FIVE O’CLOCK TEA UND BUNTE TÜCHER

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    Eine Biennale unter dem Motto "Freespace" - Bambus-Struktur von VTN Architects (Vietnam)

    Biennale (1): Die 16. Architekturbiennale von Venedig plädiert für ein neues Denken beim Bauen und Planen unsere Städte und Landschaften

    Venedig (Giardini/Arsenale bis 25.11.2018) – Was ist mit der Architektur los? Jahrzehntelang sprachen Urbanisten und Architekten vom Verdichten, davon dass Freiraum Stadtraum schaffen solle. Und jetzt heißt es auf einmal, dass Stadtraum Freiraum brauche. Bürger, wie zuletzt in Mainz bei der Abstimmung über den Bibelturm, stehen gegen Großprojekte auf, die ihre Städte verengen und umdeuten würden. Man fordert mehr Licht, Luft, Durchlässigkeit. In den Gesellschaften des Westens, so will es auch der Rechtspopulist Matteo Salvini, der neue (laut)starke Mann Italiens wissen, revoltiere „das Volk gegen die Eliten.“ Müssen sich jetzt auch Architekten vor dem Volk in Acht nehmen, droht eine Popularisierung unserer Stadtlandschaften?

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    SPRÖDE ABER GELUNGEN

    Biennale (2): Der deutsche Pavillon erzählt Geschichten über den Abbau von Grenzen und das Entstehen neuer Räume auf dem Hintergrund des Mauerfalls nicht nur in Berlin

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    Internationale Klagemauer im deutschen Pavillon: pro und contra Grenzanlagen

    Venedig (Giardini della Biennale bis 25.11.2018) – Die Welt wächst zusammen und zugleich nimmt der Protektionismus zu. Das reicht von den Sperranlagen um den Gaza-Streifen bis zum geplanten Mauerbau an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Im deutschen Pavillon der Architekturbiennale wird die Debatte um Öffnung und Ausgrenzung vor allem auf lokaler Ebene geführt – als deutsche Geschichte und Gegenwart. Wenn man den Pavillon betritt, sieht man sich einer schwarzen Wand aus Mauer hohen und versetzt aufgestellten Stelen gegenüber. Erst wenn man diese Mauer durch die Lücken zwischen den Stelen gleichsam „überwindet“, fängt der Pavillon an, Geschichten zu erzählen.

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    In Rom

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    Unterirdisch: das Archeo-Museum in der Metrostation San Giovanni

    Rom, Mitte Mai - Für einen Tag kann Rom lächeln. Vergessen die Löcher im Pflaster der Straßen der Kapitale und in den Kassen des Stadtkämmerers. Verdrängt das wild blühende Grün auf ungepflegten Freiflächen zwischen nicht abgeräumten Müll. Im Untergrund bei San Giovanni zeigt sich die Stadt innovativ, verkehrsfreundlich und der Kultur zugewandt. Die Eröffnung am 12.Mai des neuen Metro-Bahnhofs San Giovanni der Linie C (S.Giovanni - Pantano), der damit einen Knotenpunkt zur Linie A (Battistini - Anagnina) bildet, sollte zwar bereits im Herbst 2011 stattfinden, aber was sind schon ein paar Jährchen in einer Stadt, die in Ewigkeiten rechnet - und eine Ewigkeit wird man wohl auch warten müssen, bis die Metro C planmäßig bis zur Piazza Venezia (oder nur bis zum Colosseum?) weitergeführt werden kann. Vom Traumziel Piazzale Clodio (vorbei an Piazza Navona und San Pietro) ganz zu schweigen.

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    „AUF JEDER INSEL FEUER MACHEN“

    Ein Gespräch mit Paolo Rumiz, der den Po von ersten Stromschnellen bis zur Mündung in die Adria auf dem Wasser abgefahren hat. In dem Buch „Die Seele des Flusses“ erzählt er von seiner abenteuerlichen Reise durch ein unbekanntes Italien.

