"WIR GLAUBEN AN DIESES PROJEKT"

    Gespräch mit Federico Motta, dem Präsidenten des italienischen Verlegerverbandes AIE, über den italienischen Buchmarkt und die neue Mailänder Buchmesse "Zeit der Bücher"

    copyright AIE

    Federico Motta, geboren 1954 in Mailand

    Mailand - Vom 19. bis zum 23. April findet in Mailand eine nationale Buchmesse unter dem Titel „Tempo di Libri“ („Zeit der Bücher“) als „Messe der italienischen Buchbranche“ (Untertitel) statt. Veranstalter ist der italienische Verlegerverband, die Associazione degli Editori Italiani (AIE). Der Verband hatte sich im Herbst vergangenen Jahres von dem Salone del Libro, der traditionellen Messe, die seit 30 Jahren in Turin organisiert wird, getrennt (siehe Cluverius "Mailand ist eine Messe wert"). Vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen mit der Betreibergesellschaft des Salone del Libro über die Leitung und Gestaltung der Veranstaltung, die in diesem Jahr vom 18. bis 22. Mai in Turin durchgeführt wird. Auf der Mailänder Messe werden rund 460 Verlage mit einem eigenen Stand vertreten sein, für Turin haben sich über 700 Aussteller (teilweise an Gemeinschaftsständen) gemeldet. Der italienische Buchmessenstreit war Anlass für ein Gespräch mit dem Präsidenten des Verlegerverbandes Federico Motta.

    weiter zum Artikel

    MONTEVERDI UND CARAVAGGIO

    Cremona feiert den Komponisten Claudio Monteverdi, der vor 450 Jahren in der Stadt der Geigenbauer geboren wurde. Eine Ausstellung will die kulturellen Umbruchstimmungen in Musik- und Kunstgeschichte zu Beginn der Barockzeit aufzeigen

    copyright Cluverius

    Der Lautenspieler - Kopie oder Original? Ein Caravaggio in Cremona

    Cremona (Museo del Violino bis 23.7.) – Hier hat alles angefangen. Handwerker und Musiker brachten im 16. Jahrhundert und 17.Jahrhundert zwischen Gardasee und Po, zwischen Brescia und Cremona, den Bau von Streichinstrumenten zur Meisterschaft. Cremona, wo die Familie Amati die Grundlagen für die Entwicklung der Violinen legte, wurde bald zu einem Zentrum dieser Kultur, die der Musikgeschichte neue Impulse geben sollte. In Cremona kam 1567 auch Claudio Monteverdi zur Welt. Monteverdis Oper L’Orfeo (1607/1609) ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieser Kunstgattung. Anlässlich des 450. Geburtstages des Komponisten zeigt das Museo del Violino von Cremona eine Ausstellung von historischen Orchester-Instrumenten für eine Orfeo-Aufführung. Und setzt sie mit dem Gemälde „Der Lautenspieler“ in Beziehung zur Malerei von Michelangelo Merisi (1571-1620). Der stammte aus dem Nachbarort Caravaggio, von dem er auch seinen Künstlernamen erhielt.

    weiter zum Artikel

    „TRÄUME SIND ZEICHEN, SIE SCHLAGEN ALARM“

    Ein Gespräch mit Dacia Maraini über Ausflüge in Schattenwelten, die Rolle der Aktualität für Literatur und einen komischen Vogel in ihrem jüngsten Roman „Das Mädchen und der Träumer“

    copyright Cluverius

    Dacia Maraini - kaum zu glauben, dass sie bereits 80 Jahre alt ist

     

    Rom – Dacia Maraini, die im November 1936 in Fiesole als Tochter des Ethnologen Fosco Maraini und der sizilianischen Malerin Topazia Alliata geboren wurde, wird gerne als die große alte Dame der italienischen Literatur bezeichnet. Ihre größten Erfolge sind der historische Roman „Die stumme Herzogin“ (1991) oder „Bagheria“ (1994), ein Erinnerungsbuch über ihre Jugendzeit auf Sizilien. Dacia Maraini hat sich viele Jahre als Dramaturgin wie Organisatorin dem Theater gewidmet und in der Frauenbewegung engagiert. Ihr jüngster Roman „La bambina e il sognatore“ (Rizzoli 2015) ist jetzt im Folio Verlag unter dem Titel „Das Mädchen und der Träumer“ auf Deutsch erschienen (siehe auf Cluverius: „Spurlos verschwunden“). Bei einem Besuch in ihrer römischen Wohnung redet sie über das neue Buch aber auch über die Schule, über Träume oder über die Pflicht der Schriftsteller, zu aktuellen Fragen Stellung zu nehmen.

