MARINAS FACE-FAKE

    Maurizio Cattelan wirbt mit Wandbilder in London, New York, Hongkong und Mailand für eine vom ihm kuratierte Ausstellung in Shanghai über Kopien in der Kunst – Eindrücke von einer Mailänder Straßenszenerie

    Nicht original aber originell ?- Werbung für eine Ausstellung in Shanghai auf einer Mailänder Fassade

    Mailand – Von der modernen Architektur Mailands beim Garibaldi-Bahnhof hin in die Altstadt und zum Brera Viertel führt ein Spaziergang durch die sich ganz jugendlich, hip-lebendig gebende lombardische Metropole. Im Corso Garibaldi geht es vorbei an neuen Bars und alten Kirchen, bunten Geschäften und lauten Werbeplakaten, an Straßenmusikanten und Bettlern. Man lässt sich treiben – und bleibt plötzlich stehen. Kurz vor dem Largo La Foppa sieht man sich einem Murales gegenüber, das eine vierstöckigen Häuserwand vollständig füllt. Ein überdimensionales Frauengesicht, das Marina Abramovic ähnelt, blickt entrückt über die Flaneure unten auf dem Corso Garibaldi hinweg. „The artist is present“ steht da geschrieben – der Titel einer legendären Abramovic-Ausstellung in New York 2010. Und unter dem Dachfirst sieht man das Logo des Modeimperiums Gucci und liest Namen „Maurizio Cattelan“.

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    IN BEWEGUNG

    Fotografien aus der Sammlung der Fondazione MAST in Bologna über Kraft, Geschwindigkeit und Arbeitsbeziehungen in der Moderne

    copyright MAST Bologna

    Frei nach Manets Gemälde "Déjeneur sur l'herbe" das Foto der Renault-Werbung von 1938

    Bologna (MAST bis 13.1. 2018) – Die Welt ist in Bewegung, Geschwindigkeit ist das Zeichen von Fortschritt – wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte (oder der Arbeitgeber). Diese Dynamik versinnbildlicht seit der industriellen Revolution die Maschine. Aber auch die Arbeit ist schneller geworden. Bewegung ist bereits auf dem Weg zu ihr die Regel. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto – nur die happy few können zu Fuß gehen. Und natürlich sind Waren unterwegs, oft über Kontinente hinweg. Über diese Zusammenhänge bietet die Fotoausstellung „Pendulum – Waren und Personen in Bewegung“ in der MAST.Gallery von Bologna kritisches Material vom 19. Jahrhundert bis heute.

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    GEMÄLDE WIE EIN KINOFILM

    Venedig feiert den manieristischen Maler Tintoretto, der vor 500 Jahren geboren wurde.

     

    copyright Katalog Marsilio

    Prächtige Körperlichkeit - "Susanna e i vecchioni", Öl auf Leinwand 147 x 194 cm, entstanden um 1555 (Wien, Kunsthistorisches Museum/Gemäldegalerie)

    Venedig (Palazzo Ducale/Galleria dell'Accademia bis 6.1. 2019) Tintoretto nannte sich der venezianische Maler Jacopo Robusti. Der Vater, der aus dem toskanischen Lucca stammte, war ein Färber, ein „Tintore“, der Stoffe bearbeitete. Und Tintoretto bedeutet der „kleine Färber“ oder das „Färberlein“. Das klingt bescheiden, doch Bescheidenheit gehörte nicht zu den Charakterzügen des auch als Unternehmer erfolgreichen Jacopo Robusti, der den Namen Tintoretto zu einem Markenzeichen auf dem Kunstmarkt der Lagunenstadt machte. Die feiert jetzt seinen 500. Geburtstag mit zwei Ausstellungen.