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    Paolo Rumiz unterwegs auf dem Po

    Mailand / Porto Tolle – Der längste Fluss Italiens ist der Po. Rund 650 Kilometer liegen zwischen seiner Quelle am Monviso in den piemontesischen Alpen und der Mündung in die Adria, wo er sich zwischen Porto Viro und Volano in sechs Arme und unzählige Kanäle verzweigt. Der Journalist und Buchautor Paolo Rumiz ist ihm zusammen mit einer kleinen Gruppe von Freunden von den Stromschnellen bei Staffarda an – 40 Kilometer unterhalb der Quelle – bis zum Meer auf dem Wasser gefolgt. In dem mit vielen Karten und Fotos liebevoll aufgemachten und einfühlsam übersetzen Buch „Die Seele es Flusses“ (Folio Verlag) erzählt Rumiz von einer Reise durch ein unbekanntes Italien.

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    WO SICH HIMMEL UND ERDE BERÜHREN

    Die Landschaft als Protagonist : In Rovigo erzählt die Ausstellung „Cinema!“, wie das Po-Delta italienische Kinogeschichte geschrieben hat.  

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    Einsamkeit und Melancholie - Monica Vitti in "Deserto rosso" (1964) von Michelangelo Antonioni

    Rovigo (Palazzo Roverella bis 1.7.2018) – Was haben Viscontis Film „Ossessione“ (1943), Antonionis „Il grido“ (1957) und Montaldos „L’Agnese va a morire“ (1976) gemeinsam? Diese Kinofilme wurden im Polesine, im Schwemmland des Po-Deltas gedreht. Wie viele, viele andere Produktionen auch. Die Ausstellung „Cinema!“, die im Palazzo Roverella  zu sehen ist, geht von rund 500 (!) Spiel- und Dokumentarfilmen sowie TV-Serien aus, die hier entstanden sind. Mit dem Untertitel „Geschichten, Protagonisten, Landschaften“ werden Videoausschnitte, Fotos von Dreharbeiten, Szenenfotos, Plakate, Drehbücher, Kartenmaterial sowie andere Dokumente von den 1940er Jahren bis heute gezeigt. Der Kurator Alberto Barbera und seine Mitarbeiter haben einen faszinierender Parcours durch die italienische Filmgeschichte gesteckt, der zugleich die Geschichte einer Landschaft erzählt.

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    In Rovigo

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    Das Herz von Rovigo: Piazza Vittorio Emanuele II

    Rovigo, Ende April – Es ist nicht leicht, sich der Provinzstadt (51.000 Einwohner) am südlichen Rand des Po-Deltas zwischen Etsch und Canal Bianco zu nähern. Eine wild gewachsene, gesichtslose Peripherie mit Kleinbetrieben, Lagerhallen und verstreuten Wohnsiedlungen hat sich um sie gelegt und verbinden sich mit der von Adria. Pulsierende Verkehrsstraßen durchschneiden das Schwemmland des Polesine und seine Wasserwege. Rosenzüchtungen, wie Ariost sie Rovigo in seinem Rasenden Roland andichtete, wird man heute kaum noch finden. Der regellosen Hektik entkommt man jedoch im hübschen Zentrum mit ehrwürdigen Palazzi und harmonischen Platzanlagen.

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    BRERA MODERN

    Nach über 45 Jahre verwickelter Baugeschichte erhält die Mailänder Pinakothek Brera einen Palazzo für die Kunst der Moderne und der Gegenwart 

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    Wie neu - Gartenfassade des Palazzo Citterio aus dem Klassizismus

    Mailand - Darauf haben die Mailänder lange, lange gewartet: Den restaurierten Palazzo Citterio, in dem die Kunstsammlungen mit Werken des 20. Jahrhunderts der staatlichen Pinakothek Brera sowie eine Reihe von Serviceeinrichtungen Platz finden sollen, konnte man jetzt besichtigen. 1972 hatte der Staat den damals heruntergekommenen Stadtpalast in der Via Brera 12 aus dem 18. Jahrhundert erworben. Gut 45 Jahre lang wurde mit drei verschiedenen Projekten an ihm gewerkelt, immer wieder mussten die Arbeiten aus unterschiedlichen Gründen unterbrochen werden, wobei auch fehlende Finanzierungen eine Rolle spielten. Nun sind sie endlich abgeschlossen.