    weiter zum Artikel

    BOOMTOWN MAILAND

    Wie neben der Finanz- eine Kulturmetropole gewachsen ist

    copyright Cluverius

    Bloß den Zug nach Mailand nicht verpassen - Graffito am Hangar Bicocca

    Mailand - Die italienische Kulturhauptstadt 2017 ist Pistoia. Der Ort in der Toskana löst Mantua ab, das sich im vergangenen Jahr mit diesem Titel schmücken durfte. Der wird seit einigen Jahren vom Kulturministerium verliehen. Zu den Zielen gehört, in kleineren und mittleren Städten „kulturelle und landschaftliche Güter zu fördern“ sowie das „touristische Angebot zu verbessern“. Und gerade wurde Palermo für das Jahr 2018 gekürt. Aber die wirkliche Hauptstadt des kreativen Italiens in diesem Augenblick ist Mailand. Die lombardische Metropole hat nicht nur ihre führende Rolle in Design und Mode, bei Verlagen und Medien ausgebaut an, sondern sie gibt auch in der Theater- wie in der Musikszene den Ton – und vor allem in der Kunst der Moderne und der Gegenwart.

    weiter zum Artikel

    "ERST WENN DU TAG FÜR TAG DORT LEBST, SPÜRST DU ALL IHREN ZAUBER"

    Das Buch „Henry James in Venedig“ und ein Gespräch mit Hanns-Josef Ortheil, der die Texte von James mit einem mehrteiligen Essay begleitet hat

    copyright Cluverius

    "Weiches Schillern" - Blick auf San Giorgio Maggiore

    Venedig – Der Winter ist eine gute Jahreszeit, um die Lagunenstadt zu besuchen. Noch hat der Tourismus sie nicht so entstellend im Griff, wie zwischen Frühling und Herbst. Man kann Spuren nachgehen, die etwa ein Henry James (1843 – 1916) gelegt hat. Der amerikanische Autor reiste in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Male nach Venedig. Er dachte zeitweilig sogar daran, sich hier ganz niederzulassen. Wie er sich in kleinen Essays und Reiseberichten mit der Stadt auseinander gesetzt hat, ist in dem Band In Venedig nachzulesen, der in der Dieterich'schen Verlagsbuchhandlung (Mainz) erschienen ist. Der Stuttgarter Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil hat darin über einen begleitenden Essay gleichsam den Dialog mit James wie mit dem Leser gesucht. In einem Gespräch mit Hanns-Josef Ortheil ließen sich Eindrücke von der Lektüre des Buches vertiefen. Das Gespräch fand Mitte Dezember 2016 im Deutschen Studienzentrum Venedig (*) statt.

    weiter zum Artikel

    PFLASTER FÜR PIERO DELLA FRANCESCA

    Ein Welle extrem trockener Kaltluft hat in der Mailänder Pinakothek Brera den Erhalt von Gemälden auf Holzgrund gefährdet. Daraus hat sich eine Diskussion über die Rolle des Museums von heute entwickelt

    Japanpapier damit die Farbe nicht abblättert - die Pala Montefeltro von Piero della Francesca (um 1474)

    Japanpapier damit die Farbe nicht abblättert - die Pala Montefeltro von Piero della Francesca (um 1474)

    Mailand  - Unter winterlichen Witterungsbedingungen leiden nicht nur Menschen, sondern auch Kunstwerke. In der Mailänder Pinakothek Brera klagten Besucher seit dem Silvestertag über allzu kühle Säle. Als dann in der Nacht vom 7. Januar die lombardische Metropole von einer untypisch extrem trockenen Kältewelle überrollt wurde, bekamen das auch Dutzende von Gemälden besonders auf Holzgrund zu spüren. An kritischen Stellen drohte sich der Farbauftrag zu lösen. Offensichtlich, so eine erste Erklärung, habe die Klimaanlage versagt, die die Luftfeuchtigkeit konstant halten sollte.

