„EINE SZENE JUNGER MENSCHEN“

    Die Freien Theater spielen heute in Europa eine enorme kulturelle Rolle. Die Szene ist reich und vielfältig, jedoch sind die Arbeitsbedingungen prekär. Die Wissenschaft kann helfen, ihr Standing zu erhöhen. Ein Gespräch mit dem Theaterwissenschaftler Manfred Brauneck auch über einen erstaunlich unbekannten Preis

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    "Frühlingsopfer" - eine Arbeite der Gruppe She She Pop und ihrer Mütter (2014)

    Mailand/Hamburg – Wie unabhängig kann das Freie Theater heute in Europa sein, was ist seine Geschichte, wie sein Verhältnis zu den etablierten Bühnen? Welche Rolle spielt es für die Theaterforschung und wie kann eine wissenschaftliche Untersuchung der Freien Szene auf die Arbeitsbedingungen im Theater selbst zurückwirken? Der Theaterwissenschaftler Manfred Brauneck hat gerade im Rahmen einer Forschungsarbeit für die Balzan Stiftung zusammen mit dem ITI Zentrum Deutschland (Berlin) eine Veröffentlichung über das Freie Theater im Europa der Gegenwart herausgegeben. Sie untersucht, wie es im Untertitel heißt, Strukturen, Ästhetik und Kulturpolitik (*) - siehe Anmerkungen. Manfred Brauneck, geb. 1934, lehrte ab 1973 Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Universität Hamburg. Er war u.a. Leiter des Zentrums für Theaterforschung und des Studiengangs Schauspieltheater-Regie. 2010 wurde er mit dem Balzan Preis für Geschichte des europäischen Theaters ausgezeichnet. Im Gespräch weist der 82jährige darauf hin, dass das Theater allgemein heute in der Medienlandschaft an Boden verloren habe. Zugleich zeigt er sich hoffnungsvoll, dass es sich verjüngen kann, um in Zukunft weiterhin eine gesellschaftliche Rolle zu spielen.

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    AN DEN THEMEN DER WELT MESSEN

    70 Jahre Piccolo Teatro: Ein „Theater für alle“ wollte Giorgio Strehler mit der Gründung 1947 schaffen. Heute versucht das Haus unterschiedliche Publikumsgruppen anzusprechen – mit politischen Stücken, experimentellem Theater und einer neuen Hinwendung zu erzählerischen Texten. 

    Briefmarke 70 Jahre Piccolo

    Briefmarke 70 Jahre Piccolo Teatro

    Mailand – Als die Stadt nach dem Krieg und schwerer Zerstörung durch Bombenangriffe der Alliierten einen neuen Anfang zum alltäglichen Leben suchte, wurden zuerst die Kultureinrichtungen wieder hergestellt, manche wurden sogar erst geboren. Im Mai 1946 eröffnete Arturo Toscanini die Scala und ein Jahr später nahm das von Giorgio Strehler, Paolo Grassi und Nina Vinchi neu gegründete Piccolo Teatro in den umgebauten Räumen eines Kinos sein Programm auf. Es begann im Mai 1947 mit Gorkis „Nachtasyl“, dem im Juni Goldonis „Diener zweier Herren“ folgte. Aber was ist von der Aufbruchstimmung eines „Theaters der Kunst für alle“ geblieben? Wie hat sich die Bühne nach dem Tod von Giorgio Strehler vor fast 19 Jahren entwickelt und welche Rolle möchte sie heute spielen?

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    MIT EINEM KLICK ZUR AIDA

    Das Archiv der Casa Ricordi geht online. Ein Besuch der weltweit größte Sammlung von Dokumenten zur Musikgeschichte. 

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    Mit Handschuhen und spitzen Fingern - Arbeit im Mailänder Ricordi Archiv

    Mailand – Hinter schweren Panzertüren eines Seitenflügels des Palazzo Brera in Mailand lagert in klimatisierten Räumen eine Welt klangvoller Namen. Handschriftliche Partituren der Werke von Gioachino Rossini bis Giuseppe Verdi, von Giacomo Puccini bis Luigi Nono und Luciano Berio haben die Zeit im Archiv des ehemaligen Ricordi Musikverlages überdauert. Das Archiv der Casa Ricordi, das inzwischen zum internationalen Bertelsmann Imperium gehört, ist das weltweit größte Archiv zur Musikgeschichte überhaupt. Erste Eintragungen gehen auf das Jahr 1808 zurück.

