TRÄUMERISCHE NEOREALISTEN

    Mit dem Tod von Vittorio Taviani endet die Zusammenarbeit zweier Brüder, die das italienische und das europäische Kino geprägt haben

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    Vittorio Taviani 1929 - 2018

    Mailand / Rom – In der italienischen Filmwelt gab es kaum jemanden, der das volkstümliche Kino so mit dem poetischen verbinden konnte wie das Bruderpaar Vittorio und Paolo Taviani aus San Miniato bei Pisa. Arbeiten von Allonsanfan (1974) über Padre Padrone (1977, Goldene Palme in Cannes) bis Cesare deve morire (2012, Goldener Bär in Berlin) haben die Geschichte des europäischen Films geprägt. Bei ihrer letzten Produktion Una questione privata (2017) nach einer Erzählung von Beppe Fenoglio musste der jüngere Paolo (geboren 1931) allein am Drehort in den Hügeln des Piemonts Regie führen, während der ältere Vittorio (geboren 1929), der noch das Drehbuch mitgeschrieben hatte, krank in Rom zurückblieb. Nun ist Vittorio Taviani im Alter von 88 Jahren in Rom gestorben.

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    METAMORPHOSEN DES LICHTS

    Adriano Sofri, Franz Kafka und die Straßenbahn – ein Essay über Varianten bei der in viele Sprachen übersetzten Erzählung „Die Verwandlung“ entpuppt sich als philologischer Kriminalroman

    Unterwegs mit der "Elektrischen" - Straßenbahn in Prag vor dem ersten Weltkrieg

    Mailand – Kann ein Übersetzer Straßenlampen mit Straßenbahnen verwechseln? Der italienische Journalist und Essayist Adriano Sofri fand diesen merkwürdigen Fehlgriff in einer zweisprachigen Ausgabe (Rizzoli 2001) der berühmten Kafka-Erzählung Die Verwandlung. Am Anfang des zweiten Teils las er im italienischen Text, dass die Lichtreflexe der tranvia elettrica hier und da die Zimmerdecke befleckten, während es dort, wo der zum Ungeziefer verwandelte Gregor lag, dunkel blieb. Auf der gegenüber liegenden Seite war der deutsche Originaltext abgedruckt: „Der Schein der elektrischen Straßenlampen lag bleich hier und da auf der Zimmerdecke...“

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    CASANOVA AUCH ICH

    Ein neues Casanova-Museum in Venedig setzt ganz auf virtuelle Realität. Der Besucher soll sich selbst als Abenteurer und Freigeist im 18. Jahrhundert erfahren. Und als Libertin.

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    Bildnis von Giacomo Casanova (1725 - 1798) - das Museum zeigt eine Kopie (Ausschnitt) nach einem Gemälde von Anton Raphael Mengs

    Venedig – Wer und was war Casanova – Schürzenjäger oder Freigeist? Ein frecher Hochstapler oder ein belesener Intellektueller, ein abgekochter Spion oder doch ein sprachgewandter Diplomat? In vielen Rollen taucht dieser Giacomo Girolamo Casanova auf, der 1725 in Venedig als Sohn einer Schauspielerin und eines Schauspielers geboren wurde. Und 1798 im Alter von 73 Jahren auf Schloss Dux in Böhmen starb. In Venedig eröffnete jetzt ein Casanova-Museum, das sich vorgenommen hat, seiner ganzen Persönlichkeit gerecht zu werden.

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    EINE ENTDECKUNG

    Teodoro Wolf Ferrari und „Die Modernität der Landschaft“ in einer Ausstellung in Conegliano bei Treviso

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    Frei nach Böcklin - Teodoro Wolf Ferrari "Isola misteriosa" (1917)

    Conegliano (Palazzo Sarcinelli bis 24.6.2018) – Im Hinterland von Venedig gibt es einen Künstler (wieder) zu entdecken, der gleichzeitig lokal verwurzelt war wie auch europäisches Format hatte. Das Werk des Landschaftsmalers Teodoro Wolf Ferrari (1878 – 1945) ist jetzt im Palazzo Sarcinelli zu sehen. Rund 70 Arbeiten (Gemälde, Aquarelle, Dekorationstafeln, Glasarbeiten u.a.), dazu einige Bilder von Zeitgenossen, legen Rechenschaft ab, wie Wolf Ferrari zwischen München und Venedig sich ein bemerkenswertes Oeuvre schuf. Das geriet jedoch nach erfolgreichen Jahren – zwischen 1920 und 1938 war der Künstler auf jeder Biennale vertreten – nach seinem Tod in Vergessenheit. Wer den Namen Wolf Ferrari hört, denkt zunächst an des Malers älteren Bruder, den Komponisten Ermanno Wolf Ferrari (1876-1948).