    weiter zum Artikel

    EINE LAIZISTISCHE KATHEDRALE

    In Mailand wurde der Neubau für die Fondazione Feltrinelli eröffnet, den Herzog & de Meuron projektiert haben. Darin finden das riesige Archiv und die Bibliothek sowie Veranstaltungsräume und eine Buchhandlung (mit Café) Platz

    copyright Filippo Romano/Feltrinelli

    Irgendwie gotisch - der Neubau für die Feltrinelli-Stiftung (im vorderen Drittel) und Microsoft Italia (hinten)

    Mailand – Bei Feltrinelli kann man feiern. Der Mailänder Verlag hat mit Roberto Savianos neuem Roman über die Rolle von Jugendlichen im organisierte Verbrechen Neapels („La paranza bei bambini“) einen Verkaufsschlager im Programm, der seit Wochen alle Bestsellerlisten anführt. Und die Fondazione Giangiacomo Feltrinelli konnte ihren neuen Sitz beziehen, den Herzog & de Meuron unweit der Porta Garibaldi errichtet haben.

    weiter zum Artikel

    WIR SAGEN NEIN, NEIN, NEIN!

    Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Populismus. Es schaut dem Volk aufs Maul und stellt die Eliten an den Pranger. In Italien wurde gerade der reformwillige Ministerpräsident Matteo Renzi Opfer einer solchen Stimmung. 

    Oben und unten waren sich in Italien nie ganz grün - Szene aus der Republik der Neinsager

    Oben und unten waren sich in Italien nie ganz grün - Straßenszene aus der Republik der Neinsager

    Mailand/Rom - Sechzig zu Vierzig, ein deutlicher Sieg der Neinsager bei guter Wahlbeteiligung (70 Prozent) – das hätte sich kaum einer erwartet. „Die Italiener sind wütend“, sagt der Politologe und Historiker Gian Enrico Rusconi. Viele fühlten sich abgehängt. Die Wirtschaft wächst schon lange nicht mehr, sie stockte bereits vor der Weltmarktkrise 2007/2008. Der Mittelstand veramt. Die Jugend bleibt ohne Perspektive. Die Gewerkschaften zerfallen. Und von „oben“, von der Regierung, von den Spitzen der Vereinigungen und der Verbände, von den Aufsichtsräten der Banken und Industrieunternehmen, kamen zuletzt immer flottere Sprüche, wenn von „unten“ Missmut laut wurde.

    weiter zum Artikel

    EIN TOLLES GEFÜHL

    Die Accademia Teatro alla Scala (1): Ob Musiker, Tänzer oder Handwerker, die Scala-Akademie bildet eine Elite unter den Nachwuchskräften in allen Bühnenberufen aus 

    copyright Accademia Teatro alle Scala/ Andrea Angeli

    Das Orchester der Scala-Akademie - eines der besten Jugendorchester Italiens

    Mailand – Es geht fröhlich zu in dem ehrwürdigen Teatro alla Scala, wenn jetzt zum Ausklang der Spielzeit eine Oper für Kinder auf dem Programm steht. Es wird gelacht und gerufen, geschupst und gedrängelt. Mit brausendem Beifall und zustimmenden Pfiffen werden die Musiker begrüßt, die im Orchestergraben Platz nehmen. Dann verlöscht langsam das Licht, hier und da mahnt jemand „tsch, tsch“ zur Ruhe. Die ersten Takte von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ – eine reduzierte Fassung in italienischer Sprache in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen – verbreiten schließlich eine zauberhafte Stimmung in dem vormittags um 11 Uhr mit Grundschülern vollbesetzten Haus.

