EIN NEUER PHÖNIX IN DER KUNST

    Die Reise von Johann Sebastian Bach nach Rom und sein Tod daselbst Im Jahre 1778

    Johann Sebastian Bach: Arkadische Landschaft (1777)

    Johann Sebastian Bach : Arkadische Landschaft (1777)

    „Die Seele musiziert, indem sie zeichnet.“
    Goethe im Gespräch mit Johann Daniel Falk
    am 14.6.1809

    An dem Tag, an dem Bach Hamburg verließ, lag der Himmel flach und grauflockig über der Heide. Der Wind zerrte am Verschlag der Postkutsche, Regen war zu erwarten. So könnte man sich das vorstellen. Es war Herbst, man schrieb das Jahr 1776, warum sollte ausgerechnet an jenem Tag in Hamburg die Sonne scheinen?
    Sicher wird Bach der Abschied von seinen Eltern und Geschwistern nicht leicht gefallen sein. Alle wussten um seine gesundheitliche Schwäche. Die geplante Reise über Dresden, Wien nach Rom war zudem nicht ungefährlich. Ob man sich wiedersehen würde?

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    DENKEN IN HISTORISCHEN ZUSAMMENHÄNGEN

    Vor 100 Jahren wurde Aldo Moro geboren. Ein christdemokratischer Politiker, der den Schulterschluss mit den Kommunisten suchte

    Mann des Ausgleichs - Aldo Moro (1916 - 1978)

    Mann des Ausgleichs - Aldo Moro (1916 - 1978)

    Rom - Aldo Moro war ein Politiker, der die Geschichte seines Landes nach dem zweiten Weltkrieg nachhaltig geprägt hat. Als junger Mann gehörte Moro zu den Gründern der christdemokratischen Partei. In unterschiedlichen Funktionen – etwa als Ministerpräsident, Außenminister und Parteisekretär der Democrazia Cristiana – begleitete er maßgebend die rasante Entwicklung, mit der Italien sich von einem Agrar- in ein Industrieland verwandelte. Und dazu eine wichtige politische Rolle auf der europäischen und internationalen Bühne spielen konnte. Neben der Friedenspolitik lag ihm besonders die Überwindung innenpolitischer Gegensätze am Herzen, um in einer übergreifenden Zusammenarbeit mit den Linksparteien Reformen durchzusetzen. Auf dem Höhepunkt dieser, auch in seiner eigenen Partei umstrittenen Strategie, wurde er von einem Terrorkommando der Roten Brigaden im Frühjahr 1978 entführt und wenige Wochen später ermordet.

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    SCHWUNGVOLL UND GEGENWÄRTIG

    Notizen zum 37. Rossini Opera Festival in Pesaro

    copyright ROF

    Verschleiert - Salome Jicia als Elena in "La donna del Lago"

    Pesaro - Das 37. Rossini Opera Festival geht in diesen Tagen zu Ende. Im Mittelpunkt stand eine vielumjubelte, von der Kritik etwas zurückhaltend aufgenommene Neuaufführung der "Donna del Lago". Michele MariottI dirigierte, Italiens Regiestar Damiano Michieletto hat sie auf die Bühne gestellt. Daneben sah man einen von Davide Livermore erfrischend inszenierten "Il Turco in Italia" unter der musikalischen Leitung von Speranza Scapucci, der ersten weiblichen Dirigentin des Festivals. "Ciro in Babilonia", eine Wiederaufnahme aus dem Jahr 2012 (Regie: Davide Livermore, Dirigent: Jader Bignamini) bildete das ernste Gegenstück gegen so viel unterhaltsames Musiktheater.

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    OHNE LIEBE ZUR MUSIK

    Die hochverschuldete Oper von Verona will die Ballettsparte einsparen. Drohen jetzt Streiks?

    copyright Cluverius

    Schatten über den Opernfestspielen in der Arena di Verona

    Verona - Die traditionellen Opernfestspiele in der Arena von Verona, die im Juni mit einer Wiederaufnahme der „Carmen“ in der ziemlich angestaubten Regie von Franco Zeffirelli begonnen hatten, neigen sich ihrem Ende zu (bis 28.8.). Ob der Spielplan aber überhaupt wie vorgesehen erfüllt werden kann, ist ungewiss. Zumindest am kommenden Sonntag könnte die „Aida“ ohne Balletteinlagen über die Freilichtbühne in der Arena gehen. Die Tänzerinnen und Tänzer wollen die Aufführung bestreiken, nachdem bekannt geworden war, dass die Opernstiftung Verona ihre Ballettsparte in Zukunft ganz einsparen will.

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    VOM KILLER ZUM PADRINO

    Der Mafia-Boss Bernardo Provenzano ist gestorben

    43 Jahre im Untergrund - Provenzano bei seiner Festnahme 2006

    43 Jahre im Untergrund - Provenzano bei seiner Festnahme 2006

    Mailand/Corleone - Der sizilianische Mafia-Boss Bernardo Provenzano ist am 13. Juli im Alter von 83 Jahren in dem Mailänder Krankenhaus San Paolo an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Er galt als der letzte "klassische" Padrino, der bis zu seiner Verhaftung 2006 mit Autorität aus dem Untergrund heraus die Geschäfte der Cosa Nostra steuerte und zwischen rivalisierenden Clans zu vermitteln wusste. Dabei benutzte er auf kleinen Zetteln mit Schreibmaschine verschlüsselt geschriebene Botschaften ("Pizzini"), die von Hand zu Hand wanderten - ein gleichsam "abhörsicheres" Kommunikationssystem.

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    EINE GIFTIGE WEISSLICHE WOLKE

    Vor 40 Jahren - das Dioxin-Unglück von Seveso

    copyright Regine Esser

    Entstellt von Chlorakne - Kind in Seveso 1976

    Seveso - Bei einem Unglück in einer Chemiefabrik in Norditalien wurde vor vierzig Jahren das hochgiftige Dioxin frei gesetzt. Betroffen waren Bewohner vor allem der Ortschaft Seveso und Nachbargemeinden unweit von Mailand. Ein chaotisches Krisenmanagement während der ersten Tage nach dem Unglück, als Unternehmen und Behörden die Folgen herunter spielten, verzögerte Hilfe. Schließlich mussten Hunderte von Menschen evakuiert werden. Chlorakne entstellte die Gesichter von Kindern und bis heute bleibt die Angst vor gesundheitlichen Spätfolgen. Der Vorfall, der weltweites Aufsehen erregte, führte zu einer EU-Bestimmung, die unter dem Namen „Seveso-Richtlinie“ zur Beherrschung von Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen dienen soll.

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    „MAN KANN EINEN SHYLOCK NICHT AUSSCHLIESSEN“

    Ein Gespräch mit Shaul Bassi über Shakespeare, die Juden und den "Kaufmann von Venedig"

    Der Kaufmann von Venedig und die Werbung - Liebig Bilderserie

    "Der Kaufmann von Venedig" und die Werbung von einst - Liebig Bilderserie

    Venedig - Er ist der venezianische Jude schlechthin, auch wenn er nie existiert hat: Shylock aus Shakespeares Drama „Der Kaufmann von Venedig“. In der Ausstellung „Venezia, gli Ebrei e l’Europa 1516 – 2016“, die im Palazzo Ducale an die Gründung des Ghettos vor 500 Jahren erinnert ist, darf er nicht fehlen. Der Anglist Shaul Bassi von der Universität Ca’ Foscari, ein Mitglied der jüdischen Gemeinschaft Venedigs, ist für diesen Teil der Ausstellung verantwortlich. Im Interview äußert sich der 46jährige Wissenschaftler zum Thema.

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