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    im Kino: Nome di donna

    Regisseur Marco Tullio Giordana erzählt, wie sich eine junge Frau in der norditalienischen Provinz gegen sexuelle Belästigung wehrt.

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    Überzeugend im Kampf um Selbstachtung und Recht - Cristiana Capotondi als Nina

    Mailand (Cinema Arcobaleno) – Nina, eine junge alleinerziehende Mutter, verliert in Mailand ihren Job als Restauratorin. Sie findet Arbeit im ländlichen Raum bei dem Institut Baratta, einem von der Kirche abhängigen luxuriösen Pflegeheim für ältere Menschen. Eine Aufgabe, die ihr Spaß macht und ihr Unabhängigkeit auch in ihrer Beziehung zu ihrem Freund sichert, der in Mailand in einem Architekturbüro arbeitet. Doch ruft der Direktor des Instituts sie eines Abends nach Dienstschluss in sein Büro und bedrängt sie sexuell. Wie er es auch mit anderen Mitarbeiterinnen des Baratta gemacht hat.

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    „WIR FEIERN NICHT“

    Fondazione Prada (1): Die Kulturstiftung des Mailänder Modehauses wurde 1993 gegründet. Ein Gespräch mit der Programmleiterin Astrid Welter

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    Noch im Hintergrund - "Torre", das neuste Element der jetzt vollständigen Anlage der Fondazione Prada (Projekt Koolhaas). 60 Meter hoch, neun Stockwerke, Ausstellungsflächen, Serviceeinrichtungen, ein Restaurant und auf dem Dach eine Bar sowie Terrasse (160 Quadratmeter) mit Blick auf Mailand. Eröffnung am 20. April.

    Mailand - Vor 25 Jahren riefen Miuccia Prada und ihr Ehemann Patrizio Bertelli in Mailand die Fondazione Prada ins Leben. Die Kulturstiftung des Modehauses könnte also jetzt ein kleines Jubiläum begehen. Doch, so die Programmdirektorin Astrid Welter: „Wir feiern nicht.“ Gefeiert wird dagegen etwas anderes, nämlich die Fertigstellung eines 60 Meter hohen Turms („Torre“) aus weißem Beton und Glas auf der Ausstellungsanlage der Fondazione nach Plänen von Rem Koolhaas, „den wir Ende April einweihen wollen.“ Ein Gespräch mit Astrid Welter am Rande der Ausstellung „Post Zang Tumb Tuum – Art Life Politics Italia 1918-1943“ (Zur Ausstellung siehe hier auf Cluverius).

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    HISTORISCHES BLOW UP

    Fondazione Prada (2): Eine Ausstellung lässt unterschiedliche Kunstströmungen und kulturelle Tendenzen in Italien zwischen den beiden Weltkriegen wieder aufleben. Dabei ist ein überraschend pluralistisches Bild der Zeit entstanden. 

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    Marinetti vor einem Gemälde von Boccioni (rechts) - Werbung für Ausstellungen der Fondazione Prada

    Mailand (Fondazione Prada bis 25. Juni) - Italien diskutiert über alten und neuen Faschismus. Rechtsradikale Gruppen wie die Casa Pound drängen in die Politik. Sie solidarisieren sich mit Gewalttaten von Einzeltätern gegen Ausländer. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten wünschen sich viele Italiener Umfragen nach einen starken Mann an der Spitze. In diesem Klima zeigt die Fondazione Prada eine seit langem vorbereitete Ausstellung über Kunst und Kultur in Italien zwischen 1918 und 1943. Im Mittelpunkt stehen rund 500 Arbeiten vorwiegend der Malerei, der Skulptur und der Architektur aus einer Periode, die von 1922 an politisch wie gesellschaftlich vom Faschismus beherrscht wurde.

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    EINE MUNTERE PLAUDEREI

    Mit dem Dialogbuch „Erklär mir Italien!“ kann man zwar nicht Italien verstehen lernen, lernt aber Roberto Saviano besser kennen.

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    Verzweifeln über Italien? - Graffito in Mailand

    Mailand – Man kann ein Land geographisch beschreiben, mit Hilfe von Daten lassen sich Gesellschaft und Wirtschaft analysieren, Prozesse in Politik und Kultur erkennen. Aber man kann kein Land „erklären“, Deutschland nicht und Italien schon gar nicht, in dem die regionalen Unterschiede größer sind als in jedem anderen westeuropäischen Land. Die Aufforderung im Buchtitel „Erklär mir Italien!“, zu der Giovanni di Lorenzo und Roberto Saviano einen munteren Dialog geführt haben, ist in diesem Sinne auch gar nicht als intellektuelle Aufforderung ernst gemeint. Sie entspricht eher einer Plauderstimmung, wie man sie zum Abschluss von einem guten Mittagessen, bei Diskussionen in der Bar oder ebenso bei Talkshows erleben kann.