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    EIN DRAHTSEILAKT

    Biennale (1): Die 57. Kunstbiennale von Venedig feiert die Kunst der Gegenwart als einen neuen Humanismus. Vertreten sind vor allem junge, oft unbekannte Künstlerinnen und Künstler. Doch ein alter Hase wie Franz Erhard Walther aus Fulda wurde mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet

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    Wenn Gräser im Schuh wachsen - eine Arbeit von Michel Blazy aus Montecarlo

    Venedig (bis 26.11.) Wohin geht die Kunst? Sie überquert Abgründe. Eine Videoarbeit von Taus Makhacheva, eine 34jährige Künstlerin aus Dagestan, bringt diese Biennale auf den Punkt. Sie zeigt wie ein Hochseilartist über ein Drahtseil balanciert, das unter freiem Himmel zwischen zwei eng nebeneinander liegenden Gebirgskuppen gespannt ist. Er bringt Gemälde von einem offenen Lager auf der einen Kuppe in eine geschlossene Struktur auf der anderen. Dafür hängt der Artist jeweils ein Bild an die äußeren Enden seiner Balancierstange. So gleichsam mit höchstem Risiko spielerisch transportiert er im Video "Tightrope" rund 58 Minuten lang die Kunst von einer zu anderen Seite.

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    IN AUSGESCHLOSSENER GESELLSCHAFT

    Biennale (2): Anne Imhof bespielt den Deutschen Pavillon mit der beeindruckenden Performance "Faust" – und hat dafür einen goldenen Löwen bekommen

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    Hinter Glas - Performerin im "Faust" von Anne Imhof

    Venedig (bis 26. November) – Das Gebäude ist schwer gesichert. Ein hoher Gitterumlauf schließt es ein. Im Umlauf drehen - mit langen Pausen nach den strengen Regeln des Tierschutzes - vier Dobermann-Hunde ihre Runden. Im bis unter das Dach ganz weiß getünchten Inneren bewegt man sich im Hauptsaal wie in den Nebenräumen auf einem erhöhten Glasboden und zwischen Glaswänden. Alles erscheint kalt, steril, unnahbar und zugleich zerbrechlich. Ein Gefühl der Unsicherheit macht sich breit. Unter dem Boden und hinter den Glaswänden bewegen sich einige junge Männer und Frauen. Stumm, teilnahmslos bilden sie mit ihren Körpern Ensembles, die laufend wechseln. Lebende Bilder, die Machtbeziehungen erkennen lassen, Gewalt suggerieren, seelische Verletzungen spürbar machen, aber auch Befreiungen andeuten. Das Glas schafft Distanz, es macht jedoch den Besucher mit seinen Blicken andererseits zum Beteiligten. Weitere Performer kommen herausgekrochen und marschieren zwischen den Besuchern durch den Raum. Einige bewegen sich in schwindelnder Höhe am Deckenrand (aber mit einem Gurt gesichert) auf einem schmalen Grat. Dazu ertönt aus Lautsprechern ein Soundtrack aus Musik, Stimmen und Geräuschen.

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    "WIR GLAUBEN AN DIESES PROJEKT"

    Gespräch mit Federico Motta, dem Präsidenten des italienischen Verlegerverbandes AIE, über den italienischen Buchmarkt und die neue Mailänder Buchmesse "Zeit der Bücher"

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    Federico Motta, geboren 1954 in Mailand