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    NOCH EINMAL IN STOCKHOLM TANZEN

    Zum Tod von Inge Feltrinelli

    Copyright La Repubblica/Fotogramma

    Inge Feltrinelli, Essen 1930 - Mailand 2018

    Mailand - Inge Feltrinelli liebte Farben. Aber sie mussten lebhaft sein, gelb oder orange leuchten, denn die große alte Dame des italienischen, des europäischen Verlagswesens war die Lebhaftigkeit in Person. Lauthals begrüßte sie Gäste in ihrem mit Büchern, Fotos und Zeitungsausschnitten vollgestopften Arbeitszimmer. Begeistert erzählte sie von „ihren“ Autoren. Schwärmte von der nächsten Eröffnung einer Feltrinelli-Buchhandel und lobte die tollen Mitarbeiter, „vor allem die Frauen“, überschwänglich. Vor zwei Wochen wurde in Mailand ein weiterer Feltrinelli-Verkaufspunkt des Formats RED („Read, eat and dream“) eröffnet. Und zum ersten Mal fehlte Inge bei solch einer Veranstaltung. Kurz darauf, am 20. September, ist sie im Alter von 87 Jahren gestorben.

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    AUSGEZEICHNET

    Die Balzanpreise 2018 gehen u.a. an Jürgen Osterhammel, Detlef Lohse und an die Stiftung Terre des Hommes. Die Verleihung findet im November in Rom statt.

    copyright tdh.ch/simsone

    Ausbildung von Hebammen in Mali - Die Balzan Stiftung ehrt Terre des Hommes mit dem Friedenspreis

    Mailand - Der Historiker Jürgen Osterhammel, Professor Emeritus für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz, gehört zu den Trägern des Balzan Preises 2018. Wie in Mailand am Sitz der Balzan Stiftung bekannt gegeben wurde, wird Osterhammel im Fachgebiet Globalgeschichte ausgezeichnet.  Zu den Preisträgern gehört auch der Hamburger Physiker Detlef Lohse (geb. 1963), der an der niederländischen Universität Twente unterrichtet. Er wird im Fachgebiet Fluiddynamik prämiert. Weitere Preise gehen an zwei Wissenschaftlerinnen aus Großbritannien (Marilyn Strathern für Sozialanthropologie) und Ungarn (Eva Kondorosi für Chemische Ökologie).

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    CINEMA TRISTE

    Der Kinobesuch in Italien geht zurück. Vor allem die treuen Besucher fehlen

    Als das Kino noch Träume weckte - "Nuovo Cinema Paradiso", Film von Giuseppe Tornatore (1998)

    Mailand - Während in Venedig auf der Film-Biennale die Goldenen Löwen vergeben werden, verliert das Kino in Italien bei treuen Anhängern. Nach einer gerade vom Statistikamt ISTAT veröffentlichten Untersuchung für das Jahr 2017 hat langfristig die Zahl derjenigen abgenommen, die sieben oder mehr Filme pro Jahr im Kino sehen: 7,7 Prozent (2012: 9,9 Prozent) aller Italiener über 6 Jahre alt. 49,6 Prozent geht mindestens einmal ins Kino. Insgesamt zählt ISTAT 28,4 Millionen Kinobesucher für 92 Millionen Eintritte (- in Deutschland 122 Millionen Eintritte). Die meisten davon in den Regionen des Zentrums (54,5 Prozent) vor denen des Nordens (50,2 Prozent) und denen des Südens/der Inseln (46,8/44,6 Prozent).

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    „DAS WAR HART“

    Vor 70 Jahren in Italien – Das Urteil im Prozess gegen den deutschen Kriegsverbrecher Herbert Kappler

    Zu lebenslanger Haft verurteilt: SS-Offizier Herbert Kappler, dem später die Flucht aus Italien gelang

    Rom / Mailand – Gut drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird am 20.Juli 1948 beim ersten großen Prozess gegen deutsche Kriegsverbrecher in Italien das Urteil gesprochen. Angeklagt sind der 41jährige Herbert Kappler und einige Untergebene. Dem Leiter des nationalsozialistischen Sicherheitsdienstes SD in Rom wird vor allem die Erschießung von 335 Geiseln im März 1944 sowie die Erpressung der jüdischen Gemeinde zu Schutzzahlungen zur Last gelegt.