    weiter zum Artikel

    „ICH MÖCHTE NICHT, DASS DIE SCALA EIN ELITÄRES INSTITUT IST.“

    Die Accademia Teatro alla Scala (2): Ein Gespräch mit dem Intendanten Alexander Pereira über die Ausbildung an der Akademie, die Inszenierung einer Zauberflöte sowie über Publikumspflege von klein auf

    copyright Teatro alla Scala

    Alexander Pereira, Intendant der Mailänder Oper und Präsident der Scala-Akademie

    Mailand – Der Wiener Kulturmanager Alexander Pereira leitet seit September 2014 in der Nachfolge von Stéphane Lissner das Teatro alla Scala. Zuvor war er Intendant der Oper Zürich (1991-2012) und der Festspiele Salzburg (2012-2014). Seit Jahren setzte er sich intensiv für die Förderungen des künstlerischen sowie des technischen Nachwuchses bei Bühnenberufen ein. Mit der Accademia Teatro alla Scala (siehe hier den Bericht auf Cluverius), der er auch als Präsident vorsteht, hat der 69jährige dafür ein ideales Betätigungsfeld gefunden.

    weiter zum Artikel

    VIEL LÄRM UM CARAVAGGIO

    Pinakothek Brera: Ein neuer Direktor hat frischen Wind in Mailands Nobelmuseum gebracht. Doch jetzt stellt er ein Gemälde von Caravaggio aus Privatbesitz aus, dessen Zuschreibung bestritten wird. Über den schmalen Grad zwischen Markt und Museum ist eine heftige Diskussion ausgebrochen.

    copyright Brera

    Ein Caravaggio oder nur die Kopie eines Caravaggios? "Judith enthauptet Holofernes" (um 1606)

    Mailand (bis 5.2.2017) - Selten wurde ein Mord so realistisch in einem Gemälde dargestellt. Blut spritzt und man glaubt den Schrei des Opfers zu hören. Judith enthauptet, assistiert von einer alten Dienerin, ihren Todfeind Holofernes. Michelangelo Merisi, den die Kunstgeschichte Caravaggio nennt, ist ein Meister in naturalistischen Dramaturgien. Das Motiv der Enthauptung hatte er bereits 1602 in Rom dargestellt. Ein paar Jahre später
    malte er in Neapel eine neue Fassung. Die galt bislang als verschollen. Kürzlich wurde in Frankreich – auf einem Dachboden (!) – eine Leinwand mit diesem Motiv gefunden und zum Kauf angeboten. Manche Kritiker halten sie für das Original. Andere, wie etwa Sybille Ebert-Schifferer, die Leiterin der Bibliotheca Hertziana (Rom), haben erhebliche Zweifel. Dass aber diese umstrittene Arbeit aus Privatbesitz nun bei einer kleinen Ausstellung („Attorno a Caravaggio“) der Mailänder Pinakothek Brera gezeigt wird, löste zum Teil heftige Kritik in den italienischen Medien aus. Und der Kunsthistoriker Giovanni Agosti verließ deswegen den wissenschaftlichen Beirat des Museums.

    weiter zum Artikel

    „WENN ES NACHTS STÜRMT, MACHE ICH KEIN AUGE ZU“

    Der protestantische Friedhof in Rom besteht seit dem Jahr 1716. Ein Gespräch mit der Direktorin Amanda Thursfield über Bäume, Gräber, Katzen und die Bedeutung der Anlage für das Stadtviertel Testaccio

    copyright Klassik Stiftung Weimar

    Jakob Philipp Hackert: Römische Campagna und die Cestius-Pyramide (1781)

    Rom - Vor genau 300 Jahren wurde in Rom 1716 ein „protestantischer Friedhof“ hinter der Cestius-Pyramide für Nichtkatholiken eingerichtet. Das älteste Grab, von dem es heute noch Spuren gibt, stammt aus dem Jahr 1738, das älteste Steinmonument von 1765. Der Friedhof für Nicht-Katholiken ist berühmt für seine historischen Grabanlagen. Begraben wurden hier unter anderem Goethes Sohn August oder Johann Sebastian Bach (der Maler), John Keats oder Malwida von Meysenbug, Gottfried Semper oder Henriette Hertz, Antonio Gramsci oder Carlo Emilio Gadda. Seine idyllische Lage am Fuß des Testaccio-Hügels hatte Maler im 18. und 19. Jahrhundert zu unzähligen Darstellungen angeregt. Später lösten Fotografen die Maler ab. Der Friedhof, der weiterhin Begräbnisse aufnimmt, ist eine Gemeinschaftseinrichtung von 14 ausländischen Botschaften (*), die ihn aber nicht finanzieren. Darum und alle weiteren Verwaltungsaufgaben kümmert sich die Vereinigung  "Il Cimitero Acattolico di Roma" (**), die seit Ende 2007 von der in Nottingham geborenen Literaturwissenschaftlerin Amanda Thursfield geleitet wird.