    Mailand - Vom 19. bis zum 23. April findet in Mailand eine nationale Buchmesse unter dem Titel „Tempo di Libri“ („Zeit der Bücher“) als „Messe der italienischen Buchbranche“ (Untertitel) statt. Veranstalter ist der italienische Verlegerverband, die Associazione degli Editori Italiani (AIE). Der Verband hatte sich im Herbst vergangenen Jahres von dem Salone del Libro, der traditionellen Messe, die seit 30 Jahren in Turin organisiert wird, getrennt (siehe Cluverius "Mailand ist eine Messe wert"). Vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen mit der Betreibergesellschaft des Salone del Libro über die Leitung und Gestaltung der Veranstaltung, die in diesem Jahr vom 18. bis 22. Mai in Turin durchgeführt wird. Auf der Mailänder Messe werden rund 460 Verlage mit einem eigenen Stand vertreten sein, für Turin haben sich über 700 Aussteller (teilweise an Gemeinschaftsständen) gemeldet. Der italienische Buchmessenstreit war Anlass für ein Gespräch mit dem Präsidenten des Verlegerverbandes Federico Motta.

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    MONTEVERDI UND CARAVAGGIO

    Cremona feiert den Komponisten Claudio Monteverdi, der vor 450 Jahren in der Stadt der Geigenbauer geboren wurde. Eine Ausstellung will die kulturellen Umbruchstimmungen in Musik- und Kunstgeschichte zu Beginn der Barockzeit aufzeigen

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    Der Lautenspieler - Kopie oder Original? Ein Caravaggio in Cremona

    Cremona (Museo del Violino bis 23.7.) – Hier hat alles angefangen. Handwerker und Musiker brachten im 16. Jahrhundert und 17.Jahrhundert zwischen Gardasee und Po, zwischen Brescia und Cremona, den Bau von Streichinstrumenten zur Meisterschaft. Cremona, wo die Familie Amati die Grundlagen für die Entwicklung der Violinen legte, wurde bald zu einem Zentrum dieser Kultur, die der Musikgeschichte neue Impulse geben sollte. In Cremona kam 1567 auch Claudio Monteverdi zur Welt. Monteverdis Oper L’Orfeo (1607/1609) ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieser Kunstgattung. Anlässlich des 450. Geburtstages des Komponisten zeigt das Museo del Violino von Cremona eine Ausstellung von historischen Orchester-Instrumenten für eine Orfeo-Aufführung. Und setzt sie mit dem Gemälde „Der Lautenspieler“ in Beziehung zur Malerei von Michelangelo Merisi (1571-1620). Der stammte aus dem Nachbarort Caravaggio, von dem er auch seinen Künstlernamen erhielt.

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    „TRÄUME SIND ZEICHEN, SIE SCHLAGEN ALARM“

    Ein Gespräch mit Dacia Maraini über Ausflüge in Schattenwelten, die Rolle der Aktualität für Literatur und einen komischen Vogel in ihrem jüngsten Roman „Das Mädchen und der Träumer“

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    Dacia Maraini - kaum zu glauben, dass sie bereits 80 Jahre alt ist

     

    Rom – Dacia Maraini, die im November 1936 in Fiesole als Tochter des Ethnologen Fosco Maraini und der sizilianischen Malerin Topazia Alliata geboren wurde, wird gerne als die große alte Dame der italienischen Literatur bezeichnet. Ihre größten Erfolge sind der historische Roman „Die stumme Herzogin“ (1991) oder „Bagheria“ (1994), ein Erinnerungsbuch über ihre Jugendzeit auf Sizilien. Dacia Maraini hat sich viele Jahre als Dramaturgin wie Organisatorin dem Theater gewidmet und in der Frauenbewegung engagiert. Ihr jüngster Roman „La bambina e il sognatore“ (Rizzoli 2015) ist jetzt im Folio Verlag unter dem Titel „Das Mädchen und der Träumer“ auf Deutsch erschienen (siehe auf Cluverius: „Spurlos verschwunden“). Bei einem Besuch in ihrer römischen Wohnung redet sie über das neue Buch aber auch über die Schule, über Träume oder über die Pflicht der Schriftsteller, zu aktuellen Fragen Stellung zu nehmen.