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    TRÄUMERISCHE NEOREALISTEN

    Mit dem Tod von Vittorio Taviani endet die Zusammenarbeit zweier Brüder, die das italienische und das europäische Kino geprägt haben

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    Vittorio Taviani 1929 - 2018

    Mailand / Rom – In der italienischen Filmwelt gab es kaum jemanden, der das volkstümliche Kino so mit dem poetischen verbinden konnte wie das Bruderpaar Vittorio und Paolo Taviani aus San Miniato bei Pisa. Arbeiten von Allonsanfan (1974) über Padre Padrone (1977, Goldene Palme in Cannes) bis Cesare deve morire (2012, Goldener Bär in Berlin) haben die Geschichte des europäischen Films geprägt. Bei ihrer letzten Produktion Una questione privata (2017) nach einer Erzählung von Beppe Fenoglio musste der jüngere Paolo (geboren 1931) allein am Drehort in den Hügeln des Piemonts Regie führen, während der ältere Vittorio (geboren 1929), der noch das Drehbuch mitgeschrieben hatte, krank in Rom zurückblieb. Nun ist Vittorio Taviani im Alter von 88 Jahren in Rom gestorben.

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    METAMORPHOSEN DES LICHTS

    Adriano Sofri, Franz Kafka und die Straßenbahn – ein Essay über Varianten bei der in viele Sprachen übersetzten Erzählung „Die Verwandlung“ entpuppt sich als philologischer Kriminalroman

    Unterwegs mit der "Elektrischen" - Straßenbahn in Prag vor dem ersten Weltkrieg

    Mailand – Kann ein Übersetzer Straßenlampen mit Straßenbahnen verwechseln? Der italienische Journalist und Essayist Adriano Sofri fand diesen merkwürdigen Fehlgriff in einer zweisprachigen Ausgabe (Rizzoli 2001) der berühmten Kafka-Erzählung Die Verwandlung. Am Anfang des zweiten Teils las er im italienischen Text, dass die Lichtreflexe der tranvia elettrica hier und da die Zimmerdecke befleckten, während es dort, wo der zum Ungeziefer verwandelte Gregor lag, dunkel blieb. Auf der gegenüber liegenden Seite war der deutsche Originaltext abgedruckt: „Der Schein der elektrischen Straßenlampen lag bleich hier und da auf der Zimmerdecke...“

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    CASANOVA AUCH ICH

    Ein neues Casanova-Museum in Venedig setzt ganz auf virtuelle Realität. Der Besucher soll sich selbst als Abenteurer und Freigeist im 18. Jahrhundert erfahren. Und als Libertin.

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    Bildnis von Giacomo Casanova (1725 - 1798) - das Museum zeigt eine Kopie (Ausschnitt) nach einem Gemälde von Anton Raphael Mengs

    Venedig – Wer und was war Casanova – Schürzenjäger oder Freigeist? Ein frecher Hochstapler oder ein belesener Intellektueller, ein abgekochter Spion oder doch ein sprachgewandter Diplomat? In vielen Rollen taucht dieser Giacomo Girolamo Casanova auf, der 1725 in Venedig als Sohn einer Schauspielerin und eines Schauspielers geboren wurde. Und 1798 im Alter von 73 Jahren auf Schloss Dux in Böhmen starb. In Venedig eröffnete jetzt ein Casanova-Museum, das sich vorgenommen hat, seiner ganzen Persönlichkeit gerecht zu werden.

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    EINE ENTDECKUNG

    Teodoro Wolf Ferrari und „Die Modernität der Landschaft“ in einer Ausstellung in Conegliano bei Treviso

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    Frei nach Böcklin - Teodoro Wolf Ferrari "Isola misteriosa" (1917)

    Conegliano (Palazzo Sarcinelli bis 24.6.2018) – Im Hinterland von Venedig gibt es einen Künstler (wieder) zu entdecken, der gleichzeitig lokal verwurzelt war wie auch europäisches Format hatte. Das Werk des Landschaftsmalers Teodoro Wolf Ferrari (1878 – 1945) ist jetzt im Palazzo Sarcinelli zu sehen. Rund 70 Arbeiten (Gemälde, Aquarelle, Dekorationstafeln, Glasarbeiten u.a.), dazu einige Bilder von Zeitgenossen, legen Rechenschaft ab, wie Wolf Ferrari zwischen München und Venedig sich ein bemerkenswertes Oeuvre schuf. Das geriet jedoch nach erfolgreichen Jahren – zwischen 1920 und 1938 war der Künstler auf jeder Biennale vertreten – nach seinem Tod in Vergessenheit. Wer den Namen Wolf Ferrari hört, denkt zunächst an des Malers älteren Bruder, den Komponisten Ermanno Wolf Ferrari (1876-1948).