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    GRENZÜBERSCHREITUNGEN

    Hölderlin und Europa - ein Gespräch mit dem Philosophen Markus Ophälders

    "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" - Friedrich Hölderlin (1770 - 1843)

    Mailand – Was gerade in Berlin, Rom oder Wien beredet und beschlossen wird, lässt an der europäischen Idee, an der politischen und kulturellen Identität Europas zweifeln, wenn nicht sogar verzweifeln. Europa schließt sich nicht nur an seinen Außengrenzen ab, sondern auch zwischen den Staaten der EU werden gerade wieder Schlagbäume aufgestellt, an denen Grenzüberschreitungen abprallen oder durch sie zumindest erschwert werden. Dass man Europa von seinen kulturellen Grundlagen aus anders denken kann, zeigt – ausgehend von einer Tagung in der Villa Vigoni – ein Gespräch mit dem Philosophen Markus Ophälders über Hölderlin.

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    "DU MUSST MAL RAUS!"

    Wie der deutsche Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Andreas Kipar von Mailand aus grünes Credo umsetzt. Jetzt wurde sein internationales Studio LAND mit einer Sonderauszeichnung des deutsch-italienischen Wirtschaftspreies Mercurio 2018 geehrt

    copyright Studio LAND

    Im Grünen ist es am schönsten - Andreas Kipar, Gründer und CEO des Studios LAND (Landscape, Architecture, Nature, Development)

    Mailand – „Das war bewegend.“ Andreas Kipar, der Gründer des Mailänder Architekturbüros LAND, zeigt auf seinem Smartphone das Video, das er morgens um 5.30 Uhr auf dem Karstgipfel San Michele bei Gorizia aufgenommen hat. Zwei Trompeter, ein Österreicher und ein Italiener, spielten den militärischen Trauergruß „il Silenzio“. Am 29. Juni 1916 hatten hier österreichische Truppen bei einem Morgenangriff zum ersten Mal in großem Stil Giftgas gegen Stellungen der Italiener eingesetzt. Mehrere Tausend Soldaten ersticken, darunter auch viele Österreicher, denn der Wind hatte sich während des Angriffs gedreht und das Gas blies dann den K&K-Truppen selbst ins Gesicht.

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    NA, ALSO

    Die ausländischen Direktoren italienischer Kultureinrichtungen bleiben im Amt

    copyright Wikipedia

    Der Chef darf bleiben - Palazzo Ducale von Mantua

    Rom / Mailand – Das lange Hin und Her um die Rechtmäßigkeit der Berufung ausländischer Direktoren ist vorbei – sie können im Amt bleiben. Die höchste Instanz innerhalb des Consiglio di Stato – vergleichbar mit dem Bundesverwaltungsgericht in Deutschland – hat mit einen endgültigen Beschluss die Klage gegen Peter Assmann, den österreichischen Direktor des Palazzo Ducale von Mantua zurückgewiesen. In der Begründung heißt es, dass die Berufung ausländischer Persönlichkeiten in Leitungsfunktionen staatlicher Einrichtungen rechtens sei, wenn es sich dabei nicht um Einrichtungen in Militär-, Polizei- und Sicherheitsbereichen handele. Mit der Entscheidung in einem Präzedenzfall sind auch alle weiteren Klagen gegen ausländische Direktoren hinfällig, wie die Tageszeitung la Repubblica berichtet.