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    BOOMTOWN MAILAND

    Wie neben der Finanz- eine Kulturmetropole gewachsen ist

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    Bloß den Zug nach Mailand nicht verpassen - Graffito am Hangar Bicocca

    Mailand - Die italienische Kulturhauptstadt 2017 ist Pistoia. Der Ort in der Toskana löst Mantua ab, das sich im vergangenen Jahr mit diesem Titel schmücken durfte. Der wird seit einigen Jahren vom Kulturministerium verliehen. Zu den Zielen gehört, in kleineren und mittleren Städten „kulturelle und landschaftliche Güter zu fördern“ sowie das „touristische Angebot zu verbessern“. Und gerade wurde Palermo für das Jahr 2018 gekürt. Aber die wirkliche Hauptstadt des kreativen Italiens in diesem Augenblick ist Mailand. Die lombardische Metropole hat nicht nur ihre führende Rolle in Design und Mode, bei Verlagen und Medien ausgebaut an, sondern sie gibt auch in der Theater- wie in der Musikszene den Ton – und vor allem in der Kunst der Moderne und der Gegenwart.

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    "ERST WENN DU TAG FÜR TAG DORT LEBST, SPÜRST DU ALL IHREN ZAUBER"

    Das Buch „Henry James in Venedig“ und ein Gespräch mit Hanns-Josef Ortheil, der die Texte von James mit einem mehrteiligen Essay begleitet hat

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    "Weiches Schillern" - Blick auf San Giorgio Maggiore

    Venedig – Der Winter ist eine gute Jahreszeit, um die Lagunenstadt zu besuchen. Noch hat der Tourismus sie nicht so entstellend im Griff, wie zwischen Frühling und Herbst. Man kann Spuren nachgehen, die etwa ein Henry James (1843 – 1916) gelegt hat. Der amerikanische Autor reiste in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Male nach Venedig. Er dachte zeitweilig sogar daran, sich hier ganz niederzulassen. Wie er sich in kleinen Essays und Reiseberichten mit der Stadt auseinander gesetzt hat, ist in dem Band In Venedig nachzulesen, der in der Dieterich'schen Verlagsbuchhandlung (Mainz) erschienen ist. Der Stuttgarter Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil hat darin über einen begleitenden Essay gleichsam den Dialog mit James wie mit dem Leser gesucht. In einem Gespräch mit Hanns-Josef Ortheil ließen sich Eindrücke von der Lektüre des Buches vertiefen. Das Gespräch fand Mitte Dezember 2016 im Deutschen Studienzentrum Venedig (*) statt.

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    PFLASTER FÜR PIERO DELLA FRANCESCA

    Ein Welle extrem trockener Kaltluft hat in der Mailänder Pinakothek Brera den Erhalt von Gemälden auf Holzgrund gefährdet. Daraus hat sich eine Diskussion über die Rolle des Museums von heute entwickelt

    Japanpapier damit die Farbe nicht abblättert - die Pala Montefeltro von Piero della Francesca (um 1474)

    Japanpapier damit die Farbe nicht abblättert - die Pala Montefeltro von Piero della Francesca (um 1474)

    Mailand  - Unter winterlichen Witterungsbedingungen leiden nicht nur Menschen, sondern auch Kunstwerke. In der Mailänder Pinakothek Brera klagten Besucher seit dem Silvestertag über allzu kühle Säle. Als dann in der Nacht vom 7. Januar die lombardische Metropole von einer untypisch extrem trockenen Kältewelle überrollt wurde, bekamen das auch Dutzende von Gemälden besonders auf Holzgrund zu spüren. An kritischen Stellen drohte sich der Farbauftrag zu lösen. Offensichtlich, so eine erste Erklärung, habe die Klimaanlage versagt, die die Luftfeuchtigkeit konstant halten sollte.

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    EINE LAIZISTISCHE KATHEDRALE

    In Mailand wurde der Neubau für die Fondazione Feltrinelli eröffnet, den Herzog & de Meuron projektiert haben. Darin finden das riesige Archiv und die Bibliothek sowie Veranstaltungsräume und eine Buchhandlung (mit Café) Platz

    copyright Filippo Romano/Feltrinelli

    Irgendwie gotisch - der Neubau für die Feltrinelli-Stiftung (im vorderen Drittel) und Microsoft Italia (hinten)

    Mailand – Bei Feltrinelli kann man feiern. Der Mailänder Verlag hat mit Roberto Savianos neuem Roman über die Rolle von Jugendlichen im organisierte Verbrechen Neapels („La paranza bei bambini“) einen Verkaufsschlager im Programm, der seit Wochen alle Bestsellerlisten anführt. Und die Fondazione Giangiacomo Feltrinelli konnte ihren neuen Sitz beziehen, den Herzog & de Meuron unweit der Porta Garibaldi errichtet haben.