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    im Kino: Nome di donna

    Regisseur Marco Tullio Giordana erzählt, wie sich eine junge Frau in der norditalienischen Provinz gegen sexuelle Belästigung wehrt.

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    Überzeugend im Kampf um Selbstachtung und Recht - Cristiana Capotondi als Nina

    Mailand (Cinema Arcobaleno) – Nina, eine junge alleinerziehende Mutter, verliert in Mailand ihren Job als Restauratorin. Sie findet Arbeit im ländlichen Raum bei dem Institut Baratta, einem von der Kirche abhängigen luxuriösen Pflegeheim für ältere Menschen. Eine Aufgabe, die ihr Spaß macht und ihr Unabhängigkeit auch in ihrer Beziehung zu ihrem Freund sichert, der in Mailand in einem Architekturbüro arbeitet. Doch ruft der Direktor des Instituts sie eines Abends nach Dienstschluss in sein Büro und bedrängt sie sexuell. Wie er es auch mit anderen Mitarbeiterinnen des Baratta gemacht hat.

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    „WIR FEIERN NICHT“

    Fondazione Prada (1): Die Kulturstiftung des Mailänder Modehauses wurde 1993 gegründet. Ein Gespräch mit der Programmleiterin Astrid Welter

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    Noch im Hintergrund - "Torre", das neuste Element der jetzt vollständigen Anlage der Fondazione Prada (Projekt Koolhaas). 60 Meter hoch, neun Stockwerke, Ausstellungsflächen, Serviceeinrichtungen, ein Restaurant und auf dem Dach eine Bar sowie Terrasse (160 Quadratmeter) mit Blick auf Mailand. Eröffnung am 20. April.

    Mailand - Vor 25 Jahren riefen Miuccia Prada und ihr Ehemann Patrizio Bertelli in Mailand die Fondazione Prada ins Leben. Die Kulturstiftung des Modehauses könnte also jetzt ein kleines Jubiläum begehen. Doch, so die Programmdirektorin Astrid Welter: „Wir feiern nicht.“ Gefeiert wird dagegen etwas anderes, nämlich die Fertigstellung eines 60 Meter hohen Turms („Torre“) aus weißem Beton und Glas auf der Ausstellungsanlage der Fondazione nach Plänen von Rem Koolhaas, „den wir Ende April einweihen wollen.“ Ein Gespräch mit Astrid Welter am Rande der Ausstellung „Post Zang Tumb Tuum – Art Life Politics Italia 1918-1943“ (Zur Ausstellung siehe hier auf Cluverius).

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    HISTORISCHES BLOW UP

    Fondazione Prada (2): Eine Ausstellung lässt unterschiedliche Kunstströmungen und kulturelle Tendenzen in Italien zwischen den beiden Weltkriegen wieder aufleben. Dabei ist ein überraschend pluralistisches Bild der Zeit entstanden. 

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    Marinetti vor einem Gemälde von Boccioni (rechts) - Werbung für Ausstellungen der Fondazione Prada

    Mailand (Fondazione Prada bis 25. Juni) - Italien diskutiert über alten und neuen Faschismus. Rechtsradikale Gruppen wie die Casa Pound drängen in die Politik. Sie solidarisieren sich mit Gewalttaten von Einzeltätern gegen Ausländer. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten wünschen sich viele Italiener Umfragen nach einen starken Mann an der Spitze. In diesem Klima zeigt die Fondazione Prada eine seit langem vorbereitete Ausstellung über Kunst und Kultur in Italien zwischen 1918 und 1943. Im Mittelpunkt stehen rund 500 Arbeiten vorwiegend der Malerei, der Skulptur und der Architektur aus einer Periode, die von 1922 an politisch wie gesellschaftlich vom Faschismus beherrscht wurde.