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    BÜHNENTIERE UND HANDWERKER

    Das Theater in Italien zwischen dem „Modell Mailand“, einer lebhaften Provinz und drohender Amateurisierung – ein aktueller Überblick

    copyright Luca del Pia/Teatro Elfo

    Hinter Glas - Elio De Capitani als Othello am Mailänder Teatro Elfo Puccini

    Mailand – Sexy soll das Theater sein, mutig in den Inhalten, spielerisch in den Formen und offen im Umgang mit dem Publikum. Wer wollte Marco Paolini, einem wichtigen Vertreter des teatro narrativo, des Erzähltheaters widersprechen? Der Dramaturg und Schauspieler nahm kürzlich an einem Forum des Corriere della Sera teil, auf dem über den Zustand des italienischen Theaters debattiert wurde. Da konnte man Klagen über Klagen hören: Die Spielpläne würden sich Jahr für Jahr gleichen, Klassiker nicht auf neue Art befragt, Gegenwartsstücke ohne Widerhaken geboten. Man verschließe sich neuen Dramaturgien und Ausdrucksformen. Und Masse ginge vor Klasse.

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    KUNST ALS GLOBALE HEIMAT

    Mit dem Projekt Imago Mundi hat die Fondazione Benetton ein weltumspannendes Archiv der Gegenwartskunst aufgebaut. Dafür wurde jetzt in Treviso ein eigenes Museum eingerichtet ( – und in Triest ist eine weitere Ausstellung zu sehen).

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    Die ganze Welt im kleinen Format - Imago Mundi Besucher in Triest

    Treviso/Triest (bis 20.6. bzw. 2.9.) – Kunst überschreitet mentale wie geographische Grenzen. Zugleich stehen die einzelnen Werke im inneren Zusammenhang mit den Gesellschaften, in denen sie geschaffen werden. Diesen doppelten Aspekt spiegelt eine der erstaunlichsten Kunstsammlungen wieder, mit der unter dem Titel Imago Mundi bei der Fondazione Benetton seit etwa acht Jahren ein stetig wachsendes Archiv internationaler Gegenwartskunst entstanden ist. Grundlage sind originale Werke der bildenden Kunst in einem kleinen Format mit den Maßen 10 mal 12 Zentimeter, kaum größer als eine Handfläche.

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    In Treviso

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    Von Bächen und Kanälen durchflossen - die Altstadt von Treviso

    Treviso, Anfang Juni - Venetien ist eine wasserreiche Region, aber wenige Städte im Nordosten Italiens werden von so vielen Bachläufen und Kanälen durchquert wie Treviso. Das ist eine Folge einiger Karstquellen, die hier kräftig sprudeln und ihre Wasser in immer neue Arme („cagnani“) verzweigen. Hinzu kommt noch der Sile-Fluss, den es dann zum Meer zieht, wo er bei Jesolo in die Adria mündet. So begleitet eine Grundmelodie, ein stetes Rauschen, Glucksen und Sprudeln von Wassern das Leben der rund 85.000 Einwohnern dieser sympathischen Stadt, denen eine gewisse Lebenslust nachgesagt wird. An Lebenswert hat jedenfalls die Innenstadt in den vergangenen Jahren gewonnen- kulturell wie urban.

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    DER NEUE

    Alberto Bonisoli, der der Fünfsternebewegung nahesteht, wurde zum Kulturminister der italienischen Regierung ernannt

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    Alberto Bonisoli  (57)- der neue Kulturminister Italiens

    Mailand/ Rom – Italien hat eine neue Regierung und damit einen neuen Kulturminister. Auf den Schriftsteller Dario Franceschini von dem PD folgt der Bildungsfachmann Alberto Bonisoli, geboren 1961 in der Nähe von Mantua. Bonisoli, der in Mailand lebt, gilt als Experte für internationalen Erziehungsfragen und Design. Er stand zuletzt der staatlich anerkannten privaten Mailänder Universität der schönen Künste Naba (Nuova accademia di belle arti) vor, die mit ihren 3000 Studenten zum Network des weltweiten Bildungskonzern Galileo Global Education gehört. Galileo unterhält 32 Privatuniversitäten in 12 Staaten – in Deutschland unter anderem in Freiburg und München. Bonisoli hatte bereits in verschiedenen Funktionen dem römischen Kulturminister als Berater gedient und an der Wirtschaftsuniversität Bocconi unterrichtet. Er leitet außerdem seit 2013 eine Plattform zu Ausbildungsfragen im Bereich Mode.