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    WIR SAGEN NEIN, NEIN, NEIN!

    Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Populismus. Es schaut dem Volk aufs Maul und stellt die Eliten an den Pranger. In Italien wurde gerade der reformwillige Ministerpräsident Matteo Renzi Opfer einer solchen Stimmung. 

    Oben und unten waren sich in Italien nie ganz grün - Szene aus der Republik der Neinsager

    Oben und unten waren sich in Italien nie ganz grün - Straßenszene aus der Republik der Neinsager

    Mailand/Rom - Sechzig zu Vierzig, ein deutlicher Sieg der Neinsager bei guter Wahlbeteiligung (70 Prozent) – das hätte sich kaum einer erwartet. „Die Italiener sind wütend“, sagt der Politologe und Historiker Gian Enrico Rusconi. Viele fühlten sich abgehängt. Die Wirtschaft wächst schon lange nicht mehr, sie stockte bereits vor der Weltmarktkrise 2007/2008. Der Mittelstand veramt. Die Jugend bleibt ohne Perspektive. Die Gewerkschaften zerfallen. Und von „oben“, von der Regierung, von den Spitzen der Vereinigungen und der Verbände, von den Aufsichtsräten der Banken und Industrieunternehmen, kamen zuletzt immer flottere Sprüche, wenn von „unten“ Missmut laut wurde.

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    EIN TOLLES GEFÜHL

    Die Accademia Teatro alla Scala (1): Ob Musiker, Tänzer oder Handwerker, die Scala-Akademie bildet eine Elite unter den Nachwuchskräften in allen Bühnenberufen aus 

    copyright Accademia Teatro alle Scala/ Andrea Angeli

    Das Orchester der Scala-Akademie - eines der besten Jugendorchester Italiens

    Mailand – Es geht fröhlich zu in dem ehrwürdigen Teatro alla Scala, wenn jetzt zum Ausklang der Spielzeit eine Oper für Kinder auf dem Programm steht. Es wird gelacht und gerufen, geschupst und gedrängelt. Mit brausendem Beifall und zustimmenden Pfiffen werden die Musiker begrüßt, die im Orchestergraben Platz nehmen. Dann verlöscht langsam das Licht, hier und da mahnt jemand „tsch, tsch“ zur Ruhe. Die ersten Takte von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ – eine reduzierte Fassung in italienischer Sprache in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen – verbreiten schließlich eine zauberhafte Stimmung in dem vormittags um 11 Uhr mit Grundschülern vollbesetzten Haus.

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    „ICH MÖCHTE NICHT, DASS DIE SCALA EIN ELITÄRES INSTITUT IST.“

    Die Accademia Teatro alla Scala (2): Ein Gespräch mit dem Intendanten Alexander Pereira über die Ausbildung an der Akademie, die Inszenierung einer Zauberflöte sowie über Publikumspflege von klein auf

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    Alexander Pereira, Intendant der Mailänder Oper und Präsident der Scala-Akademie

    Mailand – Der Wiener Kulturmanager Alexander Pereira leitet seit September 2014 in der Nachfolge von Stéphane Lissner das Teatro alla Scala. Zuvor war er Intendant der Oper Zürich (1991-2012) und der Festspiele Salzburg (2012-2014). Seit Jahren setzte er sich intensiv für die Förderungen des künstlerischen sowie des technischen Nachwuchses bei Bühnenberufen ein. Mit der Accademia Teatro alla Scala (siehe hier den Bericht auf Cluverius), der er auch als Präsident vorsteht, hat der 69jährige dafür ein ideales Betätigungsfeld gefunden.

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