu einem Anziehungspunkt für Touristen entwickelt. Mit Andenkenläden und Restaurants, etwas zweifelhaften Höhlenmuseen und  beeindruckenden Höhlenkirchen. Und Erinnerungsorten zur Geschichte Materas als Drehort für dutzende Filme - von Pasolinis „Evangelium nach Matthäus“ bis Gibsons „Passion Christi“.

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Durch die Gola del Furlo

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Bevor die Motorräder kommen - Fußgänger im antiken Tunnel der Gola del Furlo

Fermignano/Urbino im Juni 2016– Kurvenreich erreicht man von Urbino aus die antike Römerstraße Flaminia. Das war für fast 2000 Jahre die wichtigste Verkehrsverbindung von Rom über den Apennin Umbriens und der Marken zur oberen Adria bis nach Rimini. Ein Pilger- und Handelsweg, der gelegentlich auch militärische Bedeutung erlangte. Heute führt die Via Flaminia auf den Gebirgsstrecken in Naturschutzgebiete wie etwa das der Gola del Furlo unweit von Fermignano. Eine Paralleltrasse nimmt inzwischen den modernen Verkehr auf. Der alte Weg verläuft entlang des Candigliano, eines Zuflusses des Metauros, durch eine enge, atemberaubende Schlucht zwischen dem Monte Pietralata (889 Meter hoch) und dem Monte Paganuccio (976 Meter).

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In Cagliari

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Blick in den Himmel vom alten Kreuzgang der Wallfahrtskirche Bonaria in Cagliari

Cagliari, Mitte April 2016 - Nach einem stürmisch kühlen Tag ist der Frühling zurückgekehrt. Die Schwalben jagen über die Dächer und, wo immer die Natur Boden findet, grünt und blüht es. Gelber Ginster überall. Baustellen erschweren Spaziergänge in der Innenstadt oder auf dem Kastell-Hügel. EU-Gelder sollen bei Instandsetzungen und Restaurierungen helfen. Die Zeitungen erinnern an ein Fährunglück der Linie Livorno Olbia vor 25 Jahren, bei dem 140 Personen ums Leben kamen. Noch immer sei die Schuldfrage nicht geklärt. Nach jüngsten Berechnungen des staatlichen Statistikamtes Istat bleibt Sardinen das Armenhaus Italiens. Die privaten Einkommen gingen gegenüber dem Vorjahr um über vier Prozent (Landesdurchschnitt 2,7 Prozent) zurück, die sardischen Provinzen Ogliastra und Medio Campidano liegen auf den letzten beiden Plätzen der 110 Provinzen Italiens. Cagliari hält immerhin Position 34.

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