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    im Theater: Freud o l’interpretazione dei sogni

    Das Mailänder Piccolo Teatro zeigt Stefano Massinis neuste Bühnenarbeit „Freud oder die Traumdeutung“ in der Regie von Federico Tiezzi

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    Sherlock Holmes der Psyche: Freud umgeben von antiken Artefakten - Fabrizio Gifuni in der Hauptrolle

    Mailand (Piccolo Teatro) - Seit dem Erfolg von „Lehman Trilogy“ gilt Stefano Massini als einer der interessantesten Theaterautoren Italiens. Massini, 1975 in Florenz geboren, hat gerade bei Mondadori den Roman „L’interpretatore dei sogni“ (Der Traumdeuter) veröffentlicht. Ein Tagebuch, in dem der Ich-Erzähler Sigmund Freud Therapiegespräche mit seinen Patienten notiert. Mit der bahnbrechenden Arbeit „Die Traumdeutung“ war Freud an der Wende zum 20. Jahrhundert die Grundlegung der analytischen Psychologie gelungen. Wie er aber die Theorie der Traumdeutung aus Therapiegesprächen entwickelt, das spürt Stefano Massini in seinem Buch literarisch fiktiv nach. Im Piccolo Teatro Mailand kam der Text jetzt für die Bühne bearbeitet unter dem Titel „Freud o l’interpretazione dei sogni“ (Freud oder die Traumdeutung) zur Aufführung. Regie führte der Dramaturg, Schauspieler und Kunsthistoriker Federico Tiezzi.

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    IN PARTNERSCHAFT MIT FRANKFURT

    Neustart der Mailänder Buchmesse „Tempo di Libri“ im März. Die Buchmesse unterstützt die Veranstaltung mit ihrem Fellowship Programm

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    Vorstellung vom Tempo di Libri u.a. mit Bürgermeister Giuseppe Sala (3. v.l.) und Regionalpräsident Roberto Maroni (4.v.l.). Rechts außen der Messedirektor Andrea Kerbaker

    Mailand - Die vom italienischen Verlegerverband AIE veranstaltete Messe „Tempo di Libri“ (Zeit für Bücher“) möchte sich neben dem Turiner „Salone del Libro“ als zweite große italienische Buchmesse etablieren. „Tempo di Libri“ findet dieses Jahr vom 8. bis 12. März auf dem zentrumsnahen Gelände der Mailänder Stadtmesse (Fieramilanocity) statt. Wie im vergangenen Jahr erfolgreich erprobt wird parallel ein Milan International Rights Center eingerichtet (8. bis 10. März), für das sich bereits Verlagsvertreter und Literaturagenten aus 30 Ländern angemeldet haben. „Tempi di Libri“ hat in Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse ein „Frankfurt-Milan Fellowship Programm“ organisiert, das am 6. und 7. März eine internationale Delegation von Vertretern der Verlagsbranche die Gelegenheit geben wird, den italienische Buchmarkt genauer kennen zu lernen.

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    KEIN THEMA

    Italien vor der Wahl: Kultur bleibt für die Politik belanglos. Debatten führen, wenn überhaupt, nur Insider. Der Rest ist Stimmungsmache (gegen Ausländer und Randgruppen)

    Wider den Rechtsruck- Demonstration in Mailand gegen Gewalt durch Faschismus, Rassismus und Sexismus

    Mailand/Rom - Am 4. März wird in Italien ein neues Parlament gewählt, gleichzeitig finden Landtagswahlen in der Lombardei, der größten Region des Landes statt. Der Wahlkampf war jedoch nur schleppend in Gang gekommen. Wochenlang hatten sich Parteien vor allem intern gestritten und um die Besetzung von Listenplätzen und Wahlkreisen mit aussichtsreichen Direktmandaten gefeilscht. Inzwischen haben populistische Kampagnen inhaltlich Debatten völlig übertönt. Kulturthemen wie die Finanzierung und Ausrichtung der Museen, Förderung der Lesekultur, Unterstützung von Theater und Kino gingen nicht nur unter, sie wurden nicht einmal mehr gestellt.

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    ALL YOU NEED IS LOVE

    Von London nach Mailand: Die Ausstellung „Revolution - Musica e ribelli“ spiegelt Jahre des Umbruchs 1966 und 1970 auf vorwiegend bunte Weise

    Blumige Erzählung - Plakat zur Ausstellung in der Fabbrica del Vapore 

    Mailand (Fabbrica del Vapore bis 4.April 2018) – Das ist eine Ausstellung mit Musik. Die Beatles, die Stones, die Who liefern den Soundtrack für die rebellische Zeit am Ende der 1960er Jahre. Wo sonst aus den Kopfhörern der Audioguides Erläuterungen zu hören sind, strömen hier Rhythmen. Revolution. Musica e ribelli 1966-1970 ist eine Schau „von den Beatles bis Woodstock“, so der Untertitel. Sie ist vom Victoria and Albert Museum London nach Mailand gewandert. In sieben Sektionen – vom Swinging London bis zu den neuen Musikfestivals der Rock-, Pop- und Jazzgruppen – versucht sie, die Jahre in den Griff zu bekommen, in denen die Gesellschaften der westlichen Welt die Nachkriegsgeschichte abschütteln wollten.