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    EINE MUNTERE PLAUDEREI

    Mit dem Dialogbuch „Erklär mir Italien!“ kann man zwar nicht Italien verstehen lernen, lernt aber Roberto Saviano besser kennen.

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    Verzweifeln über Italien? - Graffito in Mailand

    Mailand – Man kann ein Land geographisch beschreiben, mit Hilfe von Daten lassen sich Gesellschaft und Wirtschaft analysieren, Prozesse in Politik und Kultur erkennen. Aber man kann kein Land „erklären“, Deutschland nicht und Italien schon gar nicht, in dem die regionalen Unterschiede größer sind als in jedem anderen westeuropäischen Land. Die Aufforderung im Buchtitel „Erklär mir Italien!“, zu der Giovanni di Lorenzo und Roberto Saviano einen munteren Dialog geführt haben, ist in diesem Sinne auch gar nicht als intellektuelle Aufforderung ernst gemeint. Sie entspricht eher einer Plauderstimmung, wie man sie zum Abschluss von einem guten Mittagessen, bei Diskussionen in der Bar oder ebenso bei Talkshows erleben kann.

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    im Theater: Freud o l’interpretazione dei sogni

    Das Mailänder Piccolo Teatro zeigt Stefano Massinis neuste Bühnenarbeit „Freud oder die Traumdeutung“ in der Regie von Federico Tiezzi

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    Sherlock Holmes der Psyche: Freud umgeben von antiken Artefakten - Fabrizio Gifuni in der Hauptrolle

    Mailand (Piccolo Teatro) - Seit dem Erfolg von „Lehman Trilogy“ gilt Stefano Massini als einer der interessantesten Theaterautoren Italiens. Massini, 1975 in Florenz geboren, hat gerade bei Mondadori den Roman „L’interpretatore dei sogni“ (Der Traumdeuter) veröffentlicht. Ein Tagebuch, in dem der Ich-Erzähler Sigmund Freud Therapiegespräche mit seinen Patienten notiert. Mit der bahnbrechenden Arbeit „Die Traumdeutung“ war Freud an der Wende zum 20. Jahrhundert die Grundlegung der analytischen Psychologie gelungen. Wie er aber die Theorie der Traumdeutung aus Therapiegesprächen entwickelt, das spürt Stefano Massini in seinem Buch literarisch fiktiv nach. Im Piccolo Teatro Mailand kam der Text jetzt für die Bühne bearbeitet unter dem Titel „Freud o l’interpretazione dei sogni“ (Freud oder die Traumdeutung) zur Aufführung. Regie führte der Dramaturg, Schauspieler und Kunsthistoriker Federico Tiezzi.

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    IN PARTNERSCHAFT MIT FRANKFURT

    Neustart der Mailänder Buchmesse „Tempo di Libri“ im März. Die Buchmesse unterstützt die Veranstaltung mit ihrem Fellowship Programm

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    Vorstellung vom Tempo di Libri u.a. mit Bürgermeister Giuseppe Sala (3. v.l.) und Regionalpräsident Roberto Maroni (4.v.l.). Rechts außen der Messedirektor Andrea Kerbaker

    Mailand - Die vom italienischen Verlegerverband AIE veranstaltete Messe „Tempo di Libri“ (Zeit für Bücher“) möchte sich neben dem Turiner „Salone del Libro“ als zweite große italienische Buchmesse etablieren. „Tempo di Libri“ findet dieses Jahr vom 8. bis 12. März auf dem zentrumsnahen Gelände der Mailänder Stadtmesse (Fieramilanocity) statt. Wie im vergangenen Jahr erfolgreich erprobt wird parallel ein Milan International Rights Center eingerichtet (8. bis 10. März), für das sich bereits Verlagsvertreter und Literaturagenten aus 30 Ländern angemeldet haben. „Tempi di Libri“ hat in Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse ein „Frankfurt-Milan Fellowship Programm“ organisiert, das am 6. und 7. März eine internationale Delegation von Vertretern der Verlagsbranche die Gelegenheit geben wird, den italienische Buchmarkt genauer kennen zu lernen.

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