    weiter zum Artikel

    NICHTS WIRD SO SEIN WIE ZUVOR

    Neue Erdstöße in Mittelitalien haben noch mehr Menschen vertrieben und weitere historische Bauwerke zerstört. Getroffen wurde eine für die europäische Kultur zentrale Region. Wobei Bürokratie einen rechtzeitigen Schutz verhinderte

    copyright la Repubblica

    Nur noch Fassade: die Basilica di San Benedetto in Nursia

    Nursia/ Amatrice/ Rom – Von der Basilika des Heiligen Benedikt in Nursia steht nur noch die spätgotische Fassade. Der Rest der Kirche des Schutzpatrons von Europa liegt in Trümmern. 3000 betroffene Kulturmonumente hatte eine Untersuchungskommission des römischen Kulturministeriums bereits nach den vergangenen Erdbeben Ende August registriert. Kirchen, Glockentürme, historische Palazzi, Museen, Stadttore, Mauern und Befestigungen alter Ortskerne, die schwer beschädigt oder fast ganz zerstört worden waren. Nach dem Beben vom Sonntag (30. Oktober) mit dem Epizentrum in Umbrien (aber mit Auswirkungen auch in den zuvor betroffenen Gebieten der Marken und des Latiums) rechnen die Beamten nun mit weiteren rund 2000 beschädigten Bauwerken und Kultureinrichtungen.

    weiter zum Artikel

    DER STÖRENFRIED

    Dario Fo ist tot. Der Komödiant, Autor, Maler und streitbare Intellektuelle starb in Mailand im Alter von 90 Jahren

    copyright Cluverius

    Dario Fo (1926 - 2016)  drei Wochen vor seinem Tod

    Mailand - Dario Fo war ein unermüdlicher Komödiant. Noch vor drei Wochen lud der Literaturnobelpreisträger von 1997 Freunde und Journalisten in seine Wohnung, um sein neuestes Buch vorzustellen. Eine Art volkstümliche Biographie von Darwin mit dem Untertitel „Sind wir Affen väterlicher- oder mütterlicherseits?“ Und er war auch als Neunzigjähriger bereit, sich in öffentliche Debatten einzumischen. Ende August hatte ihm die Zeitschrift L’Espresso wegen seiner Unterstützung der Fünfsterne-Bewegung von Beppe Grillo eine vereinfachte Weltsicht und Populismus vorgeworfen. Stolz antwortete er in einem Artikel: Natürlich sei er ein Populist, im positiven Sinne ein Mann des Volkes. Er wollte sein Leben nichts anderes tun, als dem Volk Stimme zu geben. Dafür sei er ausgelacht, angegriffen, verfolgt worden.

    weiter zum Artikel

    MAILAND IST EINE MESSE WERT

    Traditionell wird die italienische Buchmesse, der Salone del Libro, jeweils Mitte Mai in Turin veranstaltet. Nun plant der Verlegerverband ab Mitte April kommenden Jahres eine eigene Messe in Mailand abzuhalten. Turin will jedoch nicht zurückstecken.

    copyright: www.aie.it/

    Zwei Messen, um Büchern auf den Grund zu gehen?

    Mailand - In Italien streitet man sich um die nationale Buchmesse. Bislang gibt es eine Hauptmesse, veranstaltet von einer regionalen Kulturstiftung jeweils Mitte Mai in Turin. Neben diesem Salone del Libro organisiert der Verlegerverband jährlich Anfang Dezember eine Messe für kleinere und mittlere Verlage in Rom, die größte Veranstaltung dieser Art in Europa. Im kommenden Jahr wird eine dritte nationale Messe dazu kommen, die jetzt in Mailand unter dem Titel Tempo di Libri – „Bücherzeit“ – vorgestellt wurde. Sie wird wie die römische Veranstaltung vom Verlegerverband organisiert, der sich bei der Durchführung des Turiner Salone nicht ausreichend repräsentiert fühlt. Tempo di Libri soll das erste Mal Mitte April kommenden Jahres in Mailand nur vier Wochen vor dem Salone in Turin abgehalten werde.

    weiter zum Artikel