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    DIE GROSSEN DREI

    Der Palazzo Ducale Genua zeigt Arbeiten mexikanischen Maler, die in den 1920er Jahren die Bewegung des Muralismo begründeten. 

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    Eine Ausstellung mit einer eigenen Geschichte: "Die Malerei der großen Muralisti" im Palazzo Ducale von Genua

    Genua (Palazzo Ducale bis 9.9.2018) – Im Eingangsraum der Ausstellung ist eine dynamische Pferde-Reiter-Darstellung von David Alfaro Siqueiros mit dem Titel „Zapata“ zu sehen. Der Titel verweist auf die Figur des mexikanischen Revolutionärs Emiliano Zapata, der 1919 ermordet wurde. Es ist eine Studie für eine Wandmalerei im Schloss Chapultepec, der ehemaligen Königsresidenz in Mexiko Stadt. Die Ausstellung México – La pittura dei grandi muralisti zeigt rund 70 Arbeiten von Diego Rivera, José Clemente Orozco und David Alfaro Siqueiros. Dazu kommen Fotos aus der bewegten Lebens- und Liebesbeziehung von Frida Kahlo und Diego Rivera.

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    FIVE O’CLOCK TEA UND BUNTE TÜCHER

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    Eine Biennale unter dem Motto "Freespace" - Bambus-Struktur von VTN Architects (Vietnam)

    Biennale (1): Die 16. Architekturbiennale von Venedig plädiert für ein neues Denken beim Bauen und Planen unsere Städte und Landschaften

    Venedig (Giardini/Arsenale bis 25.11.2018) – Was ist mit der Architektur los? Jahrzehntelang sprachen Urbanisten und Architekten vom Verdichten, davon dass Freiraum Stadtraum schaffen solle. Und jetzt heißt es auf einmal, dass Stadtraum Freiraum brauche. Bürger, wie zuletzt in Mainz bei der Abstimmung über den Bibelturm, stehen gegen Großprojekte auf, die ihre Städte verengen und umdeuten würden. Man fordert mehr Licht, Luft, Durchlässigkeit. In den Gesellschaften des Westens, so will es auch der Rechtspopulist Matteo Salvini, der neue (laut)starke Mann Italiens wissen, revoltiere „das Volk gegen die Eliten.“ Müssen sich jetzt auch Architekten vor dem Volk in Acht nehmen, droht eine Popularisierung unserer Stadtlandschaften?

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    SPRÖDE ABER GELUNGEN

    Biennale (2): Der deutsche Pavillon erzählt Geschichten über den Abbau von Grenzen und das Entstehen neuer Räume auf dem Hintergrund des Mauerfalls nicht nur in Berlin

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    Internationale Klagemauer im deutschen Pavillon: pro und contra Grenzanlagen

    Venedig (Giardini della Biennale bis 25.11.2018) – Die Welt wächst zusammen und zugleich nimmt der Protektionismus zu. Das reicht von den Sperranlagen um den Gaza-Streifen bis zum geplanten Mauerbau an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Im deutschen Pavillon der Architekturbiennale wird die Debatte um Öffnung und Ausgrenzung vor allem auf lokaler Ebene geführt – als deutsche Geschichte und Gegenwart. Wenn man den Pavillon betritt, sieht man sich einer schwarzen Wand aus Mauer hohen und versetzt aufgestellten Stelen gegenüber. Erst wenn man diese Mauer durch die Lücken zwischen den Stelen gleichsam „überwindet“, fängt der Pavillon an, Geschichten zu erzählen.

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