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    EINEN ANFANG MACHEN

    60 Jahre deutsche Kulturarbeit in Mailand. Ein Auszug aus den Erinnerungen von Johannes Hösle, dem ersten Leiter des Goethe Instituts der Stadt

    Zur Untermiete - die Deutsche Bibliothek und die ersten Jahre des Goethe Instituts im dritten Stock der Deutschen Schule Mailand

    Mailand - Im Herbst 1958 wurde in Mailand ein deutsches Kulturinstitut unter der Federführung des Auswärtigen Amtes gegründet – die Deutsche Bibliothek. Als erster entsandter Leiter kam ein paar Monate später später der Schriftsteller und Übersetzer Eckart Peterich in die aufstrebende Wirtschafts- und Finanzmetropole Italiens, der sich den hier lebenden jungen Literaturwissenschaftler Johannes Hösle zum Stellvertreter wählte. Als Peterich Ende 1960 nach München berufen wurde, um die Kulturarbeit aller deutscher Kulturinstitute im Ausland unter dem Dach des Goethe Instituts e. V. zu koordinieren, folgte ihm Hösle in der Leitung des Institutes nach, das dann 1962 zum Goethe Institut Mailand umgeformt wurde.

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    DIE AUSSTELLUNG ALS KRIMINALFALL

    Verdacht auf Betrug und Geldwäsche: Waren nurFälschungen auf einer großen Modigliani-Schau in Genua zu sehen?

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    Kein Gemälde von Modigliani? "Nudo disteso - Celine Howard" (1918?) aus einer Privatsammlung (Schweiz)

    Genua - Es geht um viel Geld und um die Deutungshoheit über das Werk von Amedeo Modigliani (1884 – 1920). Genau 20 von 21 Arbeiten, die im vergangenen Jahr auf einer Modigliani-Ausstellung in Genua gezeigt worden waren, sollen „grob gefälscht“ worden sein. Das glaubt jetzt eine von den Justizbehörden in Genua bestellte Gutachterin belegen zu können. Bis auf eine Zeichnung seien alle anderen im Palazzo Ducale vom 16. März bis 13. Juli 2017 gezeigten Werke Modiglianis sowohl „in der Strichführung“ als auch „in den Farbpigmenten“ als Fälschungen zu erkennen. Außerdem, so das Gutachten, würden die Rahmen aus amerikanischer bzw. russischer Herkunft stammen. Die Arbeiten waren im vergangenen Juli von der Staatsanwaltschaft Genua beschlagnahmt worden. Die Ausstellung, die von der Gesellschaft MondoMostro Skira für den Palazzo Ducale produziert worden war, musste deshalb mehrere Tage vor dem offiziellen Ende geschlossen werden.

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    KREATIVE BEGEGNUNGEN AN DER LAGUNE

    Im Deutsche Studienzentrum Venedig, das eine Brücke zwischen der deutschen Kultur und der des Mittelmeerraumes schlägt, finden Künste und Wissenschaften zusammen

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    Stadt der Inseln, Ort für Begegnungen - Brückenschlag in Venedig

    Venedig – Ein deutsches Studienzentrum in Venedig? In keinem anderen Land unterhält oder fördert der deutsche Staat so viele kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen im Ausland wie in Italien. Etwa in Rom die Villa Massimo zur Künstlerförderung oder das Deutsche Historische Institut für die Wissenschaften. Kunstgeschichtliche Studien werden an der Bibliotheca Hertziana (Rom) und am Kunsthistorisches Institut (Florenz) getrieben. Weniger bekannt ist dagegen das Deutsche Studienzentrum Venedig (DSZV), das 1972 als Ort der Begegnung zwischen italienischer und deutscher Kultur gegründet wurde. Das Studienzentrum wird vom Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – gegenwärtig unter der Leitung von Monika Grütters – finanziert. Aber auch von Privateinrichtungen wie der Fritz Thyssen Stiftung Köln oder der Christiane Hackerodt Kulturstiftung Hannover unterstützt. Die Leitung wechselt alle drei Jahre. Kurz vor Weihnachten hat die neue Direktorin, die Literaturwissenschaftlerin Marita Liebermann, ihre Antrittsvorlesung gehalten.

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